Rudern

„Emscher-Hammer“-Team schaut nur noch aus der Ferne zu

Der letzte Auftritt der „Emscher-Hammer“-Besatzung: hier im Holzboot beim fünften Renntag 2018 in Bad Waldsee.

Der letzte Auftritt der „Emscher-Hammer“-Besatzung: hier im Holzboot beim fünften Renntag 2018 in Bad Waldsee.

Foto: Alexander Pischke/Ruder-Bundesliga

Mit 18 Männer-Mannschaften läuft der Wettbewerb in der Ruder-Bundesliga. Nicht mehr dabei in diesem Jahr: der „Emscher-Hammer“.

Es ist die elfte Saison der Ruder-Bundesliga, die seit Mai läuft. 26 Teams sind dabei, acht Frauen- und 18 Männer-Achter. Die Verantwortlichen haben sich zu Beginn gefreut, dass in diesem Jahr Neulinge dabei sind: das „Team Bremen“ bei den Frauen und den „Mainzer Achter“ bei den Herren, und nach einem Jahr Wettkampfpause hat sich auch der Seriensieger Crefelder Ruder-Club mit einem verjüngten Team zurückgemeldet.

Dafür haben sich zwei Achter verabschiedet, die Gründungsmitglieder der Ruder-Bundesliga gewesen sind: der „Secuinfra“-Achter aus Pirna, und auch der „Emscher-Hammer“, die Renngemeinschaft des RV Emscher Wanne-Eickel/Herten und des Ruderclubs Hamm. Ihre bisherigen Ruderer verfolgen das Geschehen in der Ruder-Bundesliga nur noch aus der Ferne – im Wortsinne.

Gemeinsames regelmäßiges Training nicht möglich

Denn einen Grund benennt Gregor Hauffe vom RV Emscher: „Wir haben ein Einzugsgebiet von gut 400 Kilometern.“ So weit verstreut wohnen mittlerweile die Ruderer der bisherigen Emscher-Hammer-Besatzung, und zu diesen Entfernungen kommen Beruf und Familie: „Unter diesen Umständen ist es nicht möglich, einmal die Woche gemeinsam in einem Boot zu trainieren. Und wenn wir starten, dann auch mit der Aussicht, um die vorderen Plätze mitzufahren. Es macht keinen Sinn, wenn wir nur antreten, um uns verprügeln zu lassen.“

Hauffe selbst ist eine Saison lang mitgerudert und hat den „Emscher-Hammer“ drei Bundesliga-Jahre lang als Trainer betreut, und er zieht diesen Schlussstrich: „Auch wenn es viel Spaß gemacht hat, es war ein großer Aufwand und auch eine Frage von Kosten und Nutzen durch die Startgebühren und die Anreise.“

Jüngere Ruderer, die zu dieser Saison für die Ruder-Bundesliga in Frage gekommen wären, die gab es noch nicht. So ist noch offen, ob der Hammer in Zukunft noch mal in der Bundesliga starten wird. Immerhin: „Dass wir den Emscher-Hammer hatten, hat die Vereinsfamilie schon zusammengeschweißt“, für den Achter und die Bundesliga sei das Interesse immer groß gewesen, so Hauffe: „Der Emscher-Hammer war immer ein positives Aushängeschild.“

Ausrufezeichen aus Holz im letzten Rennen 2018

Einen guten Auftritt hatte die Besatzung des Emscher-Hammer auch gehabt in jenem Rennen, das nunmehr das letzte geworden ist. Im September 2018, beim fünften und letzten Renntag des Vorjahres, musten die heimischen Ruderer in einem Boot aus Holz antreten, weil das eigene vor dem Achtelfinale mit einem Motorboot kollidiert war. Die Gastgeber aus Bad Waldsee boten den Ruderern aus dem Ruhrgebiet das 40 Jahre alte Boot als Ersatz an, in dem das Team vom Rhein-Herne-Kanal noch das Rennen um Platz 17 gegen den Salzland-Achter aus Bernburg gewann – es sollte der sportliche Schlusspunkt des „Emscher-Hammer“ gewesen sein. Mit einem Ausrufezeichen aus Holz.

Erster Renntag wurde in Duisburg ausgetragen

Mitte Mai stand der erste Renntag der Ruder-Bundesliga in Duisburg an.

Von den 18 Teams der 1. Männer-Bundesliga setzte sich der Hauptstadtsprinter DWB-Holding Berlin vor dem Münster-Achter und dem TÜV-Nord Maschseeachter Hannover an die Spitze. Bei den Frauen gewann der Amrop-Achter Essen-Kettwig vor dem HavelQueen-Achter Potsdam Berlin und dem Göing-Achter Hannover.

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