Die Oberliga-Playoffs finden zum zweiten Mal in Folge ohne den Herner EV statt. Die Miners verloren am Sonntag bei den Rostock Piranhas mit 4:5 (1:2, 1:1, 2:1) nach Verlängerung und verpassten damit ihre letzte Chance auf den achten Tabellenplatz.

Nach dem Herforder Sieg in Erfurt am Nachmittag war die Ausgangslage für das Abendspiel an der Ostsee klar – der Gewinner würde selbst nach einem weiteren Sieg am Dienstag Schützenhilfe der Hammer Eisbären in Herford benötigen.

HEV-Interimscoach Lars Gerike hatte erneut umgestellt. Weil nach dem verletzungsbedingten Saisonaus von Niklas Heyer einschließlich Hugo Enock nur fünf gelernte Verteidiger zur Verfügung standen, rückte der Schwede wieder zurück in die Abwehr, dafür feierte Mike Mieszkowski nach langer Verletzungspause sein Comeback.

Zwei Großchancen vergeben – Herner EV macht sich das Leben in Rostock selbst schwer

Die Gäste gerieten vor 1298 Zuschauern gleich mit dem ersten Rostocker Angriff in Rückstand. Überprüft wurde eine mögliche Torwartbehinderung, doch der Videobeweis half dem HEV nicht – der Treffer zählte.

Die Miners zeigten sich nicht geschockt und reagierten mit einem Sturmlauf, doch einmal mehr fehlte das Schussglück. Einmal rettete der Pfosten für Rostocks Keeper Sebastian Albrecht, dann traf Sofiene Bräuner das leere Tor nicht und auch eine Strafe gegen die Piranhas blieb ohne Folgen. Erst eine gelungene Kombination zwischen Nick Ford und Tommy Munichiello führte zum verdienten Ausgleich und der hätte eine solide Basis für das nächste Drittel sein können.

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War er aber nicht. Nach einem unnötigen Scheibenverlust der Miners in der Rostocker Zone konterten die Gastgeber blitzartig, Rodion Schumacher im Herner Tor war erneut ohne Abwehrchance und das Ganze 13 Sekunden vor der Pausensirene.

HEV kämpft sich zum dritten Mal zurück und dreht das Spiel

Aber der HEV nahm den Kampf um den letzten Playoff-Platz an und kam nach einer weiteren gelungenen Kombination zum erneuten Ausgleich. Auch im zweiten Drittel hatten die Gäste mehr vom Spiel, doch wieder brachte man sich durch einen groben Patzer selbst ins Hintertreffen. Erneut nutzten die Piranhas einen Herner Scheibenverlust zum schnellen Gegenangriff und gingen zum dritten Mal in Führung – diesmal sogar bei eigener Unterzahl.

„Wir müssen mehr auf die Konter achten“, erklärte dann auch Mike Mieszkowski in der zweiten Pause. Auch eine bessere Chancenverwertung wünschte sich der ehemalige Rostocker von seinen Herner Teamkollegen.

Eishockey Oberliga Begegnung Herner EV Miners gegen Hannover Scorpions
Sein zwischenzeitlicher Führungstreffer reichte nicht: Top-Scorer Nick Ford und der Herner EV verpassten am Sonntag die Play-offs. © FUNKE Foto Services | Michael Korte

Die nahmen es sich zu Herzen, erkämpften zum dritten Mal den Ausgleich und gingen durch eine schöne Einzelleistung von Topscorer Nick Ford in Führung – der so bitter nötige Dreier war zum Greifen nah.

Rostock gewinnt in der Overtime - beide Teams verpassen Play-offs

Doch die Gäste brachten den Sieg nicht über die Zeit. Rostock zog früh den Torwart, glich 25 Sekunden vor dem Ende aus und mit der Verlängerung hatte die Partie zwei Verlierer. Der Zusatzpunkt, den sich die Gastgeber sicherten, wäre auch für den HEV zu wenig gewesen, und damit ist die Dienstagspartie der Miners gegen die Black Dragons Erfurt (Beginn 20 Uhr) für beide Mannschaften nur noch ein Prestigeduell. Abschließendes Fazit von Lars Gerike: „Am Ende waren wir zu doof.“

Tore: 1:0 (0:55), 1:1 (13:01) Munichiello (Stöhr/Ford), 2:1 (19:47), 2:2 (30:24) Hofmann (Stöhr), 3:2 (36:31, 4-5), 3:3 (44:57) Pfeifer (Munichiello/Rennert), 3:4 (54:45) Ford (Müller/Stöhr), 4:4 (59:35, 6-5), 5:4 (61:46).

Strafminuten: Rostock 4 – Herne 2.

Oberliga: Herner EV verliert dramatisch bei den Rostock Piranhas - der Liveticker zum Nachlesen: