Das nötige Selbstvertrauen hat sich Annika Steinau schon einmal errudert. Mit sechsfach nationalem Gold behangen wird die gebürtige Hattingerin in knapp einem Monat bei den Coastal-Rowing-und-Beach-Sprint-Europameisterschaften in La Línea de la Concepcion in Spanien, nördlich von Gibraltar, aufschlagen. Dort will sie die Erfolgsgeschichte des jüngsten Wochenendes von Flensburg fortschreiben. „Ich habe noch nie eine internationale Medaille gewonnen“, sagt sie. „Ich war immer knapp dran, deshalb ist das Ziel, jetzt auf dem Podest zu stehen.“
Gleich drei Chancen bieten sich Steinau, deren Heimatklub der RC Witten ist, bei der EM. Sie wird im Einer, Doppelzweier und Doppelvierer an den Start gehen. Während sie sich mit ihren Partnerinnen für den Kampf um die Medaillen gut aufgestellt sieht, ist das Rennen im Einer wohl noch etwas enger. „Das kann ich schwer einschätzen. Es können ja immer noch einige schnelle Leute nachmelden“, erklärt sie.. „Außerdem rudern wir in einer Bucht.“ Da sei es schwierig, den Wellengang einzuschätzen. Die Top 10 für die Wettbewerbe in Spanien hat sie aber fest ins Auge gefasst.
Ich habe noch nie eine Einzel-Medaille bei Deutschen Meisterschaften gewonnen. Das war jetzt schon sehr cool.
Annika Steinau (27), Hattinger Ruderin vom RC Witten
Wie es sich anfühlt, ganz oben zu stehen, konnte die 27-Jährige bei der Deutschen Coastal-Rowing-Meisterschaft auf der Langstrecke in Flensburg schon mal proben. Nachdem sie die Finals im Juli noch verpasst hatte, gelang ihr nun die Wiedergutmachung. Sowohl im Einer als auch im Doppelzweier krönte sich Steinau, die bei den Titelkämpfen in Schleswig-Holstein für den Kölner RV gestartet war, zur Deutschen Meisterin. Der erste Titel war sogar für die erfolgreiche Ruderin etwas Besonderes. „Ich habe noch nie eine Einzel-Medaille bei Deutschen Meisterschaften gewonnen“, erklärt sie. „Das war jetzt schon sehr cool.“
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Reihenweise erste Plätze für Coastal-Rowing-Ass aus Hattingen
Zudem sicherte sie sich im Beachsprint auch noch den ersten Platz im Einer, Doppelzweier, Mixed-Doppelzweier und im Doppelvierer. „Das hatte ich mir nicht vorgenommen und auch nicht mit gerechnet“, sagt Steinau mit einem Lachen. „Im Coastal Rowing können immer Fehler passieren.“
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Sie blieb in allen Rennen davon verschont. Kopf und Körper arbeiteten zudem perfekt zusammen – obwohl sie an einem Tag gleich acht Starts zu bewältigen hatte. „Ich habe mich an dem Tag voller Energie gefühlt“, erklärt sie. „Mir ging es auch danach noch gut. Ich habe das auch so trainiert und auch Ausdauer-Training eingebaut.“ Die perfekte Grundlage für eine EM-Überraschung in Spanien ist also gelegt.
Stefan Stobbe



