Das Bezirksliga-Lokalderby zwischen der HSG Hattingen-Sprockhövel II und dem HSV Herbede endete mit einer - zumindest von der Papierform her - faustdicken Überraschung. Der Tabellendritte aus Witten, der das Hinspiel noch haushoch mit 39:28 gewann, unterlag am Sonntagnachmittag in der Hattinger Kreissporthalle der auf Rang sechs platzierten HSG ebenfalls mit elf Toren Unterschied und zwar mit 27:38. Herbedes Yannick Brämer musste dabei stark blutend mit Verdacht auf einen Nasenbeinbruch Mitte der zweiten Halbzeit ausgewechselt werden.
Während sich HSG-Coach Benjamin Erlenbruch unmittelbar nach dem Abpfiff über den klaren Erfolg seiner Mannschaft freute, erkannte sein Herbeder Kollege Marko Weiß den Sieg der Heimmannschaft als verdient, aber zu hoch ausgefallen an. „Wir waren bei weitem nicht vollzählig und konnten die zahlreichen verletzungs- und krankheitsbedingten Ausfälle nicht kompensieren. Da fehlten uns ganz einfach die Alternativen“, sagte der HSV-Trainer, der aber den zahlreichen ausgelassenen Großchancen seiner Schützlinge ein wenig nachtrauerte. „Hätten wir die guten Möglichkeiten besser ausgenutzt, wäre die Niederlage wesentlich knapper ausgefallen.“
Wenn bei uns mal fast alle Spieler da sind und dann auch noch einen guten Tag haben, passiert das, was wir gerade gesehen haben.
Benjamin Erlenbruch,, Trainer der HSG Hattingen-Sprockhövel II
Benjamin Erlenbruch dagegen war aufseiten der HSG (fast) rundherum zufrieden. Ein einziges Törchen mehr hätte sich der Coach allerdings schon gewünscht, denn dann wäre der direkte Vergleich trotz des desaströsen Hinspiels noch zu Gunsten der HSG ausgegangen. Besonders gefallen hatte ihm, dass er endlich einmal einen großen Kader zur Verfügung hatte. „Wenn bei uns mal fast alle Spieler da sind (es fehlte lediglich Jannis Sinnemann; Anm. d. Red.) und dann auch noch einen guten Tag haben, passiert das, was wir gerade gesehen haben. Dann sind wir eine gute Mannschaft, die auch mit den Spitzenteams mithalten kann.“
Große Vorteile besaßen die Gastgeber auf der Torhüterposition, wo sowohl Bjarne Krans als auch Simon Gräbener ihre Gegenüber Till Filter und Silas Bentlage klar ausstachen. Aber auch das Abwehrverhalten der HSG wirkte in diesem EN-Derby aggressiver und kompakter. Und dann war da ja auch noch Thomas Zeller, den die HSV-Defensive in keiner Phase des Spiels in den Griff bekam. Der ehemalige Zweitligaspieler traf - fast völlig ohne Gegenwehr - wie er wollte und erzielte bei minimalster Fehlwurfquote 14 blitzsaubere Tore.
HSG Hattingen-Sprockhövel II – HSV Herbede 38:27
Spielfilm: 1:0, 5:3, 7:3, 10:9, 15:9, 18:13 (Hz.), 21:18, 26:19, 30:21, 34:23, 38:27
HSG: Krans, Gräbener; Pospiech (2), Klinker (2), Grossmann (4), Zeller (14/3), Bednarek (4), Schönenborn (4), Ebel (3), Schimm (2), Delgado (2), Witkowski (1).
HSV: Filter, Bentlage; Radtke (4/1), Hein (8), Schönherr (1), Czerkawski (2), W. Haupt (1), Brämer, Busch (1), Müller (7/1), Pemöller (3).
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