Schwimm-WM

Schwimm-WM: 2563 Aktive sind dabei, eine stammt aus Gladbeck

Im Stadion von Gwangju/Südkorea: Jessica Steiger (VfL Gladbeck). Am Sonntag startet sie in der weiblichen 4x100m-Freistilstaffel des Deutschen Schwimm-Verbandes bei der Weltmeisterschaft.

Im Stadion von Gwangju/Südkorea: Jessica Steiger (VfL Gladbeck). Am Sonntag startet sie in der weiblichen 4x100m-Freistilstaffel des Deutschen Schwimm-Verbandes bei der Weltmeisterschaft.

Foto: Deutscher Schwimm-Verband

Gladbeck.  Jessica Steiger (VfL Gladbeck) startet bei der Schwimm-WM. Die WAZ sprach mit Heimtrainer Harry Schulz über harte Arbeit, Chancen und Olympia.

2563 Aktive haben sich für die Schwimm-Weltmeisterschaften in Gwangju/Südkorea qualifiziert. Eine davon, Jessica Steiger, stammt aus Gladbeck. Die 27-jährige VfLerin geht am Sonntag (21. Juli) zum Auftakt der Wettbewerbe im Becken als Mitglied der weiblichen 4x100m-Freistilstaffel des Deutschen Schwimm-Verbands an den Start. Dabei geht’s um die Olympia-Qualifikation. Vor dem großen Rennen sprach WAZ-Redakteur Thomas Dieckhoff mit Steigers Heimtrainer Harry Schulz. Der erfahrene Coach verrät im Interview: „Jessica ist gut drauf.“

WAZ: Herr Schulz, Sie stehen mit Sicherheit in regelmäßigen Kontakt mit Jessica Steiger. Wie sieht es bei ihr kurz vor dem ersten WM-Start aus?

Schulz: Stimmt, wir tauschen uns per WhatsApp aus. Jessica ist gut drauf. Und sie ist begeistert von der Halle. Probleme gibt es allerdings auch, die Klimaanlage im Teamhotel ist sehr kalt, während draußen hohe Temperaturen herrschen. Ich hoffe, dass da nicht noch etwas passiert.

Sie haben in Ihrer erfolgreichen Karriere ja schon mehrere Schwimmer trainiert, die sich für Olympische Spiele qualifizieren konnten. Fiebern Sie bei wichtigen Rennen eigentlich immer noch mit oder betrachten Sie das Ganze mittlerweile abgeklärt?

Ich bin Coach, da kann ich doch gar nicht gelassen sein! Ich werde in der Nacht zu Sonntag aufstehen und mir den Lauf unserer Freistilstaffel ansehen. Der DSV hat natürlich auch Diagnostiker vor Ort, die schicken mir unmittelbar nach dem Rennen die Videos zu, so dass ich gleich in die Analyse gehen kann. Anschließend werde ich mich wieder mit Jessica kurzschließen.

Welche Chance hat die deutsche Freistilstaffel?

Ich hoffe, sie kommt ins Finale. Aber das wird sehr schwer, weil fünf, sechs Nationen megastark besetzt sind. Australien ist für mich der Topfavorit, richtig gut sind auch die USA, Niederlande und Schweden. Ferner muss man China auf dem Zettel haben und auch Gastgeber Südkorea.

Es geht ja gleich um die Qualifikation für Olympia. Ist daher Jessica Steigers erstes WM-Rennen auch das wichtigste?

Jein. Denn sie geht, das hat mir der Bundestrainer zugesichert, auch in der Mixedstaffel und in der 4x100m-Lagenstaffel auf der Bruststrecke an den Start. Die können sich ebenfalls für die Spiele in Tokio qualifizieren. Voraussetzung ist jeweils das Erreichen eines Top-12-Platzes.

Wie viele Kilometer hat Jessica Steiger im vergangenen Jahr eigentlich geschwommen, um nach Gwangju zu kommen? Wie viel harte Arbeit steckt allein hinter der Quali?

Jede Menge harter Arbeit. Jessica hat in der letzten Saison im Training 1870 Kilometer geschwommen. Wir haben weniger Kilometer absolviert als in manch einem anderen Jahr, dafür waren die Einheiten aber intensiver. Es gab auch schon mal eine Saison, in der sie 2400 oder einmal sogar 2600 Kilometer geschwommen ist.

Und nach der Weltmeisterschaft geht’s ja für Jessica Steiger gleich weiter, oder? Schließlich steht Tokio an.

Stimmt, Ende August fängt für uns bereits das Olympiajahr an.

Hat Ihr Schützling realistischerweise eine Chance, sich über 200 Meter Brust für die Spiele in Tokio zu qualifizieren? Oder sind die Normen des deutschen Verbandes wieder utopische?

Uns ist zugesichert worden, dass die Normen so bleiben sollen, wie sie jetzt sind. Und das bedeutet, dass Jessica sich durchaus über 200 Meter Brust für die Spiele qualizieren kann. Derzeit liegt die Norm bei 2:24,9 Minuten . . .

Was bedeutet, dass Jessica Steiger Deutschen Rekord schwimmen müsste!

Stimmt. Aber wenn wir den Fokus auf die 200 Meter Brust legen, können wir das hinbekommen. Jessica hält ja mit der Zeit von 2:25,00 Minuten den Rekord.

Und als Plan B bliebe die Quali in einer Staffel?

Einen Plan B zu haben, ist immer wichtig.

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