Schwimmen

Olympia erst 2021: Jessica Steigers Karriereplan ist hinüber

VfL-Schwimmerin Jessica Steiger hat ihre Karriereplanung auf Olympia 2020 ausgerichtet – jetzt finden diese erst 2021 statt.

VfL-Schwimmerin Jessica Steiger hat ihre Karriereplanung auf Olympia 2020 ausgerichtet – jetzt finden diese erst 2021 statt.

Foto: Oliver Mengedoht / FUNKE Foto Services

Gladbeck.  Die Gladbecker Schwimmerin hat alles auf Tokio 2020 ausgerichtet – aufgrund des Coronavirus werden die aber verschoben, für Steiger ein Problem.

Die Olympischen Spiele 2020 in Tokio sollten der krönende Abschluss für die Karriere von Jessica Steiger werden – dieser Plan der Schwimmerin vom VfL Gladbeck geht nicht auf. Die Spiele werden aufgrund der Coronavirus-Pandemie auf 2021 verschoben.

Das steht seit Dienstagnachmittag fest. Für Steiger bedeutet das eine schwere Entscheidung.

Steigers Stimmungslage in der Diskussion um eine Verschiebung der Spiele hatte sie so beschrieben: „Im Höhentrainingslager habe ich gesagt, dass ich gerne ein paar Monate vorspulen würde, um zu wissen, ob sich das alles lohnt – jetzt würde ich einfach gerne zurückspulen.“

Was die Entscheidung für Steiger bedeutet, weiß sie noch nicht

„Ich kann das natürlich nachvollziehen, dass sie die Spiele verschieben wollen“, sagt Jessica Steiger, „die Gesundheit geht auf jeden Fall vor. Für mich persönlich weiß ich allerdings noch nicht ganz genau, was das bedeuten würde.“

Für Steiger hat die Verschiebung weitreichende Konsequenzen – 2020 sollte für die Gladbeckerin eigentlich Schluss sein mit Leistungssport.

„Der Traum von Olympia ist wahnsinnig groß und ich bin so nah dran, wie ich es noch nie war. In einem Jahr heirate ich aber auch und ich wollte eigentlich arbeiten“, erklärte sie noch am Montag, vor der Entscheidung des IOC. „Ich bin total ratlos.“ Der Plan war Tokio 2020, daraus wird nichts, sie muss umplanen.

Steiger müsste Hochzeit und den Start in den Beruf verschieben

Steiger will unbedingt zu Olympia, das war immer das große Ziel. Das würde jetzt aber bedeuten, dass sie den Start ins Berufsleben verschieben müsste, womöglich auch ihre Hochzeit.

„Wenn die Spiele um zwei Jahre verschoben würden, wäre ich sehr wahrscheinlich raus, dann werde ich dreißig. Ich muss auch mal arbeiten und weiß nicht, ob ich den Leistungsstand, den ich im Moment habe, halten könnte“, so Steigers Überlegungen. 2021 würde sie es mit großer Wahrscheinlichkeit wieder versuchen, aber: „Ich kann doch nicht meine Hochzeit absagen!“

Aufgrund der Coronavirus-Pandemie riefen zuletzt viele Stimmen nach einer Verschiebung der Spiele. Der Fechter und Athletensprecher Max Hartung schloss im ZDF-Sportstudio am Samstag als erster Athlet öffentlich aus, 2020 in Tokio zu starten. In vielen Sportarten, darunter auch im Schwimmen, sind alle oder fast alle Qualifikationswettkämpfe abgesagt, eine optimale Vorbereitung ist kaum möglich.

Der Druck auf das IOC war zuletzt immer weiter gewachsen

Unter anderem die Verbände Kanadas und Australiens hatten angekündigt, keine Sportlerinnen und Sportler nach Japan zu schicken, sollten die Spiele nicht verschoben werden. Das erhöhte zusätzlich den Druck auf das Internationale Olympische Komitee, die Spiele zu verschieben.

„Es ist für mich einfach eine Katastrophe und für mich bricht eine Welt zusammen“, sagte die 27-Jährige schon, bevor die Entscheidung des IOC feststand.

Jetzt muss sie selbst eine schwere Entscheidung treffen, ob sie sich nochmal quälen will, alle Pläne umschmeißen, um sich den großen Lebenstraum von Olympia zu erfüllen.

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