Handball Oberliga

Gladbecker Bauchlandung: Verdiente VfL-Pleite beim Letzten

VfL-Torwart Sebastian Büttner zeigte in Harsewinkel eigentlich eine ordentliche Leistung – zu oft wurde er allerdings von seinen Vorderleuten im Stich gelassen, so dass der VfL insgesamt 31 Tore kassierte.

VfL-Torwart Sebastian Büttner zeigte in Harsewinkel eigentlich eine ordentliche Leistung – zu oft wurde er allerdings von seinen Vorderleuten im Stich gelassen, so dass der VfL insgesamt 31 Tore kassierte.

Foto: Oliver Mengedoht

Sven Defftes Warnung vor Harsewinkel wird Realität. Gladbeck vergibt viele große Chancen auf dem Feld – und eine in der Tabelle.

Wenn man dem VfL Gladbeck einen Spieltag hätte malen können, um in der Tabelle richtig Boden gutzumachen – er hätte ausgesehen wie dieses Wochenende.

Während sich vier der besten fünf Mannschaften der Liga in direkten Duellen gegenüberstanden (Loxten gegen Altenhagen und Hamm gegen Nordhemmern), musste der VfL „nur“ bei Schlusslicht TSG Harsewinkel gewinnen, um einer der großen Gewinner des Wochenendes zu werden. Doch der VfL ließ diese Riesenchance in der Tabelle liegen und verlor 29:31.

Deffte hatte genau vor so einem Spiel gewarnt

Der VfL verlor, weil die Spieler auf dem Parkett reihenweise klare Würfe nicht verwandelten. Kombiniert mit einer schwachen Deckung war das zu wenig, um zu gewinnen. Das bittere Fazit von VfL-Trainer Sven Deffte: „Die Niederlage war vollkommen verdient.“

Und der Spielverlauf hatte genau dem entsprochen, wovor Deffte im Vorfeld gewarnt hatte. Er hatte mehrfach darauf hingewiesen, dass Harsewinkel in den vergangenen Wochen deutlich stärker spielte als in der Tabelle abzulesen. Dass dort eine laute Halle und ein junges Team in Aufbruchsstimmung warten würden.

Krönung trifft neunmal in der ersten Halbzeit

„Wir dürfen überhaupt keine Euphorie beim Gegner aufkommen lassen“, hatte er gesagt. Doch die Gladbecker verpassten es, sich in der ersten Halbzeit abzusetzen, als sie noch führten. Der VfL war die bessere Mannschaft, führte aber nie höher als mit drei Toren (beim 11:8 nach einer Viertelstunde).

Getragen wurde das Team von Max Krönung, der in Hälfte eins neun von 15 VfL-Toren machte – wichtig in Abwesenheit des anderen VfL-Haupttorschützen Björn Sankalla.

Pascal Kunze sorgte zwanzig Sekunden vor der Halbzeit für die 15:14-Pausenführung, die aus VfL-Sicht zu knapp ausfiel, zahlreiche freie Würfe im Gegenstoß, von außen und vom Kreis gingen nicht ins Tor. In Hälfte zwei traf dann Max Krönung nur noch einmal per Siebenmeter, verwarf aber zwei weitere – und die Abwehr war an diesem Tag nicht in der Lage, diese Fehler wettzumachen.

Dervisevic wird ins kalte Wasser geworfen

„Die 29 Tore müssen auch eigentlich reichen, um dort zu gewinnen“, fand Sven Deffte. „Aber wir haben viel zu passiv gedeckt.“

Nicht hilfreich war, dass Sebastian Janus sich früh verletzte, sein Ersatz Hans Müller schon nach 24 Minuten die zweite Zeitstrafe bekam. So kam Neuzugang Resid Dervisevic zu deutlich mehr Minuten als geplant. „Er hat es okay gemacht, an ihm lag es nicht“, meinte Deffte. 22 Sekunden nach Wiederbeginn traf Sven Bröskamp für die Gastgeber zum Ausgleich, Max Krönung verwarf einen Siebenmeter zur möglichen Führung – ab diesem Zeitpunkt lag der VfL kein einziges Mal mehr vorne.

Nach 26:22 für Harsewinkel sieben Minuten vor Schluss versuchte der VfL nochmal ein Comeback und kam auf ein Tor heran. Für einen Punkt beim Schlusslicht war es aber zu wenig.

TSG Harsewinkel - VfL Gladbeck 31:29

Spielfilm: 0:2 (3.), 3:3 (5.), 5:5 (8.),
7:9 (13.), 8:11 (16.), 11:12 (21.), 14:14 (30.), 14:15 (Hz.). – 17:15 (35.), 18:18 (38.), 23:18 (46.), 24:22 (49.), 26:22 (54.), 28:27 (58.), 30:28 (59.), 31:29 (Endstand).


VfL: Büttner, Korona - Brockmann, Kunze (3), Krönung (10/1), Bach (3), Dalian (4), Giesbert (5), Dervisevic (1), Janus, Blißenbach (3), Müller, Alkemper, Kalhöfer.

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