„Es war ein Kampf“, sagt Ulrich Kather. Umso gelöster war dann die Stimmung und bei den Mitgliedern der Erler SG, als vor wenigen Tagen endlich das Richtfest gefeiert werden konnte. Als Zimmermann Damian Burghaus den Richtspruch verlas, war ihnen allen endgültig klar, dass der Gelsenkirchener Breitensport-Verein bald eine neue Heimstätte haben wird. Ein schicker Holzbau anstatt Container an der Oststraße – nach acht Jahren hat das Warten ein Ende.

Bereits 2018 war bei der ESG von einem neuen Vereinsheim geträumt worden, das nicht nur Begegnungs-, sondern auch Sportstätte sein sollte. „Die Container waren für uns nicht mehr in Ordnung“, sagt Kather. Gerade im Herbst und Winter machten sich die Kälte und Nässe unangenehm bemerkbar. Das dürfte nun kein Problem mehr darstellen, wenn der Weg bis zum Ziel auch nicht immer gradlinig verlief.

Richtfest bei der Erler SG in Gelsenkirchen
Ulrich Kather (l.), erster Vorsitzender der Erler SG, mit Bürgermeister Werner Wöll beim Richtfest an der Oststraße.© FUNKE Foto Services | Christoph Wojtyczka

Ein erster Antrag auf Förderung des Projektes aus Bundesmitteln für das 1,2 Millionen Euro teure Projekt war 2021 zunächst abgelehnt worden. Ein anderer Verein bekam den Zuschlag. „Da waren wir schon enttäuscht“, erklärt Kathe. Aber in der zweiten Förderrunde, im Rahmen des Bundesprogramms zur Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur bekamen sie schließlich den Zuschlag. 90 Prozent wurden vom Bund gefördert, den Rest übernahm die Kommune. Etliche Stunden Arbeit flossen von Seiten der ESG-Mitglieder aber auch in das Projekt, etwa Hiltrud Riepe als Architektin und Bau-Ingenieur Michael Rieper halfen ehrenamtlich mit.

Richtfest bei der Erler SG in Gelsenkirchen
Freunde und Mitglieder der Erler SG sahen sich die Entstehung des neuen Gebäudes an der Oststraße aus nächster Nähe an. © FUNKE Foto Services | Christoph Wojtyczka

Es ging noch einige Zeit ins Land, mit etlichen weiteren Anträgen und Planungen, bis im Oktober 2025 schließlich der erste Spatenstich erfolgte. Im Dezember 2026 soll das Vereinsheim stehen. Aber noch ist die Arbeit nicht zuende. „Durch die jahrelange Planung reichen die 1,2 Millionen Euro nicht mehr“, sagt Kather. Ein dritter Sportraum soll noch her, dazu eine Trennwand für die bereits im Bau befindliche. Eine sechsstellige Summe wäre noch vonnöten. Aber die Erler wissen ja mittlerweile, wie Kampf geht.