Borussia Dortmunds U19 und Schalkes U19 haben sich in einem packenden Derby 3:3 getrennt. Schalke hat in der Nachspielzeit ausgeglichen und einen Dortmunder Last-Minute-Sieg verhindert. Beide Teams lagen in Führung, beide mussten zurückschlagen – am Ende passte die Punkteteilung zum Spiel.
„Ein hochdramatisches Spiel, phasenweise auch hochklassig“, sagte Schalkes Kult-Trainer Norbert Elgert nach dem Spiel. „Nach dem 2:3 musst du erst mal wiederkommen - und das haben die Jungs gemacht.“ Erfreulich sei beim 3:3-Ausgleich in der Nachspielzeit gewesen, dass zwei Spieler beteiligt waren, die eingewechselt worden waren: „Claudio Katunda ist oben in der Luft beteiligt, Alan Takoudjou macht das Tor. So war es ein gerechtes, korrektes Ergebnis, mit dem wir heute besser leben können.“
Wolfsburg ist durch in der Gruppe, Schalkes U19 einen Spieltag vor Schluss Zweiter mit 14 Punkten vor dem 1. FC Heidenheim und dem FC Augsburg (je 12, spielen unter der Woche gegeneinander) und Borussia Dortmund (11). Der BVB als Fünfter muss nach diesem Derby-Remis noch mehr um die Achtelfinal-Teilnahme zittern.
Derby-Start: BVB führt, Schalke antwortet vor der Pause
Dortmund kam besser hinein und setzte erste Akzente im Schalker Strafraum. Taycan Etcibasi nutzte den Freiraum am Sechzehner, dribbelte in den Strafraum und traf flach zum 1:0. Schalke reagierte. Luca Vozar zwang mit einem Distanzschuss die Latte, zuvor hatte Mika Wallentowitz den Ausgleich auf dem Fuß. Auf der anderen Seite parierte Nick Bodon sicher gegen Tom Faust. Kurz vor der Pause belohnte sich S04: Nach langem Ball spitzelte Ben Weber den Ball über BVB-Keeper Aaron Held hinweg zum 1:1.

Nach dem Wechsel erwischte Schalke den besseren Moment. Ein schnell ausgeführter Freistoß hebelte die Dortmunder Ordnung aus, Vozar vollendete aus spitzem Winkel zur 2:1-Führung. Bitter für den BVB: In der Szene verletzte sich Jan Luca Riedl und musste vom Platz. Dortmund brauchte Minuten, fand dann aber wieder Zugriff. Malik Tubić verpasste auf der Gegenseite die große Chance auf das 3:1, weil er im Zweikampf hängen blieb.
BVB dreht auf – spektakuläres 3:2
Die Schlussphase nahm Fahrt auf. Zunächst parierte Bodon stark gegen Etcibasi, doch den Nachschuss drückte Romeo Ritter zum 2:2 über die Linie. Dortmund blieb am Drücker und belohnte sich mit einem spektakulären Treffer: Etcibasi setzte einen Fallrückzieher ins Netz und drehte das Spiel zum 3:2. Justin Hoy verfehlte kurz darauf das lange Eck knapp – der BVB war nah am Derby-Sieg.
Später Ausgleich: Takoudjou rettet Schalke
Schalke warf alles nach vorn, Trainer Norbert Elgert brachte mit Clinton Wilson und Alan Takoudjou frische Offensivkräfte. Der Druck zahlte sich in der Nachspielzeit aus: Takoudjou vollendete einen Schalker Angriff zum 3:3-Ausgleich. Mehr passierte nicht – nach intensiven 90 Minuten blieb es beim Remis. Für den BVB, der einen Sieg brauchte, ist das zu wenig. Schalke zeigte Moral und Effizienz in den entscheidenden Momenten.
Tore: 1:0 Taycan Etcibasi (12.), 1:1 Ben Weber (45.), 1:2 Luca Vozar (55.), 2:2 Romeo Ritter (77.), 3:2 Taycan Etcibasi (82.), 3:3 Alan Takoudjou (90.+2)
Borussia Dortmund U19: Aaron Held, Jan Luca Riedl (55. Paul Ayuk Tanyi), Taycan Macid Etcibasi, Miguel Samuel Adje, Fadi Zarqelain, Justin Hoy, Luke Fahrenhorst (84. Till Burkhardt), Romeo Ritter, Tom Lasse Faust (55. Marwan Omir Mirza Mirza), Enzo de Pina Duarte, Lavin Vogt (55. Valon Cena)
(Jan-Mattis Wehrbein, Keron Hagemann, Thierry Fidjeu-Tazemeta)
FC Schalke 04 U19: Nick Bodon, Silas Thier (90.+1 Claudio Bettoni Katunda), Rafael Czulak (84. Clinton Edem Wilson), Lasse Deutschbein, Niclas Damberg, Jonas Zgorecki, Mika Brocks (84. Alan Takoudjou Somolinos), Ben Weber, Malik Tubić (87. Aboubacar Sidiki Sylla), Luca Franjo Vozar, Mika Tom Wallentowitz
(Luca Höfel; Tim Elias Pfeiffer, Noah Timur Candir)
So haben wir von diesem Spiel getickert.
Beide Mannschaften sammelten in ihrem letzten Gruppenspiel Frusterlebnisse. Schalke kassierte in der Nachspielzeit eine 2:3-Niederlage in Heidenheim. Das Team von Trainer Norbert Elgert konnte zwei Führungen gegen Heidenheim nicht ins Ziel bringen. „Heidenheim war entschlossener“, bilanzierte der Schalker U19-Coach. Für den BVB ist die Luft nach der 2:4-Niederlage gegen die Talente des VfL Wolfsburg dünn. Aktuell liegen die Schwarz-Gelben nur auf Platz fünf in der Sechsergruppe - und wäre damit nicht für die K.o.-Phase im Titelrennen qualifiziert. Nur die ersten vier Mannschaften kommen weiter.

BVB-Talente sind weniger eingespielt als ihre Gegner
Auch für das Duell mit den Königsblauen sieht Borussen-Trainer Felix Hirschnagl sein Team eher in der Außenseiterposition. Auf der vereinseigenen Homepage meinte Hirschnagl nach dem Wolfsburg-Duell: „Wir werden immer die Mannschaft sein, die weniger eingespielt ist als der Gegner, weil in diesem Jahr personell im U19-Jahrgang sehr viel passiert ist.“ Hirschnagl fordert: „Deshalb müssen wir noch mehr Herz zeigen.“
Hinspiel-Derby ging klar an Dortmund
Im Hinspiel gegen Schalke 04 war der BVB klar überlegen und siegte im Parkstadion vor über 600 Fans deutlich 4:1. BVB-Talent Thierry Tazemeta gelang in diesem Derby ein Dreierpack. Schalke konnte wenige Sekunden vor dem Abpfiff lediglich etwas Kosmetik durch das Tor von David Goncalves Nascimento betreiben.
„Wir werden unsere Herangehensweise im Derby nicht ändern. Um gegen Schalke zu bestehen, müssen wir über 90 Minuten noch mehr Herz investieren. Ich erwarte von den Jungs, dass sie alles reinhauen“, sagte BVB-Trainer Felix Hirschnagl vor diesem Derby.


