Jakob Fimpel, ehrgeiziger Trainer der Schalker U23, hasst Niederlagen wie die Pest. Nach dem 1:1 (0:1) im Regionalliga-Heimspiel gegen die Reserve des SC Paderborn rümpfte der 36-Jährige die Nase. Auch ein Unentschieden ist nicht das, was Fimpel sehen möchte. „Es war ein gerechter Punkt“, bilanzierte der Schalker U23-Coach, um dann kritisch nachzuschieben: „Wir müssen ehrlich sein und uns brutal steigern.“
Beim Saisonauftakt in Wiedenbrück (1:2) fehlte der Schalker U23 die nötige Portion Selbstvertrauen. Viele Offensivaktionen blieben unvollendet oder wurden ohne die nötige Konsequenz ausgeführt. Gegen Paderborn bot sich ein ähnliches Bild. Im ersten Durchgang - das mussten auch Schalkes Zweitliga-Coach Miron Muslic und S04-Sportvorstand Frank Baumann als Beobachter registrieren - gab es kaum Spannungsmomente im gegnerischen Strafraum. Ausnahme: Der knackige Schuss, den Mauro Zalazar abfeuerte und damit kurz vor dem Pausenpfiff an SCP-Torwart Florian Pruhs scheiterte. Zalazar zählte neben Henning Matriciani, Mertcan Ayhan, Martin Wasinski und Keeper Luca Podlech zu den fünf Jungprofis, die im königsblauen Regionalliga-Team aufliefen.

Schalke U23: Jakob Fimpel legt den Finger in die Wunde
Jakob Fimpel redete nicht groß um die offensive Problematik herum. „Was wir auf das Tor bringen, ist einfach zu wenig. Wir hatten eher Ballverluste, als dass wir uns entscheidend durchsetzen konnten.“ Ohne Sturm-Hoffnung Gerrit Wegkamp, den die Schalker für eine Saison vom frischgebackenen Drittligisten MSV Duisburg ausgeliehen haben, fehlt der Spielertyp, der permanent Alarm im vorderen Drittel macht oder seine Teamkollegen freiblockt. Wegkamp kuriert aktuell seinen Muskelfaserriss aus. Möglicherweise kommt auch das nächste Auswärtsspiel in Siegen noch zu früh für den erfahrenen Knipser.

Lasogga muss bei offensivschwachen Schalkern wieder ran
Da auch Sturm-Talent Bojan Potnar verletzt passen musste, waren die königsblauen Sturm-Optionen dünn gesät. Jakob Sachse, der immerhin den Elfmeter zum 1:1 durch Yassin Ben Balla herausholte (72.), konnte sich bei seinem 80-minütigen Einsatz nur eine weitere gefährliche Aktion erarbeiten. So war Jakob Fimpel gezwungen, erneut Co-Trainer Pierre-Michel Lasogga ins Gefecht zu schicken.

Fimpel: „Mit Pierre-Michel ist es ein anderes Spiel“
Der Ex-Herthaner hatte sich ein paar Minuten aufgewärmt und sorgte dann immerhin sofort für Belebung in der Schalker Offensive. Eine Dauerlösung kann die Joker-Rolle für den Fimpel-Assistenten allerdings nicht sein. „Mit Pierre ist es ein anderes Spiel“, sagt der Schalker Trainer und blickt voraus: „Ich hoffe, dass Gerrit Wegkamp in spätestens zwei Wochen dabei ist. Dann sollten sich die Einsätze für Pierre-Michel Lasogga auch erledigt haben.“

Schalke verteidigt schwach - und kassiert den Rückstand
Die Schalker U23, die defensiv zunächst lange Zeit sicher wirkte, geriet durch einen schwach verteidigten Paderborner Angriff ins Hintertreffen. „Es war eine Kette von Fehlern“, meinte Schalkes Mittelfeldspieler Paul Pöpperl treffend. Er hätte auch formulieren können: Viel einfacher kann man einen Treffer nicht fangen. Paderborns Torhüter Flo Pruhs spielte auf die Sechser-Position, von dort wurde Stürmer Georg Ermolaev auf die Reise geschickt. Kein Schalker Spieler war in der Lage, in dieser Situation ein Foul zu ziehen und das drohende Tor zu verhindern. Nach 35 Minuten stand es 0:1.

Mehr Impulse durch Schalker Einwechslungen
Im zweiten Durchgang wechselte Jakob Fimpel dann neben Lasogga auch Wirbelwind Tristan Osmani, Außenbahnspieler Max Hauswirth und Talent Jean Paul Ndiaye ein, sorgte dadurch für einige Impulse mehr. „Wir hatten nach den Einwechslungen mehr Energie, haben es dann über die Wucht und den Willen probiert“, resümierte Jakob Fimpel. Der verwandelte Foulelfmeter von Yassin Ben Balla brachte Schalkes Reserve dann immerhin den ersten Saisonpunkt.

Paderborns Thomas Bertels: „Man merkt: Wir stehen am Saisonanfang“
Schalkes Coach war mit dem Resultat nicht zufrieden, aber sein Kollege Thomas Bertels auch nicht. „Wir haben heute keine guten Lösungen gefunden. Man merkt, dass wir am Saisonanfang stehen. Wir haben recht pragmatischen Fußball gespielt. Ehrlich gesagt habe ich damit aber überhaupt kein Problem. Wir haben beim 3:0 gegen Borussia Dortmunds U23 und jetzt gegen Schalkes U23 zweimal Intensität und Energie auf den Platz gebracht“, stellte Paderborns U23-Trainer fest. Schön kommt dann eben später. Bertels: „Nur, weil wir eine Ausbildungs-Mannschaft sind, müssen wir nicht 34 Spieltage Tiki-Taka spielen. Unsere Aufgabe besteht in der Ausbildung und darin, die Klasse zu halten.“
Schalke U23: Podlech - Lamby, Dietrich, Ayhan, Matriciani (68. Hauswirth) - Pöpperl, Ben Balla, Wasinski (68. Khadr), Gashi (68. Lasogga) - Zalazar (46. Osmani), Sachse (80. Ndiaye). Tore: 0:1 (35.) Ermolaev, 1:1 (72.) Ben Balla (Foulelfmeter). Zuschauer: 250.
Vor dem Spiel:
Der Begriff „Angstgegner“ trifft aus Sicht der Schalker U23 auf einen Regionalliga-Konkurrenten exakt zu. Gegen die U23 des SC Paderborn setzte es in der vergangenen Saison eine 0:4-Niederlage zuhause und eine 0:2-Pleite auswärts. Beide Teams trafen sich in der Winterpause noch zu einem dritten Vergleich: Auch der ging mit 1:5 mehr als deutlich an die Ostwestfalen. Heute (14 Uhr, Parkstadion) werden die Karten neu gemischt. Neue Saison, neues Glück?
Schalke U23 - Paderborn U23: Der Live-Ticker zum Nachlesen
Jakob Fimpel, Trainer der Schalker U23, befindet sich mit seiner Mannschaft keineswegs in der Favoritenrolle. Nach wie vor gibt es einige Ausfälle. Zudem ist der königsblaue Kader noch längst nicht komplett. „Bis zu diesem Wochenende wird kein neuer Spieler hinzukommen“, erklärt der 36-Jährige. Das soll sich bis zur Schließung des Sommer-Transferfensters noch ändern. Das Motto in den ersten Spielen heißt für Schalke „irgendwie durchkommen.“
Schalkes Trainer Fimpel: „Zu ängstlich“
Beim Saisonstart in Wiedenbrück klappte das nicht: Die Mölders-Elf besiegte den S04-Unterbau in einer umkämpften Partie 2:1. „Wir haben das Spiel aufgearbeitet und den Jungs einige Szenen gezeigt. Die Gegentore waren in der Entstehung ärgerlich. Wir sind gegen Wiedenbrück zu ängstlich gewesen. Nach vorne waren wir einfach zu harmlos“, moniert Jakob Fimpel.
Immerhin konnte Neu-Stürmer Jakob Sachse (19) das zwischenzeitliche 1:1 erzielen und als Stürmer in der Schalker Reserve durchaus überzeugen. Auch gegen die Bischofsstädter wird wieder viel Hoffnung auf dem Ex-Leipziger Sachse lasten, weil zwei andere Schalker Stürmer ausfallen. „Bojan Potnar und Gerrit Wegkamp werden nicht zur Verfügung stehen“, verrät der U23-Coach. Routinier Wegkamp, der für ein Jahr auf Leihbasis von Drittliga-Neuling MSV Duisburg nach Schalke kam, laboriert an den Nachwirkungen eines Muskelfaserrisses.

Schalke U23: Wegkamp soll nächste Woche ins Training einsteigen
„Ich hoffe, dass Gerrit Wegkamp nächste Woche ins Training einsteigen kann“, sagt Jakob Fimpel. Bei Bojan Potnar wird ebenfalls die kommende Woche anvisiert. Fimpel: „Er hat nichts Wildes, es könnte eine Zerrung sein. Wenn wir es jetzt gegen Paderborn hätten erzwingen wollen, dann wäre er auch dabei gewesen. Aber wir wollen jetzt kein Risiko eingehen.“ Kurzfristig hat sich entschieden, dass die U23 Unterstützung aus dem Zweitligakader bekommt: Neben Martin Wasinski, der schon in Wiedenbrück dabei war, sind auch Henning Matriciani, Mauro Zalazar und Mertcan Ayhan mit dabei,
Der Sturm-Plan sieht vor, den Mann, der eigentlich seine aktive Laufbahn im Juni beendet hatte, erneut als Joker ins Getümmel zu werden. Beim Spiel in Wiedenbrück hatte Pierre-Michel Lasogga einen überraschenden Kurzeinsatz und sorgte in seinen rund 15 Spielminuten durchaus für Dampf im gegnerischen Strafraum. Auch dieses Mal sitzt „Lasso“ auf der Bank.

Lasogga hat keine einzige Trainingseinheit absolviert
Die Kehrseite der Medaille: Ex-Profi Lasogga hat in den vergangenen Wochen keine einzige Trainingseinheit als Aktiver absolviert, sondern in seiner neuen Rolle als Co-Trainer die Einheiten mitgestaltet und den jungen Schalke-Spielern Tipps gegeben. Ihn jetzt erneut als Notlösung einzusetzen, wäre zwar eine Kurzzeit-Hilfe und ihm auch hoch anzurechnen, aber unter dem Strich kein Ruhmesblatt für die Schalker Kaderplanung. Jakob Fimpel wird darüber nicht groß nachdenken - ihm geht es als Trainer verständlicherweise darum, mit seinem Team neben der eigentlichen Ausbildung das bestmögliche sportliche Ergebnis zu erzielen. Und da täte den Schalkern nach der Auftaktniederlage ein Erfolgserlebnis gut.
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„Ich würde mich freuen, wenn wir punktetechnisch in die Spur kommen“, sagt der Schalker Regionalliga-Coach, der im vergangenen Jahr zweimal interimsweise bei den S04-Profis ausgeholfen hat. „Wir müssen insgesamt selbstbewusster spielen. Wenn uns das gelingt, werden wir auch eine gute Entwicklung nehmen“, ist Fimpel überzeugt. Gegner Paderborn schätzt er als „sehr lauffreudig“, „körperlich gut“ und „äußerst fleißig“ ein. Durch das 3:0 über Borussia Dortmunds U23 hat das Team von Ex-Schalke-U17-Trainer Thomas Bertels zum Start gleich ein fettes Ausrufezeichen gesetzt. Ein zweites Paderborner Ausrufezeichen will Schalke verhindern.


