Der SC Wiedenbrück, am Samstag um 14 Uhr Auftaktgegner der Schalker U23 in der Regionalliga West, hat neue Umgangsformen eingeführt. Ab sofort sind flapsige Begriffe wie „Digga“, „Brudi“ oder „Alter“, mit denen Spieler oftmals Situationen oder Entscheidungen auf dem Platz kommentieren, verboten.
Wiedenbrücks Trainer Sascha Mölders, der früher bei Rot-Weiss Essen und dem MSV Duisburg im Ruhrpott gespielt hat, streicht in der vereinseigenen Stadionzeitung „Wir Wiedenbrücker“ heraus: „Die Grundlage von allem ist ja, dass wir hier einen vernünftigen Umgang miteinander finden. Und wir haben hier nun mal keinen Brudi, keinen Digga und auch keinen Alter.“ Sascha Mölders leitet den SCW zusammen mit seinen Assistenten Dominik Sammer sowie Mariusz Rogowski an. Ihm ist die respektvolle Anrede mit Vornamen wichtig.

Ex-Essener Mölders: „...der bekommt eine Ansage“
Worauf es dem früheren Kultstürmer des TSV 1860 München ebenfalls ankommt, ist eine hundertprozentige Einstellung. Mölders: „Wer hier mit dem Händen abgestützt in der Hüfte irgendwo rumsteht, bekommt gleich eine Ansage.“ Der Wiedenbrücker Coach streicht heraus: „Wir wollen Spannung haben und zeigen, dass wir konzentriert sind. Wir können hier immer jeden Spaß machen, aber es braucht eben auch Regeln und Dinge, die nicht gehen. Da gibt es dann auch keine Toleranz.“ Genau das hätten seine Jungs bereits verinnerlicht.
Mölders: „Wenn sich einer entschuldigt, ist die Sache vergessen“
Den Strafenkatalog anwenden muss Mölders mit seinem Trainer-Team bisher kaum. „Zum Glück kommt es eigentlich nie soweit“, sagt der Ex-Augsburger und ergänzt: „Die Jungs wissen ziemlich genau, wie weit sie gehen können. Denn eins ist klar: Wenn hier jemand einen Fehler macht und sich dafür entschuldigt, ist die Sache vergessen. Aber: Die Mannschaft steht über allem und wenn sich jemand vernünftig verhält und meint, er selbst sei wichtiger, dann ist bei mir sofort Ende.“


