Sie kämpften, sprangen, schmetterten, aber am Ende standen sie doch mit leeren Händen da: Die Volleyballerinnen des TC Gelsenkirchen unterlagen im Spitzenspiel der Verbandsliga gegen die Gäste des STV Hünxe knapp aber verdient mit 1:3.

Dabei ging es so gut los für das Team von Trainer Gerd Hemforth, dessen Schützlinge sich nicht nur einer hochmotivierten Gäste-Mannschaft sondern auch lautstarken Fans stellen musste. Die kleine Turnhalle an der Georgstraße bot kaum Platz für die zahlreichen Zuschauer, die sich das Duell des Spitzenreiters mit dem Verfolger nicht entgehen lassen wollten. Dass es in dieser Partie von Beginn an hoch her ging, war schon weit außerhalb der Halle zu hören. Mächtige Trommelschläge begleiteten jeden Punkt. Die „Hünxe Ultras“ machten natürlich keinen Hehl daraus, wen sie am Ende siegen sehen wollten.

Volle Konzentration auf den Ball: Libera Luisa-Marie Gebauer von TCG.
Volle Konzentration auf den Ball: Libera Luisa-Marie Gebauer von TCG.© Heinrich Jung

Dementsprechen motiviert und angriffslustig gestalteten die Gäste auch die ersten Minuten der Partie. Gingen mit zwischenzeitlich fünf Punkten in Führungen. Aber die in feuerroten Trikots spielenden Spitzenreiterinnen, zeigten, dass sie nicht grundlos die Tabelle anführten. Mit eindrucksvollem Kampfgeist und Schmetterbällen von Jacqueline „Jacke“ Willim, die ebenso donnernd wie die Trommelschläge auf dem Feld der Gäste einschlugen, kamen die Gelsenkirchenerinnen Punkt für Punkt an Hünxe heran. Gute Nerven bewiesen sie in den entscheidenden Punkten um den Satzgewinn, in denen der Ball neun-, zehnmal die Seite wechselte und spektakuläre Rettungstaten auf beiden Seiten keine Seltenheit waren. Schließlich rissen die Gastgeberinnen die Arme hoch und die Trommeln verstummten für einen Augenblick, denn es hieß: 25:23 für die Gastgeberinnen.

Umstrittener Punkt in Satz drei

Statt sich von dieser Satzniederlage demotivieren zu lassen, drehten die Verfolger aus Hünxe in Durchgang zwei richtig auf und sicherten sich den Satz mit 25:18. Im dritten Durchgang ging es wieder knapper zu. Es folgte ein Schlagabtausch nach dem anderen. Ein enger Satz, in dem sich keines der beiden Teams wirklich absetzten konnte. Beim Stand von 24:25 aus Sicht der Gelsenkirchenerinnen folgte die wohl spielentscheidende Szene.

Wieder war des „Jacke“ Willim, die sowohl mit rechts als auch mit links ihre Bälle im Feld des Gegners unterbringt. Willim wuchtete den Ball unerreichbar für die Gegnerinnen übers Netz, Gelsenkirchen feierte, doch der Schiedsrichter entschied auf Aus: fassungslose Gesichter auf der einen, Jubelstürme auf der Anderen Seite. TCG-Trainer Hemforth konnte es kaum glauben.

Fest aber stand: Statt eines 25:25-Ausgleichs ging Satz zwei auf das Konto der Gäste. „Klar, wenn der Ball drin ist, so wie wir es eigentlich alle gesehen haben, dann stehen die Chancen für eine 2:1-Satzführung für uns nicht schlecht“, sagte der TCG-Trainer nach dem Spiel. Relativierte aber: „Auch klar ist, die Fehler, die haben wir vorher gemacht. Ein Punkt ist nicht ausschlaggebend für einen ganzen Satz. Wenn wir vorher die unnötigen Fehler vermeiden, kommen wir gar nicht in diese Situation.“ Gemeint war damit auch, dass seine Mannschaft die Vorgaben und die in der Woche trainierten Aspekte nicht gut umgesetzt hat. Druck, Anspannung und Nervosität taten bei diesem Spitzenspiel wohl ihr übriges.

TCG-Gerüst wackelt

Und so wackelte das TCG-Gerüst im folgenden Satz noch deutlicher. Mit 25:13 ging auch der Durchgang und damit der Sieg an die Gäste.

War enttäuscht, dass die Vorbereitung auf das Spitzenspiel keine Früchte getragen hat: Trainer Gerd Hemforth vom TC Gelsenkirchen.
War enttäuscht, dass die Vorbereitung auf das Spitzenspiel keine Früchte getragen hat: Trainer Gerd Hemforth vom TC Gelsenkirchen.© Heinrich Jung

Für den avisierten Aufstieg des TCG sind das keine guten Vorzeichen. Zwar bleiben die Gelsenkirchenerinnen vorerst mit 36 Punkten an der Spitze. Hünxe (35 Punkte) hat allerdings noch ein Nachholspiel in petto. „Wir konzentrieren uns jetzt voll und ganz auf unsere verblieben zwei Spiele. Die wollen wir gewinnen. Was Hünxe macht, liegt nicht in unserer Hand. Allerdings muss die Mannschaft auch noch in Hilden antreten. Da sind sie schon im vergangenen Jahr gestrauchelt. Vielleicht ergibt sich für uns ja doch noch die Chance auf den direkten Aufstieg“, hofft Hemforth. Was dem TCG-Trainer nämlich gar nicht in den Kram passen würde: „Die Relegation. Das wäre zusätzlich sieben sehr anstrengende Wochen für das Team.“ Umso bitterer, dass im Spitzenspiel keine Punkte in Gelsenkirchen blieben.

Aber zumindest eine TCG-Akteurin stand am Ende des Tage doch nicht ganz mit leeren Händen da: Geburtstagskind Nadine Müller bekam von ihrer Mannschaft eine große Schoko-Torte überreicht.