Basketball

Schalke auf Spielersuche

Dieses Team ist Geschichte: In dieser Formation wird der Basketball-Regionalliga-Meister FC Schalke 04 nie wieder antreten.

Dieses Team ist Geschichte: In dieser Formation wird der Basketball-Regionalliga-Meister FC Schalke 04 nie wieder antreten.

Foto: Funke Foto Services

Gelsenkirchen.   Nachdem Trainer Raphael Wilder seinen Vertrag bei den Basketballern des FC Schalke 04 um ein Jahr verlängert hat, baut er nun das neue Team für die kommende Saison in der 2. Liga Pro B auf.

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Wie baut man eigentlich eine neue Basketball-Mannschaft für die 2.Liga Pro B auf? Vielleicht kann man sich die Sache so vorstellen: Auf dem Tisch liegt ein großer Zettel. Auf diesem Zettel steht oben eine Zahl. Das ist die Summe, die man für die ganze Saison ausgeben darf. Darunter stehen die Zahlen eins bis zwölf, die Felder hinter diesen Zahlen sind leer. Am Ende des Prozesses werden dort die Namen von zwölf Basketballern stehen. Und diese zwölf Spieler zusammen dürfen dann nicht mehr kosten, als die Summe oben auf dem Zettel vorgibt.

Vor so einem Zettel sitzt jetzt Raphael Wilder. Der Trainer, der mit den Basketballern des FC Schalke 04 den Aufstieg in die Pro B geschafft hat, hat am Sonntag - wie berichtet - seinen Vertrag bei den Schalkern um ein Jahr verlängert. Noch hat er keinen einzigen Spieler für die neue Saison. Der Grund dafür ist, dass die Regeln in der Pro B andere sind als bisher in der Regionalliga.


Die neuen Regeln:
Die Schalker „Starting Five“ in der Regionalliga hätte so aussehen können: Patrick Carney (Irland), Andrius Mikutis (Litauen), Chris Alexander (USA), Atanas Penev (Bulgarien) und Rishi Kakad (Großbritannien). Fünf Ausländer? Kein Problem. Damit ist es in der Pro B jetzt vorbei. Es dürfen maximal zwei Ausländer gleichzeitig auf dem Parkett stehen. Der deutsche Basketball versucht mit dieser Bedingung, seinen deutschen Talenten Spielpraxis in einer höheren Liga zu verschaffen und will damit ein Fundament für eine Verbesserung der Nationalmannschaft legen.


Die Auswirkungen:
Wilder, der vom Vorstand erneut die komplette sportliche Verantwortung in die Hand gelegt bekam und alleine sein Team aufbauen darf, muss also den bisherigen Kader umstellen. Dabei sagt er über sein bisheriges Team: „Das war eines der besten, die ich je trainiert habe.“ Hilft nichts: In der kommenden Saison dürfte es in einem Zwölfer-Kader der Schalker nur noch drei Ausländer geben.


Die Herangehensweise:
„Zuerst“, sagt Wilder, „werde ich jetzt die deutschen Spieler suchen.“ Er wird dafür zuerst mit den Spielern aus seinem bisherigen Kader sprechen und sehen, wer auch in der nächsten Saison im Schalker Trikot auflaufen wird. Die deutschen Spieler will Wilder möglichst schnell unter Vertrag haben. Noch laufen die Playoffs und die Playdowns in der Pro B, daher sind manche Spieler noch nicht zu Verhandlungen bereit. Doch die Zusammenstellung des deutschen Kaders ist laut Wilder wohl eher eine Sache von wenigen Wochen, nicht von Monaten.


Die Ausländerpositionen:
„Ich denke mal, drei“, antwortet Wilder auf die Frage, wie viele Spieler aus dem Ausland er im zukünftigen Kader haben wird. Dies können auch Spieler sein, die in der vergangenen Saison mit den Schalkern aufgestiegen sind. Wilder will mit allen sprechen, aber eben erst dann, wenn er die deutschen Spieler zusammen hat. „Erst dann weiß ich, schließlich welche Positionen ich im Team noch besetzen muss.“
Der Zeitrahmen:
Während es bei den deutschen Spielern schnell gehen wird, glaubt Wilder: „Bei den US-Amerikanern kann es dauern. Die Jungs warten auf die Angebote, erst dann sehen sie weiter.“ Aber so ist das Geschäft, keine wirkliche Neuigkeit. Auch einen Termin für den Trainingsauftakt hat Wilder noch nicht. „Ich fange doch gerade erst mit der Zusammenstellung der neuen Mannschaft an“, sagt er.


Die Ziele:
Die Schalker, da sind sich Vorstand und Trainer einig, müssen die Klasse halten. Sonst würde das zarte Pflänzchen der Basketball-Begeisterung in Gelsenkirchen wohl rasch wieder verkümmern. Also baut Wilder eine Mannschaft zusammen, die es sicher unter die ersten Acht der Tabelle und damit in die Playoffs schaffen soll.


Die Vorteile:
Die Schalker haben beim Aufbau des neuen Teams eine Menge zu bieten. Mit dem Hauptverein im Rücken sind sichere Gehälter garantiert. Es gibt drei Wohnungen für auswärtige Spieler, zu den Wohnungen gehören zwei Autos, und es gibt natürlich eine unschlagbare medizinische Versorgung: Die Basketballer kommen in den Genuss der medizinischen Abteilung der Schalker Profi-Fußballer.


Die Nachteile:
Die Schalker tragen ihre Liga-Spiele in Erle in der Halle an der Mühlbachstraße aus. 1100 Zuschauer-Plätze sind für den Alltag genug, aber es gibt eben bei Spitzenspielen keine Möglichkeit, mal mehr Fans unterzubringen. Und sollte es tatsächlich irgendwann bis in die Pro A gehen, wird das Hallenproblem noch größer. Denn in der Pro A verlangt die Spielordnung auch Tribünen unter den Körben, und das ist an der Mühlbachstraße - bislang jedenfalls - noch nicht möglich.


Die Sponsoren:
„Da kommt eine Menge Arbeit auf mich zu“, sagt Tobias Steinert. Er ist im Vorstand der Basketballer für das Marketing zuständig und ist längst dabei, sich um weitere Geldgeber für die 2. Liga zu kümmern.

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