Hubert Beck geht

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Der Chefcoach muss auf ärztlichen Rat aufhören. Abschied mit einem glanzvollen Sieg bei der BV Chemnitz. Boris Kaminski tritt ab sofort die Nachfolge an

BASKETBALL PRO-A-LIGA BV Chemnitz Schalke 04 60:95 Chemnitz: Fairley (9), Baker (6), St. Ahnsehl (2), Shelton (12), Russel (2), Simmons (4), Rülke (3/1), Worenz (6), Sa. Ahnsehl (2), Raffington (12), Klink (2), Freimuth.

Schalke 04: Pryor (11/1), Cole (15), Rueter (3/1), Scruggs (2), Schille (7/2), Chaney (22/5), Simin (5/1), Witt (19/2), Cöllen (3), Hird (8).

Eine gute und eine schlechte Nachricht von den Schalker Basketballern. Die gute: Die Mannschaft von Trainer Hubert Beck gewann überraschend und souverän bei der ebenfalls abstiegsgefährdeten BV Chemnitz 95:60 (47:33). Die schlechte: Der Chefcoach nimmt nach diesem Erfolg wieder einmal Abschied von den Königsblauen.

Ob dieser Mitteilung rückt das Spielgeschehen erst einmal in den Hintergrund. Freiwillig geht Hubert Beck nicht, sondern auf ärztlichen Rat. Der 58-Jährige erlitt am 19. Januar vor dem Spiel in Nördlingen einen Hörsturz. Die Diagnose ist erst seit Freitag bekannt. Beck: "Meine Gesundheit geht vor. Ich möchte auch die nächsten dreißig Jahre noch gut hören. Bei den Geräuschpegeln in den Hallen übernehmen die Ärzte keine Verantwortung."

Die Diagnose und ihre Folgen sind ein Schock. "Für den Verein ist Hubert Beck unheimlich wichtig. Das hat er nach seiner Rückkehr gezeigt, als er die Mannschaft wieder in die Spur gebracht hat", sagt Manager Boris Liebing. Auch Beck geht ungern und will eigentlich nicht: "Ich werde involviert bleiben und im Hintergrund arbeiten", kündigt der Diplom-Sportlehrer an.

Doch da wird auch sein Nachfolger ein Wörtchen mitreden wollen. Anfang dieser Woche sollen die Modalitäten geklärt werden. Den Platz von Hubert Beck auf der Bank wird Boris Kaminski einnehmen. Der 28-Jährige kommt vom 1. Regionalligisten GV Waltrop, für den weder nach oben noch nach unten nichts mehr möglich ist. Gestern Nachmittag erhielt Kaminski die Freigabe. "Wir haben schon lange Kontakt zu Boris Kaminski. Er war Kandidat für die nächste Saison und erhält nun einen Vertrag bis Juni 2009", erklärt Boris Liebing.

Kaminski wird ein schweres Erbe antreten, zumal der Klassenerhalt der Schalker noch keineswegs gesichert ist - auch wenn die Chancen jetzt wieder deutlich gestiegen sind.

Was Hubert Beck in der kurzen Zeit - im November beerbte er Keith Gray - in der Lage war, aus der desolaten Mannschaft zu machen, hat er eindrucksvoll am Samstag bewiesen. Die Schalker beendeten das Spiel bei 95 Punkten mit Saisonrekord. "Das war mit Abstand die bisher beste Leistung", freut sich der scheidende Coach. Nur kurz vor der Halbzeit habe sein Team geschwächelt, und beim Stande von 92:49 die Zeit nur noch heruntergespielt. "Das war ein Superspiel. Wir haben Chemnitz nie eine Chance gelassen, es vollkommen aus dem Spiel genommen", resümierte Beck.

Das war der Lohn der Arbeit unter der Woche, vor allem im psychologischen Bereich. Die Spieler haben begriffen, was sie vor Wochenfrist gegen Langen falsch gemacht haben. "Sie haben die Analyse perfekt umgesetzt", lobt der Trainer, der besonders erfreut war, dass US-Zugang Tyler Chaney endlich gezeigt hat, wozu er fähig ist. Mit 22 Punkten, fünf von sechs Dreiern, drei von drei Freiwürfen, drei Assists und sechs Rebounds war er der effektivste Spieler. Auch Center Alonzo Hird überzeugte endlich als Rebounder. Jeweils fünf Offense- und Defense-"Abpraller" standen für den Amerikaner zu Buche.

Während Schalke das Spiel nach Belieben dominierte, Aufbauspieler Matt Witt seine Teamkollegen immer wieder geschickt in Szene setzte, bekam der Gastgeber kein Bein aufs Parkett. Selbst gegen die Zone hatte das Beck-Team diesmal null Probleme. "Ich bin maßlos enttäuscht und kann nicht verstehen, wie sich meine Mannschaft so präsentieren konnte", konstatierte Chemnitz-Coach Bill Magarity nach der indiskutablen Leistung. Hubert Beck verließ die Halle mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

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