FUSSBALL

Die SG Eintracht entfacht Streit um Bauzaun im Südstadion

Für die Verkehrssicherungspflicht in den städtischen Anlagen ist Gelsensport verantwortlich. Rechtlich reicht es, wenn Schilder vor der Gefahr warnen, wie hier im Südstadion, der Heimat der SG Eintracht Gelsenkirchen 07/12.

Foto: SGE

Für die Verkehrssicherungspflicht in den städtischen Anlagen ist Gelsensport verantwortlich. Rechtlich reicht es, wenn Schilder vor der Gefahr warnen, wie hier im Südstadion, der Heimat der SG Eintracht Gelsenkirchen 07/12. Foto: SGE

Gelsenkirchen.   Der Verein beklagt sich öffentlich über das Aufstellen von Barrieren. Gelsensport kontert: Haben nur für die Sicherheit auf der Anlage gesorgt.

Für Irritationen hat eine Veröffentlichung der SG Eintracht Gelsenkirchen 07/12 auf deren Homepage gesorgt. Unter dem Titel „Gelsenkirchener Lösung: Fußball hinter Gittern...“ beklagt sich der Verein, dass im Südstadion, der Heimat der SG, die Stadt Gelsenkirchen hunderte Meter Bauzaun aufgestellt und damit auf die starke Baufälligkeit des 1967 eröffneten Stadions am Haidekamp in Ückendorf reagiert hat.

„Da eine Sanierung der sportlichen Heimat von zwölf Jugendmannschaften mit Jungen und Mädchen im Alter von vier bis 19 Jahren sowie zwei Seniorenmannschaften bisher vernachlässigt und derzeit auch nicht konkret vorgesehen ist, setzt die Stadt auf diese ‘Gelsenkirchener Lösung’“, ist bei der SG zu lesen.

Und der Vorstand der SG Eintracht 07/12 schreibt: „Wir hielten diese sicherlich nicht billige Maßnahme anfangs für einen schlechten Scherz und hoffen, dass das wirklich nur eine vorübergehende Sache ist, bevor die Stadt die über Jahrzehnte verschlafene Sanierung angeht. Der Verein zählt fast 500 Mitglieder, davon mindestens die Hälfte Kinder und Jugendliche. Dieser Zustand ist eine Zumutung für diejenigen, die bei der SG Eintracht ihre sportliche Heimat gefunden haben - und auch für die zahlreichen ehrenamtlich Engagierten und die Zuschauer im Stadion. Diese Zaunlandschaft ist ein Sinnbild für den Verfall vieler Sportstätten in der Stadt.“

Heftige Reaktionen hat dieser Beitrag auch bei Facebook ausgelöst. Das rief nun Gelsensport, das Sportmanagement der Stadt Gelsenkirchen, auf den Plan. „Ich kann das nicht nachvollziehen“, sagt Thomas Kinner, Vizepräsident bei Gelsensport, der WAZ merklich überrascht. „Das war vorher mit dem Verein abgesprochen.“

Flatterband und Bauzaun haben etwas gedauert. „Aber der Verein war damit einverstanden“, sagt Thomas Kinner, der mit dem 1. Vorsitzenden der SG, Jens Polleit, gesprochen hatte. Kinner: „Wir hatten die Wahl, entweder einen Bauzaun aufzustellen und uns um eine Lösung zu bemühen, oder keinen Bauzaun aufzustellen und die Anlage einfach zu schließen.“

Für Gelsensport ging es um zweierlei. Zum einen sollten die baufälligen Stehplatzränge gesichert werden, damit keine Unfälle passieren. Und nun soll sorgfältig geprüft werden, was zu machen ist. „Der Zaun ist keine Dauerlösung. Wir sind aber auch auf der Suche nach Lösungen“, sagt Kinner, der aber das Vorgehen des Vereins beklagt: „Der Verein hat sich bei uns nicht gemeldet und geht gleich an die Öffentlichkeit. Es ist fraglich, ob das der richtige Weg ist.“

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