Baketball

Der FC Schalke 04 hat einen neuen Ami

Der neue US-Amerikaner der Schalker: Courtney Belger kommt von den Itzehoe Eagles.

Der neue US-Amerikaner der Schalker: Courtney Belger kommt von den Itzehoe Eagles.

Foto: Michael Richter

Gelsenkirchen.   Die Basketballer des FC Schalke 04 haben sich schneller mit einem US-Boy verstärkt als gedacht: Aufbauspieler Courtney Belger (26) wird das Aufsteiger-Team in der 2.Liga Pro B verstärken.

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Die Welt ist groß, aber durch die modernen Kommunikationsmittel rückt sie immer enger zusammen. Früher wäre es undenkbar gewesen, heutzutage funktioniert es mit einer Selbstverständlichkeit: Courtney Belger, der neue US-Spielmacher der Basketballer des FC Schalke 04, ist im Moment in Australien. Aber nach der Kontaktaufnahme und einem langen Gespräch am Telefon schickte er seinen Vertrag nach sechs Stunden mit einer Unterschrift per E-Mail nach Gelsenkirchen zurück.

Raphael Wilder kann noch gar nicht glauben, wie schnell die Sache über die Bühne gegangen ist. Er hatte mit einer mehrwöchigen Suchaktion gerechnet, für die er bereits ein Spieler-Profil vorbereitet hatte. In Wilders Profilen ist akribisch verzeichnet, was ein Spieler können muss, was von ihm beim FC Schalke erwartet wird, und was für den Spieler dabei an Geld und Gegenleistungen drin ist.

Dieses Profil, mit dem der Coach einen Aufbauspieler suchte, wollte er gerade an die Agenten in den USA, in Europa und Deutschland schicken, als sein Telefon klingelte. Am anderen Ende: Ein Spielervermittler, den der Schalker erst kurz zuvor kennen gelernt hatte. Das Gespr ch kam auf Courtney Belger, doch Wilder winkte ab. Dann legte er auf.

„Ich habe nachgedacht, und mir fiel ein, dass ich ihn ja kenne. Dann habe ich mir seine Statistiken angeschaut, habe mit ein paar Basketballern gesprochen, die ihn gut kennen, und dann wusste ich sofort: Das ist er!“

Wilder schickte das Anforderungsprofil erst gar nicht mehr auf die elektronische Mail-Reise um die Welt. Er ließ sich die Handy-Nummer von Belger geben und erreichte den Amerikaner in Australien, wo er gerade bis zum Sommer Basketball spielt. Das Gespräch dauerte eine Stunde, danach war klar: Schalke und Belger wollen in Zukunft zusammen arbeiten.

Den Vertrag, den die Königsblauen nach Australien schickten, hatte den Zusatz: „Gilt nur, wenn er in 24 Stunden unterschrieben zurück ist.“ Sechs Stunden später war der Kontrakt mit Unterschrift zurück, und Belger ist ein Schalker.

Am 6. August startet das Aufsteiger-Team in die Vorbereitung zur Saison in der 2. Liga Pro B. Belger ist der einzige Spieler, der schon am 4. August in Gelsenkirchen sein muss. „Er soll die Zeitumstellung schon beim ersten Training überwunden haben“, so Wilder.

Der 26-jährige US-Boy, der in seiner Heimat für die Quincy University gespielt hatte, hat bereits drei Jahre in Deutschland hinter sich. Wilder erlebte ihn in der Zeit beim Regionalligisten TV Ibenbüren in den Spielen gegen Schalke. Aus Ibbenbüren wechselte Belger in die Pro B zu den Itzehoe Eagles, wo er in der vergangenen Saison im Schnitt 27 Minuten auf dem Feld stand und durchschnittlich auf 12,6 Punkte und 4,3 Assists kam.

Er erreichte mit den Eagles die Playoffs, doch am Ende der Saison gab es offensichtlich unterschiedliche Auffassungen über eine Vertragsverlängerung. Wie auch immer: Belger unterschrieb keinen neuen Vertrag in Itzehoe, sondern brach mit seiner Freundin - ebenfalls eine Basketballerin - nach Australien auf.

Belger soll zum Korb ziehen

Die Schalker haben sich nun aber nicht nur aufgrund der Statistik für Belger entschieden, es gab einen weiteren Hauptgrund: Nämlich das der 26-Jährige das Team unberechenbarer macht.

Mit Patrick Carney, mit Marco Buljevoc und mit Nikita Khartchenkov haben die Schalker bereits jede Menge gute Distanzschützen. Belger fügt nun eine weitere Dimension hinzu: Er ist nicht der begnadete Distanzwerfer, aber er kann mit seiner ausgeprägten Athletik blitzschnell zum Korb ziehen. Die Abwehr der gegnerischen Team muss damit immer zwei Varianten im Auge haben.

„Er wird uns also etwas geben, was uns im Team noch fehlt“, so Wilder. „Außerdem kennt er Deutschland, und ich bin sicher, dass er deshalb auch nicht mitten in der Saison Heimweh kriegen wird.“

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