Volleyball 2. Bundesliga

VV Humann war der Meister der Dramaturgie

Rissen das Spiel noch aus dem Feuer: Am Ende triumphierten die Humänner.

Rissen das Spiel noch aus dem Feuer: Am Ende triumphierten die Humänner.

Foto: Michael Gohl/FFS

Essen.  Nach einem 0:2-Satzrückstand und 20:22 im dritten Durchgang rissen die Essener das Spielgeschehen an sich und feierten den dritten Saisonsieg.

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VV Humann - TuB Bocholt 3:2 (17:25, 22:25, 25:23, 25:16, 15:10).
VVH:
Wojtczak, Gawryluk, Große-Westermann, B. Ketelsen, Köfler,Tertünte (n.e.), Bach, Mücke, Schön, Wiesche, Jux, Lukas Hußmann,Holthausen, Janscheidt.
Spielminuten: 109.
Wertvollster Spieler: Jan Holthausen.
Diese Dramaturgie lieben die Fans. Der Volleyball-Zweitligist VV Humann schien bereits am Ende, lag im Derby gegen den Tabellenzweiten TuB Bocholt nach Sätzen mit 0:2 zurück und im dritten Abschnitt mit 20:22. Die Gäste hatten Aufschlag und patzten. Cut!

Die Gastgeber am Ende wie aus einem Guss

Der Film am Hallo nahm eine überraschende Wendung. Den Punkt machten die Humänner und dominierten fortan die Partie. Humann gewann den dritten Durchgang mit 25:23 und zeigte keine Schwäche mehr. Wie aus einem Guss agierte der Gastgeber und sicherte sich mit dem 3:2-Erfolg den dritten Saisonsieg. „Wir hatten plötzlich die Sicherheit und haben wirklich gut gespielt“, sagt Trainer Jens Bräkling. „Es war dann gefühlt eine deutliche Angelegenheit für uns.“

Zunächst sah es allerdings so aus, als würde es ein ähnlich schlimmes Ende für die Humänner nehmen wie bei der misslungenen Heimpremiere gegen Kiel (0:3). Das Duell begann auf Augenhöhe, doch schon bald erspielte sich Bocholt Vorteile und setzte die gegnerische Annahme unter Druck. Dann verletzte sich auch noch Brar Ketelsen, der zuletzt beim Erfolg in Schüttorf zu den Leistungsträgern zählte, am Knie und musste raus. „Das hat uns noch mehr verunsichert“, analysiert Bräkling. Ob und wie lange Ketelsen ausfallen wird, ist noch offen.

Mit Holthausen kam die Wende

Zum Ende des zweiten Satzes durfte erstmals Jan Holthausen aufs Feld, und das änderte alles. „Er hat den entscheidenden Impuls gegeben und spielte herausragend“, lobt Bräkling. Holthausen zählt zweifelsohne zu den Top-Spielern beim VVH, doch nach seiner Verletzung zeigte er beim Comeback in Schüttorf eine eher mäßige Leistung. Dass er nun auch gegen Bocholt nicht in der Startaufstellung stand, mag ihn zusätzlich beflügelt haben. Aber auch der Rest im Team leistete ganze Arbeit. Der eingewechselte Matthäus Gawryluk sorgte als Libero für Stabilität, der großgewachsene Constantin Jux sorgte für physische Präsenz und Lukas Hußmann half mit seiner Erfahrung.

Es war ein schöner Erfolg und ein wichtiger zugleich. Drei von fünf Spielen haben die Humänner gewonnen, doch in der Tabelle reicht es auch nur für Platz zehn, zwei Zähler von einem Abstiegsplatz entfernt. Da käme ein weiterer Erfolg am kommenden Samstag (19 Uhr) beim VC Bitterfeld-Wolfen gerade recht. Der vom Verletzungspech gebeutelte Gastgeber hat sich allerdings noch einmal auf dem Spielermarkt bedient. Leicht wird auch diese Aufgabe nicht.

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