Volleyball-2. Bundesliga

Humänner mitten im Abstiegskampf

Die Brüder Lukas (links) und Laurin Hußmann (Mitte) fehlten dem VV Humann in Bitterfeld an allen Ecken und Enden.

Die Brüder Lukas (links) und Laurin Hußmann (Mitte) fehlten dem VV Humann in Bitterfeld an allen Ecken und Enden.

Foto: Michael Gohl

bitterfeld.   Nach der 1:3-Niederlage beim VC Bitterfeld-Wolfen hat sich die Tabellensituation zugespitzt. Für den Absturz gibt es Essen viele Faktoren.

VC Bitterfeld-Wolfen -
VV Humann 3:1

Sätze: 25:23, 26:24, 22:25, 25:14.
VVH: Wojtczak, Gawryluk, Große-Westermann, B. Ketelsen, Köfler, Thomzik, Th.Ketelsen, Mücke, Holthausen, Meyer, Hütte.
Spielzeit: 109 Minuten.
Wertvollster Spieler: Brar Ketelse

Der VV Humann muss sich umstellen. Erfolgreich und mit stabiler Form erledigten die Essener in den vergangenen Spielzeiten ihre Aufgaben, waren nicht spitze, aber stark genug, um im oberen Tabellendrittel mitzumischen und auch mal einen Coup gegen einen Favoriten zu landen. Doch nach der 1:3-Niederlage beim Tabellennachbarn VC Bitterfeld-Wolfen, der sechsten in Folge, steht fest: Die Zweitliga-Volleyballer von der Wolfskuhle stecken im Abstiegskampf.

Zu Beginn der Spielzeit deutete nichts darauf hin, dass der VVH solche Probleme bekommen könnte. Das Team von Trainer Jens Bräkling war Tabellendritter und hatte sogar die Möglichkeit, ganz oben anzugreifen. Aber dann kam vieles zusammen. Da war zum einen die marode heimische Halle, die wegen Sanierungsarbeiten voraussichtlich bis 2020 geschlossen sein wird. Die Volleyballer müssen unter der Woche improvisieren, und angesichts der Unregelmäßigkeiten in der Vorbereitung fällt es schwer, einen Rhythmus zu finden. Dass Humann das Heimspiel gegen Lindow-Gransee am Grünen Tisch verlor, weil der Hallenboden in der Wolfskuhle unzureichend repariert worden war, passt ins Bild.

Knackpunkt war das Spiel gegen TV Baden

„Der Knackpunkt war aber das Spiel gegen TV Baden“, vermutet Trainer Bräkling. Mit drei Siegen war sein Team in die Saison gestartet, als es den ersten Dämpfer gab mit der überraschenden Heimpleite gegen den Aufsteiger. Entscheidend war wohl, dass an jenem Tag in Thomas Wojtczak und Brar Ketelsen gleich beide Zuspieler ausgefallen waren. Die Humänner konnten es an jenem Tag nicht kompensieren.

Die personelle Situation überhaupt hat sich nicht gerade zum Vorteil entwickelt. Einige Stützen der Mannschaft sind in einem Alter, in dem sie sich beruflich orientieren müssen. Ganz klar, da spielt der Sport die zweite Geige. Gegen Bitterfeld fehlten Laurin Hußmann, der in Hamburg eingespannt ist, und sein Bruder Lukas, der ebenfalls in Sachen Job unterwegs war. Außerdem war David Wiesche krank.

In kurzer Winterpause wurde die Taktik umgestellt

In der kurzen Winterpause hatte Humann versucht , sich auf die Gegebenheiten einzustellen. In Bitterfeld nun der erste Versuch, die neue Taktik im Wettkampf umzusetzen. Jan Holthausen spielte in der Annahme außen mit Niko Meyer, Leo Große-Westermann auf der Diagonalposition. Damit hatte VVH die beiden stärksten Angreifer gleichzeitig auf dem Feld. Es entwickelte sich ein enges Spiel, ein Duell auf Augenhöhe. „Im ersten Satz haben wir zu viele Aufschlagfehler gemacht“, fasst Jens Bräkling zusammen.

„Wir haben etwas riskiert, sind aber nicht belohnt worden.“ Im zweiten Abschnitt war zu spüren, dass diese Formation noch nicht eingespielt ist. Nach dem Anschluss zum 1:2 nach Sätzen kam der große Auftritt des Bitterfelders Travis Hudson, der gleich zu Beginn des vierten Durchgangs eine formidable Aufschlagserie zur 8:0-Führung hinlegte. Das war die Entscheidung. „Aber ich bin nicht unzufrieden“, sagt Bräkling. „Wir haben ein gutes Spiel gemacht. Darauf kann man aufbauen.“

Bitterfeld ist nun sieben Punkte voraus

Doch die Tabellensituation hat sich zugespitzt. Durch die Niederlage ist Bitterfeld den Humännern, die zwei Spiele weniger absolviert haben, bereits sieben Zähler voraus. Der VVH blinzelt also im Keller, ist punktgleich mit dem Vorletzten TV Baden. Am kommenden Sonntag kommt der Tabellendritte SV Warnemünde zum Hallo (16 Uhr), doch Trainer Jens Bräkling wirkt relativ entspannt: „Da wird von uns nicht unbedingt ein Sieg erwartet.“ Das wird sich jedoch ändern, denn eine Woche später geht’s zum Abstiegskampf nach Baden. Revanche erwünscht, oder besser, ein Sieg würde die Lage etwas entspannen.

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