Fußball

ETB Schwarz-Weiß sucht weiterhin nach Lösungen

ETB-Sportvorstand Klaus Imort (rechts) verhandelt weiterhin mit den potenziellen  türkischen Investoren.

ETB-Sportvorstand Klaus Imort (rechts) verhandelt weiterhin mit den potenziellen türkischen Investoren.

Foto: Gohl

Essen.   Verhandlungen des Essener Oberligisten mit möglichen türkischen Investoren dauern an. Sportvorstand aber sagt, man sei unmittelbar vor Abschluss.

Der Presseraum des ETB ist ein Baucontainer, der sich in die Kurve des altehrwürdigen Uhlenkrug-Stadions schmiegt. Hier will Fußball-Oberligist große Neuigkeiten verkünden: den Einstieg des türkischen Investors Hasan Sahin. Doch in den vergangenen Tagen blieb der Raum leer – die Verhandlungen ziehen sich hin.

Auf der Internetseite des Vereins gibt es dazu keine Neuigkeiten. Die von einem kostenpflichtigen Dienstleister verwalte Seite wurde mittlerweile abgeschaltet. Doch am Sonntag kündigte ETB-Vorstandsmitglied Klaus Imort auf Nachfrage an: „Es wird in den nächsten zwei bis drei Tagen Neuigkeiten geben. Der Vertrag ist zu 99 Prozent ausgehandelt.“ Zuletzt schaute Sahin sogar mit einer ETB-Delegation im Essener Rathaus vorbei.

Möglicher Investor soll Sicherheit gefordert haben

Doch der faktische Einstieg des Investors lässt noch auf sich warten. Langwierig und kompliziert seien die Verhandlungen, heißt es aus dem Umfeld des Vorstandes. Zuletzt soll es noch zwei Probleme gegeben haben. Erstens soll Sahin einen Vorstandsposten erhalten. Da der türkische Geschäftsmann Nicht-EU-Ausländer ist und seinen Hauptwohnsitz in der Türkei habe, musste der Vorgang mit dem deutschen Vereinsrecht abgeglichen werden. Das soll mittlerweile geklärt sein.

Problem Nummer zwei: Sahin soll für seine Investition eine Sicherheit gefordert haben. Dem Vernehmen nach würde er dann sofort einen niedrigen sechsstelligen Betrag zur Verfügung stellen, hinzu sollen regelmäßig weitere Zahlungen kommen. Das soll zuletzt die höchste Hürde gewesen sein.

Im Verein betrachtet man die Entwicklung auch mit einer Prise Humor

Die naheliegende Lösung wäre das Klubhaus als Sicherheit. In der Vergangenheit war dieses aber mit Hypotheken belastet. Die Beinahe-Insolvenz 2012 beispielsweise wurde ausgelöst, weil der ETB keinen neuen Kredit auf das Gebäude aufnehmen konnte. Ob das Klubhaus als Sicherheit taugt, scheint daher fraglich. Im Gegensatz zu höherklassigen Vereinen verfügt der ETB auch über keine nennenswerte Vermögenswerte.

Doch auch dieses Problem soll der ETB geregelt haben. „Es fehlen eigentlich nur noch die Unterschriften“, versichert eine mit dem Stand der Verhandlungen vertraute Person. Eine denkbare Lösung wäre eine Bürgschaft.

Beim Heimspiel gegen Jahn-Hiesfeld kalauerten aber einige Fans auch schon über eine Übernahme: „Wir haben bei der VHS schon einen Türkisch-Kurs gebucht.“ Die U15 des ETB änderte auf dem Kurznachrichtendienst Twitter sogar schon ihren Nutzernamen: In Gaziantespor Essen – entsprechend dem Heimatklub Sahins.

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