Fußball-Oberliga

ETB Schwarz-Weiß droht die Kontosperrung

Nicht zu beneiden: ETB-Coach Manfred Wölpper (rechts) und Co-Trainer Markus Auf der Heiden müssen den Fokus bei der Mannschaft aufs Sportliche lenken, die momentan um ihre Februar-Gehälter bangen muss.

Nicht zu beneiden: ETB-Coach Manfred Wölpper (rechts) und Co-Trainer Markus Auf der Heiden müssen den Fokus bei der Mannschaft aufs Sportliche lenken, die momentan um ihre Februar-Gehälter bangen muss.

Foto: Jochen Emde

Der Verein verlor den Rechtsstreit mit dem ehemaligen U19-Trainer Chris Liehn. ETB stimmte vor Gericht einem Vergleich zu, zahlte aber nicht.

Der ETB lotet in dieser Oberligasaison neue Tiefen aus: Immer wenn der Boden erreicht scheint, tut sich darunter noch ein Kellergeschoss auf. Nach Informationen dieser Zeitung droht dem Verein die Sperrung seines Kontos, nachdem er den Rechtsstreit mit dem ehemaligen U19-Trainer Chris Liehn eskalieren ließ. Damit zittern die Spieler vor dem richtungsweisenden Spiel im Abstiegskampf gegen Düsseldorf-West um ihre Februar-Gehälter.

Chris Liehn wollte sich zu den Vorgängen auf Anfrage nicht im Detail äußern, bestätigte allerdings, dass er noch auf Geld vom Verein warte: „Das habe ich an meinen Anwalt weitergegeben.“ Der ETB ließ eine entsprechende Anfrage bislang unbeantwortet.

Jugendtrainer wollten die Absetzung Gerlichs

Liehn hatte im vergangenen Jahr von März bis September die A-Jugend des Vereins trainiert. Der Verein gab damals in einer ersten Pressemitteilung private Gründe für die Trennung bekannt, ehe er später in einer zweiten Mitteilung auf jegliche Begründung verzichtete.

Wie sich jetzt herausstellte, bekam Liehn in den letzten drei Monaten weder sein Gehalt bezahlt noch vereinbarte Auslagen erstattet. In der vergangenen Saison war dieses Vorgehen am Uhlenkrug Usus, wie zwei Jugendtrainer aus der Saison bestätigen. Der ehemalige Marketingchef Rolf Landes enthüllte unlängst, dass deshalb im Mai mehrere Jugendtrainer sogar die Absetzung des damaligen und heutigen Jugendgeschäftsführers Werner Gerlich gefordert hatten. Erst im letzten Moment konnte der Vorstand die „Revolte“ abwenden.

Spieler warten auf ihre Gehälter

Liehn ging vier Monate später einen anderen Weg. Er schmiss als Trainer hin und verklagte den Verein auf Zahlungen der ausstehenden Gelder sowie Schadenersatz (Az: 6 CA 2430/18). Er soll unter anderem für ein Kurztrainingslager und die Trainingskleidung neuer Spieler in Vorlage gegangen sein, dafür aber nie die zugesagten Gelder bekommen haben. Dem Vernehmen nach geht es um einen niedrigen vierstelligen Betrag.

Mitte Februar einigten sich Liehn und der Verein schließlich auf einen Vergleich: Schwarz-Weiß zahlt die ausstehenden Gehälter und die Auslagen, Liehn verzichtet dafür auf Schadenersatz und gibt seine Trainingsausrüstung zurück.

Chris Liehn erfüllte seinen Teil der Abmachung prompt gegen Ausstellung einer Quittung. Doch bislang hat der Verein noch nicht gezahlt. Liehns Anwalt hat deshalb eine Zwangsvollstreckung eingeleitet. In diesem Rahmen soll das Konto der Fußballabteilung bei der Sparkasse Essen mit weitreichenden Konsequenzen gesperrt werden. Im nächsten Schritt würde sich ein Gerichtsvollzieher der Sache annehmen.

Für den Verein kommt diese Entwicklung zu einem brisanten Zeitpunkt. Nach Informationen dieser Zeitung bekamen die Oberliga-Spieler erst in dieser Woche ihr Januargehalt zugesichert. Jetzt sind aber schon wieder die Februar-Gehälter fällig. Im Vereinsumfeld sorgt das für Irritationen, war man doch davon ausgegangen, dass die laufende Saison durchfinanziert sei. Der ETB hatte auch noch im Dezember Berichten über den Rückzug von Sponsoren vehement widersprochen.

Die gefrusteten Spieler gehen derweil davon aus, dass sie noch länger auf ihre Gehälter warten müssen, da der Vorstandsvorsitzende Heinz Hofer aktuell nicht in Essen ist. Sollte jetzt auch noch das Vereinskonto gesperrt werden, dürfte das die Wartezeit nicht verkürzen. Keine guten Voraussetzungen vor dem Spiel gegen Düsseldorf-West.

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