Basketball Pro A

ETB Baskets suchen nach Abstieg Antwort auf Trainerfrage

ETB-Trainer Igor Krizanovic überlegt noch, ob er weitermachen soll.Foto: Michael Gohl

ETB-Trainer Igor Krizanovic überlegt noch, ob er weitermachen soll.Foto: Michael Gohl

Nach dem Abstieg aus der ProA planen die ETB Wohnbau Baskets für die Zukunft. Die Trainerfrage ist dabei eine ganz entscheidende.

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Feste soll man feiern wie sie fallen – auch wenn der Anlass manchmal auch ein trauriger ist. Die ETB Wohnbau Baskets haben Abschied genommen. Die Spieler voneinander, Team und Klub von der Pro A. Nach der 81:85-Pleite am letzten Spieltag der Saison 2016/17 gegen Gotha zog es die Schwarz-Weißen in einen großen Essener Musikpark. Abschalten, den Kopf freibekommen. Einen Haken an eine Saison machen, die so gar nicht nach Wunsch gelaufen ist für die Essener. Recht so – das muss sein.

Analyse und Planung gehen bei Baskets einher

Analysen können selten warten, aber einen kleinen Aufschub kann man immer gewähren. Nun läuft die Ursachenforschung für diese so unglückliche Spielzeit aber auf Hochtouren. Die Frage ist allerdings: Ist die Saison 2016/17 mit dem Begriff „unglücklich“ wirklich treffend umschrieben?

Einiges spricht dafür. Oft hatte der ETB zu überzeugen gewusst. Gegen Gegner unabhängig vom Tabellenstand. Headcoach Igor Krizanovic hatte ja nie Unrecht mit der Aussage, sein Team habe meist immer eine Chance auf den Sieg gehabt. Er musste nur immer wieder kleinlaut einräumen, dass diese großen Möglichkeiten viel zu selten genutzt worden sind.

Meist immer eine Siegchance gehabt

Sieben Spiele gingen mit einem Unterschied von nur fünf oder weniger Punkten verloren, drei davon – es waren allesamt Rückrundenduelle, gegen Hamburg, Paderborn und Ehingen – gar mit nur einem einzigen Zähler. Bitter diese Bilanz, aber mitnichten allein mit Unglück oder gar Schicksal zu begründen. Verpflichtet wurde, auch aufgrund der wirtschaftlichen Zwänge nach der Beinahe-Insolvenz in der Spielzeit zuvor, ein junges Team. Talentiert zwar, aber unerfahren.

Und stimmte auf der einen Seite die Entwicklung, war beispielsweise der Lernprozess der Lodders-Brüder im Laufe der Saison deutlich sichtbar, so fehlte doch einfach dieser eine Führungsspieler. Ein Führungsspieler, der in den vielen Situationen im Laufe der Saison Dinge in die Hand hätte nehmen, die jungen Spieler eben „hätte „führen“ können. Situationen, oft nur wenige Minuten, in denen es beim Team in einem Spiel nicht laufen sollte. In denen so aber immer wieder ein guter und aussichtsreicher Auftritt praktisch weggeworfen wurde.

Chris Alexander konnte Führungsrolle nicht ausfüllen

Auch Chris Alexander, so wichtig er für diese Mannschaft war, konnte diese Rolle nicht erfüllen. Zu viel Verantwortung lastete in solchen Momenten auf zu unerfahrenen Schultern. „Wir haben es nicht geschafft, in der Hinrunde mehr Spiele zu gewinnen“, so Igor Krizanovic, nur um sich umgehend zu korrigieren: „Ich habe es nicht geschafft. So standen wir in der Rückrunde unter Druck, wir brauchten eine Top-Serie, es war nur eine solide.“ Zu wenig.

In der Rückrunde unter Druck gestanden

Und nun? Krizanovic sprach nach dem Gotha-Spiel von einem „bitteren Ende nach zehn Jahren meiner Arbeit“, noch ist nicht sicher, ob der Kroate in Essen weitermacht. Geht es nach dem ETB, nach Geschäftsführer Niklas Cox, ist die Antwort klar: Aber sicher macht Igor Krizanovic weiter!

Der Kroate selbst hält mit seinen Gefühlen nicht hinterm Berg, ihn rührt dieses Vertrauen und das sagt er auch. Aber Krizanovic will sich nicht emotional leiten lassen, auch wenn dies nach zehn Jahren in Essen wohl kaum zu verhindern ist. Trotzdem: „Wir müssen schauen, wo wir nun stehen und wohin der Verein möchte. Ich sehe andere Standorte, die sich enorm weiterentwickeln. Diese Entwicklung, die wir viele Jahre mitgehen konnten, ist bei uns vor zwei Jahren ein Stück weit abgebrochen. Wir müssen uns neu aufstellen. Jeder weiß, wie viel mir der ETB bedeutet, aber da muss auch die Frage beantwortet werden, ob ich noch der richtige Trainer bin.“

Für die Beantwortung derselben hat Igor Krizanovic nicht viel Zeit, das weiß auch er. Unsicherheiten gibt es genug, noch hofft man in Essen, dass in der Sommerpause vielleicht noch ein Pro A-Startplatz übrig bleibt, was die Kaderplanung natürlich umso schwieriger macht. Da wäre es gut, wüsste man zumindest frühzeitig, wer denn Trainer ist. Igor Krizanovic: „Eine Entscheidung wird in den nächsten Tagen fallen.“

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