Zusammenfassung
- Jacqueline Meißner verlässt die SGS Essen als Kapitänin, Rekordspielerin und lebende Legende
- Seit sie 17 war, spielte Meißner für die SGS Essen - 15 Jahre lang
- Beim BVB trifft sie unter anderem auf Trainer Markus Högner und Lena Ostermeier
Sie war immer da und sie war überall. Vorne, hinten - wo immer sie gebraucht wurde, war sie auf dem Fußballplatz zu finden. Eine SGS Essen ohne Jacqueline Meißner war eigentlich nie wirklich denkbar. Doch nun tritt genau dieses Szenario ein. Meißner trägt nächste Saison nicht mehr Lila-Weiß., sondern Schwarz-Gelb. Einen tag, nachdem die SGS Meißners Abschied bekanntgegeben hatte, stellte Regionalligist Borussia Dortmund die 32-Jährige als Neuzugang vor.
„Da ist ganz viel Stolz. Etwas, worauf ich hingefiebert habe. Es ist einfach das Größte für mich und meine Familie, dass ich ab Sommer das BVB-Trikot tragen darf“, wird Meißner in der Vereinsmitteilung des BVB zitiert. Für die jüngst nach 22 Jahren aus der Bundesliga abgestiegenen SGS ist dies ein weiterer trauriger Abschied: Nach 15 Jahren werden sich die Wege trennen. Erstmals seit dem Jahr 2011, in dem Meißner von der SG Lütgendortmund nach Essen gewechselt war, wird die langjährige Kapitänin ab kommender Saison nicht mehr im Kader der Lila-Weißen stehen.
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Dass die Ex-Nationalspielerin und Mutter von Zwillingen gehen wird, war allerdings abzusehen. Sie stehe in Gesprächen mit mindestens einem anderen Klub, verriet sie dieser Redaktion am Tag des Bundesliga-Abstiegs. Welcher das Rennen machen würde, ließ sich bereits erahnen: Es wurde der BVB, der am Dienstag erst die ihre langjährige SGS-Teamkollegin Lena Ostermeier als Zugang vermeldet hatte und für den in Ramona Maier eine weitere Ex-Essenerin stürmt. Der BVB ist auch der Klub, für den Meißner von Klein auf Sympathien empfindet, bei dem ihr Vater eine Dauerkarte besaß und dessen Trainer ihr langjähriger Förderer Markus Högner ist.
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Über ihren alten und neuen Trainer sagt Meißner: „Markus kennt mich, seitdem ich 17 bin. Er hat mich damals auch mit in die Nationalmannschaft gebracht. Ich bin gespannt, ob er sich durch das Jahr, das wir getrennt voneinander verbracht haben, verändert hat beziehungsweise noch mal ein Stück weit gereift ist als Trainer. Darauf freue ich mich sehr, bin aber besonders aufs Team gespannt.“
Meißner ist die sechste Neue, die der BVB für die kommende Saison vorgestellt hat: Zuvor machten die Schwarz-Gelben bereits die Verpflichtungen von Alexandra Popp (VfL Wolfsburg), Lara Schmidt, Ricarda Walkling (beide SV Werder Bremen) sowie Lena Ostermeier und Ramona Maier, die wie Meißner von der SGS Essen kommen, offiziell.

SGS Essen: Meißners Wechsel zum BVB ist auch eine Heimkehr
Für Meißner ist es auch eine Rückkehr nach Hause. „Ich habe meine Karriere in Dortmund angefangen, ich möchte meine Karriere hier in Dortmund beenden“, sagt die Spielerin, die bei Phönix Eving mit dem Fußball anfing. „Wie lange die Zeit hier dauert, hängt auch davon ab, was mein Körper sagt, und der Verein möchte. Aber ganz klar: Ich möchte meine Karriere beim BVB beenden.“ Sie wolle ihren Beitrag dazu leisten, dass der BVB in die Bundesliga aufsteigt. Nach der knapp verpassten Regionalliga-Meisterschaft in der gerade abgelaufenen Saison will der BVB nun mit aller Macht hoch in die zweite Liga.

SGS Essen: Lebende Legende
Meißner verlässt die SGS als lebende Legende. Ihr Debüt feierte sie am ersten Spieltag der Saison 2011/2012 und ist seit mittlerweile vielen Jahren aus der Startelf kaum wegzudenken. Mit ihren 327 Spielen für den Verein ist sie unangefochtene Rekordspielerin, durchlebte alle sportlichen Höhen und Tiefen, stand in zwei Pokalendspielen und führte die Mannschaft seit einigen Jahren als Kapitänin aufs Feld.
„Ein richtiges Abschiedsgefühl habe ich noch nicht. Wahrscheinlich wird mir der Schritt erst bewusst, wenn ich nicht mehr nach Essen fahre. Ich bin der SGS unglaublich dankbar, dass sie mich damals als junges, eher schüchternes Mädchen aufgenommen und mir die Chance gegeben hat, meinen Weg zu gehen“, sagt Meißner. „Der Anfang war nicht immer einfach, aber ich habe hart gearbeitet, an mich geglaubt und mich Schritt für Schritt durchgesetzt, bis ich schließlich Stammspielerin wurde.“
SGS Essen: „Werde ich die SGS weiterverfolgen“
Trotzdem blickt die 32-Jährige bereits gerne zurück auf ihre Zeit in lila-weiß. „In 15 Jahren durfte ich so viele besondere Momente erleben. Von unvergesslichen Pokalspielen über emotionale Siege bis hin zu schwierigen Phasen, die wir gemeinsam durchgestanden haben – all das hat mich geprägt. Ich habe viele tolle Menschen kennengelernt, Freundschaften geschlossen und Erinnerungen gesammelt, die für immer einen besonderen Platz in meinem Herzen haben werden.“
Natürlich werde ich die SGS weiterverfolgen und gespannt beobachten, wie sich die Mannschaft entwickelt. Auch wenn wir den Klassenerhalt nicht geschafft haben, wünsche ich dem Verein für die Zukunft nur das Beste.
Jacqueline Meißner
Auch Daniel Kraus, der Meißner auch noch aus seiner dreijährigen Amtszeit als Trainer bei der SGS kennt und heute Sportlicher Leiter des Vereins ist, fällt der Abschied von der Vereinslegende nicht leicht. „Jaci gebührt ein großer Dank für so viele Jahre als Leistungsträgerin bei der SGS. Mit ihrer Dynamik und Schnelligkeit hat sie unseren Teams über viele Saisons hinweg ihren Stempel aufgedrückt und ist über die Jahre zu einem Gesicht der SGS geworden. Für ihre neue Herausforderung wünschen wir ihr alles Gute und viel Erfolg.“
Trotz des Abschieds wird Meißner der SGS auch weiterhin verbunden bleiben. „Natürlich werde ich die SGS weiterverfolgen und gespannt beobachten, wie sich die Mannschaft entwickelt. Auch wenn wir den Klassenerhalt nicht geschafft haben, wünsche ich dem Verein für die Zukunft nur das Beste. Ich hoffe, dass die positive Entwicklung weitergeht und alle weiterhin mit Leidenschaft für das kämpfen, was sie lieben.“



