„Eagles Essen-West beenden Zusammenarbeit mit Trainer Mikhail Nemirovsky.“ Es dauerte nicht lange, bis sich diese Nachricht des Essener Eishockey-Regionalligisten am späten Samstagabend in den sozialen Medien verbreitet hatte. Der Verein begründete die Trennung von seinem Meistertrainer in seinem Statement damit, dass „keine Grundlage für eine weitere Zusammenarbeit bestehe“ und „die Angelegenheit inzwischen anwaltlich begleitet“ werde. Eine genaue Begründung für das Trainer-Aus nannte der Verein zwar nicht, die Fans der Eagles hatten ihr Urteil zu der Entscheidung aber trotzdem schnell gefällt. „Nur noch peinlich“ oder „Essen der FC Hollywood des deutschen Eishockeys“ waren gleich mehrfach auf der Facebook-Seite der Eagles zu lesen.
Die Essener sehnen sich nach Wochen, in denen ihr Verein vor allem negative Schlagzeilen machte, nach guten Nachrichten. Nach der Moskitos-Insolvenz im vergangenen Sommer, dem Ärger um die Jugendabteilung, dem Oberliga-Verzicht und der nun bekannt gewordenen Trennung von Trainer Nemirovsky scheint die Geduld vieler Fans aber wohl endgültig ausgereizt zu sein. „Kommt man eigentlich irgendwann mal zur Ruhe? Ich lese hier seit Wochen nur Mist. Es bleibt spannend, aber die zum Ende der Spielzeit wieder angezündete Flamme, brennt bei mir momentan spärlich“, schreibt ein Fan.
Auch interessant
„Mit diesen Verantwortlichen toter als tot“ – Fans der Eagles Essen-West fordern Konsequenzen im Vorstand
Auch wenn manche Fans das Trainer-Aus von Mikhail Nemirovsky in Essen begrüßen, richtet sich die Wut der Anhänger auf Facebook und Instagram vor allem gegen Geschäftsführer Thomas Böttcher. Ihn attackierten die Fans in vielen Kommentaren. „Macht die Bude zu. ich denke, da muss erst jemand gehen, bevor Ruhe einkehrt und wieder ein vernünftiger Verein existiert“, schimpft ein Fan. „Einfach nur noch ein mieser Club, Leute am Werk, die vieles kaputtgemacht haben. Damit kann ich mich nicht mehr identifizieren“, ärgert sich ein anderer.
Nicht nur die Essener Anhänger selbst ärgern sich über die neuerliche Unruhe im Verein, auch Anhänger anderer Eishockey-Vereine äußern sich unter dem Post der Eagles – und fühlen sich in alte Zeiten zurückversetzt: „Was da abgeht, ist schlimmer als meine ganze Zeit vorher bei den Schalker Haien. Und da waren die schon bekloppt“, schreibt ein User.
Worin sich viele Eagles-Fans einig sind, ist, dass sie sich für ihren Verein – auch auf Vorstandsebene – Veränderungen wünschen, wie ein Fan ausführlich beschreibt: „Ohne alles wieder aufzurollen, aber ein echter Neuanfang gelingt nur, wenn man ganz unten wieder anfängt, mit seriösen Leuten, ehrlicher und guter Nachwuchsarbeit, abseits der ganzen DEL 2 und Hallenneubaufantasien.
Dieser Verein ist mit diesen Verantwortlichen leider toter als tot.“
kapi



