Zweiter Paukenschlag in dieser Woche: Nach dem umjubelten Halbfinaleinzug im DFB-Pokal gibt die SGS Essen nun die Verpflichtung eines neuen Sportlichen Leiters bekannt. Und der ist ein alter Bekannter: Daniel Kraus trainierte den Frauenfußball-Bundesligisten bereits von 2016 bis 2019 und erreichte dabei in seiner Abschiedssaison als Vierter die beste Platzierung der Vereinsgeschichte. Nun kehrt der 41-Jährige also in neuer Funktion an die Raumerstraße zurück und tritt damit die Nachfolge des im Oktober freigestellten Thomas Gerstner an. Bereits an diesem Montag wird Kraus seine Arbeit aufnehmen.
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„Der Kontakt zu Daniel ist nie ganz abgerissen“, verrät SGS-Manager Florian Zeutschler. „Wir sind uns sicher, dass er uns mit seiner großen Expertise auf der Position des sportlichen Leiters in vielen Bereichen verstärken wird.“ Ungewöhnlich daran ist, dass Kraus das praktisch ab sofort tun wird und dafür sein Amt als Trainer der zweiten Mannschaft des VfL Wolfsburg aufgibt. Zeutschler: „Er ist ein Überzeugungstäter mit SGS-DNA, deshalb sind wir besonders froh, dass Daniel schon jetzt zu uns kommt und uns im Saisonfinale unterstützen kann.“ Erst am Tag zuvor war bekannt geworden, dass Sportdirektor Ralf Kellermann die Wolfsburger verlassen und im Sommer zu Borussia Dortmund wechseln wird.

SGS Essen: Parallelen zu Erfolgstrainer Markus Högner
Als Kraus die SGS vor knapp sieben Jahren verließ, übernahm er zunächst das Amt des Cheftrainers beim Liga-Konkurrenten SC Freiburg. Nach drei Spielzeiten im Breisgau entschied sich der frühere Zweitliga-Torwart für eine neue Herausforderung und schloss sich dem VfL Wolfsburg an. Dort war er zunächst Leiter der Jugendabteilung und bis zuletzt Trainer der zweiten Mannschaft in der 2. Liga. Gewisse Parallelen zum Essener Erfolgstrainer Markus Högner sind unverkennbar. Auch ihn holte die SGS einst aus Niedersachsen für seine zweite Amtszeit zurück.
„Ich habe mich sehr über die Anfrage der SGS gefreut, da mich eine erfolgreiche Zeit als Trainer mit dem Klub verbindet“, erklärt Kraus. Womöglich hat er den Verein damals auf seinem sportlichen Zenit übernommen. In seiner letzten Saison erreichten die Essenerinnen den vierten Platz und mussten in der gesamten Spielzeit nur drei Niederlagen einstecken. Sogar beim FC Bayern und dem VfL Wolfsburg punktete Schönebeck damals. Das Ergebnis war ein Punkterekord von 41 Zählern, der bis heute unerreicht ist.
SGS Essen: Trainer von Lena Oberdorf und Lea Schüller
Unter anderem Lena Oberdorf, Lea Schüller, Linda Dallmann, Nicole Anyomi, Marina Hegering und Turid Knaak mischten damals mit der SGS die Liga auf, ehe sie zu den Top-Klubs weiterzogen. Andere sind noch da: Die aktuell verletzte Torfrau Kim Sindermann, Lena Ostermeier, Jacqueline Meißner und Jana Feldkamp spielten damals ebenfalls unter Kraus. „Ich freue mich sehr auf die anstehende Herausforderung und darauf, viele bekannte Gesichter wiederzusehen und gemeinsam loszulegen.“
Kurzfristig dürfte Kraus vor allem Trainerin Heleen Jaques in der heißen Phase des Abstiegskampfes entlasten. Perspektivisch wird der 41-Jährige dann die Kaderplanung verantworten. Und da kommt zweifelsfrei Arbeit auf ihn zu. Einerseits, weil die Liga-Zugehörigkeit derzeit noch nicht absehbar ist. Andererseits, weil bei insgesamt zehn Spielerinnen aus dem aktuellen Kader die Verträge zum Saisonende auslaufen. Darunter sind auch Vanessa Fürst, Natasha Kowalski, Paula Flach, Paulina Platner und Ramona Maier.
Möglicherweise sendet die SGS mit dieser namhaften Verpflichtung auf der Position des Sportlichen Leiters nun auch ihnen nun ein wichtiges Signal. Kraus wiederum hätte sicher nichts gegen ein kleines Antrittsgeschenk von der Mannschaft einzuwenden. So würde es ihm den Einstieg zweifellos erleichtern, wenn die Essenerinnen an diesem Sonntag (12 Uhr) nicht mit leeren Händen von der TSG Hoffenheim nach Hause fahren.


