Adler Union Frintrop konservierte seine Hoffnung auf einen Punktgewinn am Samstag bis in die Halbzeitpause (1:1). Doch nach dem Seitenwechsel drehte Ratingen 04/19 im Stile eines Spitzenteams auf. Nach drei Toren innerhalb weniger Minuten war das Spiel entschieden. Während Ratingen seine Tabellenführung damit untermauerte, bleibt die Lage für die Essener weiter angespannt.

Adler Union Frintrop gegen Ratingen 04/19: Die Stimmen zum Spiel

Yannick Reiners (Doppeltorschütze Adler Union Frintrop): In der ersten Halbzeit waren wir richtig gut im Spiel, es war eine sehr ausgeglichene Partie. Wir haben auf der letzten Linie alles sehr gut wegverteidigt. Wenn wir mit einem 1:0 in die Halbzeit gegangen wären, wäre es vielleicht noch mal ein anderes Gefühl gewesen. Wir haben versucht, den späten Ausgleich noch abzuschütteln. In der zweiten Halbzeit sind wir dann sogar drauf und dran das 2:1 zu machen, hatten einige richtig gute Chancen und werden dann zu Hause eiskalt ausgekontert. Da war dann so ein bisschen der Drops gelutscht, auch wenn wir uns nicht aufgeben wollten.

Marcel Cornelissen (Trainer von Adler Union Frintrop): Ich hatte das Gefühl, dass wir bis zum 2:1 komplett auf Augenhöhe mit dem Tabellenführer waren. Jeden Fehler, den wir gemacht haben, hat Ratingen sehr gut weggespielt. Selbst als es 1:1 stand, hätten wir mit dem Ergebnis unzufrieden sein müssen. In dem Spiel ist ein bisschen viel gegen uns gelaufen und dazu kommt die Qualität, die Ratingen hat. Das war einfach gut und das müssen wir akzeptieren. Das hat uns am Ende gekillt. Zwischen dem 2:1 und dem 4:1 haben sie uns komplett hergespielt, aber danach war es ja wieder auf Augenhöhe. Augenhöhe mit kleinen Vorteilen für uns. Das Ergebnis passt nicht zum Spiel, aber das muss ich akzeptieren. Ratingen hat einfach die Qualität, das auszuspielen.

Wir müssen darauf aufbauen, dass wir letzte Woche gegen Hilden gut gespielt haben und heute über 60-70 Minuten mit dem Tabellenführer auf Augenhöhe waren. Das müssen wir mitnehmen und dann haben wir auch die Möglichkeit, weitere Spiele zu gewinnen. Die langen Bälle zu schlagen und auf die zweiten Bälle zu gehen, war auch ein Wunsch aus der Mannschaft. Die vier Meter Lufthöhe, die wir vorne drin haben, müssen wir auch ins Spiel bringen. Dass das nicht immer schön aussieht, ist uns in dem Moment auch scheißegal. Wir sind jetzt nicht für die Ästhetik in der Liga zuständig.

Damian Apfeld (Trainer von Ratingen 04/19): Es war das erwartet schwere Spiel, ein sehr kompliziertes Spiel. Wir hatten in der ersten Halbzeit schon unsere Problemchen. Die langen Bälle auf Reiners sind natürlich sehr, sehr schwer wegzuverteidigen. Frintorp geht mit einem Standard in Führung und wir gleichen durch einen Standard aus.

In der zweiten Halbzeit hatte Frintrop wieder die Möglichkeit, in Führung zu gehen und dann kontern wir das weg und erhöhen auf 4:1. Beim 4:1 war das Ergebnis höher als das Spiel allgemein. Das war sicherlich keine Glanzleistung von uns. In der zweiten Halbzeit haben wir uns dann gesteigert, weil wir eine andere Intensität hatten, uns gegen die Fünferkette von Frintrop auch anders positioniert haben. Somit konnten wir die Außen besser freispielen. Am Ende geht es einfach nur darum, Punkte zu holen und das haben wir geschafft. Wir hatten am Ende auch noch einen Lattentreffer - am Ende ist der Sieg dann auch verdient für uns. Jetzt sind wir erst einmal zufrieden.

Adler Union Frintrop - Ratingen 04/19: der Live-Ticker

Adler Union Frintrop - Ratingen 04/19: Kommt Verstärkung?

Und wie sieht es mit weiterer Verstärkung aus? „Es wäre überraschend, wenn etwas passiert“, sagt Cornelißen. „Das Problem ist, dass unsere Mannschaft im Vergleich zu anderen Oberligisten nicht wesentlich schlechter ist. Das bedeutet: Wenn ich Verstärkung haben will, die uns sofort helfen kann, müsste es fast schon ein Oberliga-Stammspieler sein und den bekomme ich momentan nicht. Auch die Top-Landesligisten werden ihre besten Spieler nicht in der Winterpause abgeben wollen.“ Konkret heißt das: „Der Unterschiedsspieler, der uns zum Klassenerhalt führt, wird definitiv nicht kommen, von daher wird der Kader tendenziell weiterhin so bleiben, wie er ist.“

Frintrops Trainer Marcel Cornelissen.
Frintrops Trainer Marcel Cornelissen.© FUNKE Foto Services | Stefan Rittershaus