Auf den ETB Schwarz Weiß Essen kommen schwere Wochen zu. Bei der 0:2-Niederlage beim Tabellenführer Ratingen 04/19, die für die Gäste noch schmeichelhaft ausfiel, erkannte auch Neutrainer Christian Dorda die prekäre Lage, als er nach dem Spiel doch mahnend den Finger hob: „Ich bin jetzt zwei Tage bei den Jungs, wir werden viel viel arbeiten müssen, unser Trainerteam hat viel zu tun. Wir stehen jetzt schon auf einem angespannten Tabellenplatz, das muss man auch schon beachten.“

In der Tat kann es den Schwarz Weißen an diesem Wochenende passieren, dass sie nach diesem Spieltag unmittelbaren Kontakt zu den Abstiegsplätzen haben werden. Die Leistung an diesem Freitagabend deutete darauf hin, dass es in den nächsten Wochen auch so bleiben könnte, zumal wichtige Leistungsträger weiterhin zu ersetzen sind. Robin Urban, der vor der Partie einsam seine Runden auf der Tartanbahn drehte, wurde später in der Abwehr schmerzlich vermisst.

Fussball in Essen
Bei Keeper Phil Mirko Lenuweit kann sich der ETB bedanken, das die Niederlage nicht noch höher ausfiel. © FUNKE Foto Services | Michael Gohl

Der ETB traf natürlich auch auf einen Gegner, der durch die Ehemaligen wie Guiliano Zimmerling, Almedin Gusic und Umut Yildiz besonders motiviert war und vor Spielfreude nur so sprühte. Dass dann ein Hand-Elfmeter herhalten musste, den nicht alle im Stadion erkannt hatten, um schließlich die Weichen auf Sieg zu stellen, war dann eher Ironie des Spielverlaufs, denn bis dahin hätten die Ratinger schon längst komfortabel führen können, aber wenn nicht ETB-Keeper Phil Lenuweit im Weg stand, half die Latte des Gästetores aus.

Die Mannen vom Uhlenkrug hatten zu keiner Phase des Spiels eine wirkliche Chance, eine Wende herbeizuführen, das Spiel mit dem Ball blieb meistens schon im Mittelfeld stecken, die erste Essener Halbchance resultierte nach 32 Minuten aus einem Kopfball von Kapitän Nico Lucas. „Die Jungs haben schon alles versucht heute, aber mit dem Ball war das nicht gut genug, so ehrlich muss man sein. Mit der Laufbereitschaft bin ich grundsätzlich zufrieden, aber mit Ball waren das zu wenig gute Entscheidungen“, legte auch der neue Trainer die Finger in die Wunde. Und fügte ehrlicherweise hinzu: „Wir können mit dem 2:0 gut leben - es hätte auch deutlich höher ausfallen können.“

Damian Apfeld, sein Gegenüber und Vor-Vor-Vorgänger am Uhlenkrug, der vor der Partie gespannt war, wie die Handschrift des neuen Trainers sich auf das ETB-Team nun auswirke, verlebte dann doch einen entspannten Fußballabend, vermied nach der einseitigen Partie aber jegliche Triumphpose. „Die Jungs haben das wirklich sehr gut gemacht, der Elfmeter durch Emre war ein kleiner Dosenöffner. In der zweiten Halbzeit kann ich mich an keine Chance vom ETB erinnern, da hätten wir das Ergebnis hochschrauben können. Aber: Wir haben zu Null gespielt, wir sind im Flow geblieben, das war jetzt der vierte Sieg in Folge in der Meisterschaft. Die Art und Weise, wie wir uns präsentieren, nicht nur im Spiel, sondern auch im Training, das imponiert mir als Trainer momentan.“

Ratingens Trainer Damian Apfeld hat ein Luxusproblem

Apfeld bedauerte sein „Luxusproblem“, dass er das dritte Mal in Folge seine Startelf nicht habe ändern müsse, was ihm leid tat für die Spieler auf der Bank, die ebenfalls auf ihren Einsatz drängen. Dieses Luxusproblem hätte das Trainergespann Dorda/Björn Matzel gerne, bei dem auch nach dem Spiel nicht so wirklich klar wurde, wer am Ende des Tages den Hut auf hat. Jedenfalls wich Dorda auf der Pressekonferenz einer klaren Antwort aus: „Das letzte Wort - es ist schwierig zu sagen. Wir sind ein Trainerteam, wir arbeiten zusammen, wir entscheiden gemeinsam, gleichberechtigt. Alleine zu entscheiden ist immer schwierig. Es gibt immer unterschiedliche Meinungen, grundsätzlich soll es zu einem Ziel führen.“

Das Ziel des ETB für beide Trainer sollte jetzt sein, gar nicht erst in den Abstiegsstrudel zu geraten, da dürften sie wohl einer Meinung sein.

Hier nochmal der Live-Ticker zum Nachlesen