Becherwürfe und Pfiffe begleiteten das 1:0 von Schwarz-Weiß Essen in der Krefelder Grotenburg am 6. Spieltag der Oberliga Niederrein 2025/26. Und irgendwie ging es schon immer etwas ruppiger zu, wenn die beiden aktuell größten Namen und Traditionsvereine dieser Liga aufeinander trafen.
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Ihr Duell gehört vermeintlich zu den kleineren am Niederrhein, für Fußballromantiker aber lohnt sich ein Blick in seine enorm. Kein großes Rampenlicht der 1. Bundesliga, eher stets das schummerige Leuchten jener Plätze, auf denen Fußball noch nach Arbeitstag roch. Schwarz‑Weiß am Uhlenkrug, Uerdingen in der Grotenburg – alleine diese Stadionnamen sorgen heute noch mitunter für Begeisterung bei Fans.
ETB SW Essen und KFC Uerdingen: Historische Duelle in der Zweitklassigkeit
In den 1970er kreuzten sich die Wege des Pokalsiegers von 1959 (ETB) und jenem von 1985 (Bayer Uerdingen) noch regelmäßig in der Zweitklassigkeit – bis 1974 in der Regionalliga West, dann in der eingeführten 2. Bundesliga Nord. Es waren stets enge, körperliche Duelle, in denen die Punkte knapp und ausgeglichen verteilt wurden. In der 2. Bundesliga Nord zum Beispiel ging der Sieg zwischen 1974 und 1978 viermal nach Krefeld und zweimal nach Essen.

Mit dem Bayer-Konzern im Rücken der Uerdinger drifteten die Wege der beiden dann vorerst jedoch auseinander. Uerdingen schaffte den Sprung in die 1. Bundesliga, wurde 1985 DFB-Pokalsieger und schrieb mit dem „Wunder von der Grotenburg“ beim 7:3 gegen Dynamo Dresden 1986 Europapokal-Geschichte. Die Schwarz-Weißen Essener dagegen traten ihren Weg in den Amateurfußball an.
Essener Sascha Wolf führte ETB einst mit blutiger Nase zum Sieg gegen den KFC Uerdingen
Doch mit dem Ausstieg der Bayer AG aus dem Sponsoring 1995 wurde Bayer Uerdingen nicht nur zum Krefelder FC Uerdingen, sondern es begann auch dessen sukzessiver Abstieg bis er sich nach sportlichen Miseren und Insolvenzen 2008/2009 zwischenzeitlich in der Sechstklassigkeit der damaligen Niederrheinliga wiederfand.

Auf seinem Weg nach unten traf der KFC zwischendurch auf einen alten Bekannten wieder: den ETB. Mitte der 2000er, vor dem Fall der Uerdinger in Liga 6, begegneten sich beide in der viertklassigen Oberliga Nordrhein wieder. Und da hatten die Spiele noch mehr Patina als in den 70ern. Unvergessen: Ex Rot-Weiss Essen Sturmikone Sascha Wolf im fortgeschrittenen Fußballer-Alter, der trotz blutiger Nase (und Vokuhila) Schwarz-Weiß zum Sieg gegen den KFC schoss.
Oberliga Niederrhein: ETB und KFC liefern diese Saison die meiste Traditionen
Es wollten weitere Begegnungen in der kurzzeitigen fünftklassigen NRW-Liga, natürlich im Niederrheinpokal und in den letzten Jahren, die bei den Uerdingern abermals ein Auf und Ab bieten, in den Meisterschaftsspielen der Oberliga Niederrhein. Und die Bilanz zwischen Beiden blieb ähnlich ausgeglichen wie schon in den 70ern.

Das passt. ETB gegen KFC – das ist kein leidenschaftliches Derby, es ist eigentlich gar kein Derby, aber ein lebendiges Stück westdeutscher (Amateur-)Fußballgeschichte.
Mehr nostalgische Fotos von Aufeinandertreffen zwischen Schwarz-Weiß Essen und dem KFC Uerdingen gibt es auf unserem Instagram-Account WAZ Amateurfußball.



