Mit einem neuen Kapitän am Steuer reist der Tusem Essen zur ersten großen Aufgabe der neuen Saison. Die Zweitliga-Handballer von der Margarethenhöhe treffen am Samstag (18 Uhr, Friedrich-Ebert-Halle) auf die Eulen Ludwigshafen und wollen mit ihrem neuen Kapitän Max Neuhaus die ersten Punkte sammeln. Im Interview spricht der Rückraumspieler über die Herausforderungen seines neuen Amtes und die Situation vor dem Saisonstart.
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Herr Neuhaus, Sie sind mit 26 Jahren nun der neue Kapitän des Tusem Essen. Wie sah Ihr Einstand aus?
Max Neuhaus: Ich musste zum Glück keinen besonderen Einstand geben. Aber zum ersten Training der Vorbereitung habe ich eine Kiste Bier mitgebracht (lacht). Das hatte ich sowieso vor.
Wo konnten Sie schon Erfahrung als Kapitän sammeln?
Ich war schon bei den Magdeburg Youngsters damals Kapitän. Aber das war etwas anderes. Wir waren als U23 eine deutlich jüngere Mannschaft und es gab nicht so viel ‚Drumherum‘.
Was verstehen Sie unter „Drumherum“?
Ich habe schnell gemerkt, dass es viele Anliegen auch außerhalb des Handballs gibt. Die Geschäftsstelle hat mehr Fragen an mich und auch meine Teamkollegen sprechen öfter mit mir über Dinge, die nicht direkt mit Handball zu tun haben. Es war am Anfang überraschend, dass so viele Leute auf einmal auf mich zukamen. Aber ich finde es nicht mega stressig.

Was ist Ihnen wichtig als Kapitän?
Mir ist klar, dass ich auf dem Spielfeld auch emotional eine wichtige Rolle einnehmen muss. Das fällt mir im Spiel aber oft nicht so leicht, weil mir auch viele andere Dinge durch den Kopf gehen und ich damit beschäftigt bin. Mein Ziel ist aber, dass ich die Emotionalität auch gut auf die Platte bringen kann. Und klar, neben dem Spielfeld versuche ich den engen Draht zum Trainer zu halten.
Die Mannschaft hat Sie einstimmig zum neuen Kapitän gewählt, nachdem Urgestein Dennis Szczesny im Sommer abgedankt hat. Ein großer Vertrauensbeweis, oder?
Das ist definitiv ein schönes Gefühl und es ist cool, dass die Jungs hinter mir stehen. Ich mache das gerne und als ältester Feldspieler möchte ich auch Verantwortung übernehmen.
Hatten Sie heimlich schon damit gerechnet?
Es ist die dritte Saison für mich beim Tusem und ich finde krass, dass das so schnell geht. Dennis und Jonas (Ellwanger, Anm. d. Red.) haben ihre Rollen stark umgesetzt und ich weiß, dass ich das nicht so schnell Eins-zu-Eins ersetzen kann. Aber die Saisonvorbereitung ist auch dafür gut, sich auf dem Gebiet weiterzuentwickeln.“
Kapitäne sind meistens die Identifikationsfiguren des Vereins. Wie sehr identifizieren Sie sich denn mit dem Tusem?
Ich fühle mich hier sehr wohl und alles passt. Es ist ein cooler Verein mit einer langen Geschichte und tollen Fans. Sie haben glorreiche Zeiten erlebt und hoffen, dass es wieder nach oben geht. Ich weiß, dass auch der Verein wieder hoch will. Und das versuchen zu erreichen, macht Spaß.
Zuletzt richtete sich der Blick jedoch nach unten, Sie wären mit dem Tusem fast abgestiegen. Was macht Sie optimistisch, dass es in der neuen Saison wieder aufwärts geht?
Was man sagen kann: Die 2. Liga ist nie entspannt. Aber wir gehen jetzt in die zweite Saison mit unserem Trainer und wissen, was er will. Die Anfangsphase darf gerne etwas runder laufen als in der letzten Saison und ich hoffe nicht, dass wir wieder so eine extreme Auswärtsschwäche entwickeln. Aber unsere Neuzugänge fühlen sich schon sehr wohl und können uns weiterhelfen. Und im Angriff lief es in der Vorbereitung schon recht gut.
Und in der Abwehr?
Da hatten wir noch ein paar Probleme, aber viel dran gearbeitet.
Zum Auftakt geht es gegen Ihren ehemaligen Klub, die Eulen Ludwigshafen. Freuen Sie sich auf das Wiedersehen?
Mittlerweile gehe ich etwas unaufgeregter in diese Duelle. Ich kenne nicht mehr allzu viele Spieler der Eulen wie noch vor ein paar Jahren. Aber natürlich freue ich mich darauf, dass es wieder losgeht.


