Die SGS Essen ist erfolgreich in die Testspielserie vor ihrer 22. Saison in der Frauenfußball-Bundesliga gestartet: Mit Robert Augustin als neuem Chef an der Seitenlinie schlugen die Lila-Weißen den niederländischen Champions-League Teilnehmer PSV Eindhoven mit 2:0 und setzten sich tags darauf auch gegen den Zweitliga-Aufsteiger FSV Mainz 05 mit 4:0 durch. Überschattet wurde das Wochenende allerdings von einer Hiobsbotschaft: Lilli Purtscheller zog sich zuvor im Training einen Kreuzbandriss zu und wird damit weite Teile der kommenden Spielzeit verpassen.
Für die SGS bedeutet das einen herben Nackenschlag, denn die österreichische Nationalspielerin ist eine absolute Leistungsträgerin im Team. Möglicherweise werden die Verantwortlichen nun den Transfermarkt noch einmal genauer in den Blick nehmen. Wenngleich gerade die erste Bewährungsprobe gegen Eindhoven vielversprechend verlief. „Es war ein sehr guter erster Test und ein verdienter Erfolg“, resümierte Augustin, der unbedingt gegen die Niederländerinnen spielen wollte. Ursprünglich allerdings zu einem späteren Zeitpunkt.

SGS Essen: Rückkehrerin Jana Feldkamp bereitetTreffer vor
Durch die Qualifikation zur Champions League änderte sich aber der Vorbereitungsplan von PSV, sodass die Essenerinnen nun zwei Testspiele an zwei Tagen in Kauf nahmen. Augustin reagierte darauf, indem er in beiden Partien zur Hälfte komplett durchwechselte. „Gegen PSV waren wir vor allem in den ersten 20 Minuten sehr dominant, danach haben die Kräfte etwas nachgelassen, was aber in der Phase, in der wir uns befinden, vollkommen okay ist“, erklärte der Teamchef. Die Treffer fielen schließlich nach den Wechseln.
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Nach einer Ecke von Rückkehrerin Jana Feldkamp landete ein Schuss von Louisa Müggenburg, die aus der U23 aufrückte, am Elfmeterpunkt bei Laura Pucks, die zur Führung einschob (55.). Nur fünf Minuten später erhöhte Jette ter Horst nach Zuspiel von Feldkamp auf 2:0. Dabei blieb es, weil die Essenerinnen nichts anbrennen ließen. Gegen Mainz war die Defensive weniger gefordert, denn das Spielgeschehen spielte sich überwiegend in der Hälfte der Gäste ab. Nur die Chancenverwertung der SGS war ausbaufähig, auch wenn Ramona Maier mit einem Doppelpack herausragte.
SGS Essen: „Das schönste Lob ist...“
Nach einem Treffer von Kassandra Potsi (22.) stand es zur Pause nur 1:0, weil Natasha Kowalski zunächst die Latte traf und schließlich freistehend an der Mainzer Torfrau scheiterte. Auch Leonie Köpp verzog aus Kurzdistanz. Erst als Maier nach dem Seitenwechsel einen zu kurzen Rückpass abfing, war das überfällige 2:0 perfekt (48.). Das 3:0 hätte zwei Minuten später folgen müssen, doch Feldkamp, die erneut Dreh- und Angelpunkt im Essener Spiel war, setzte ihren Kopfball über den Querbalken. Die Chancen hätten bis dato durchaus für fünf Treffer ausgereicht.
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Allerdings fiel auch noch ein anderer Aspekt auf: Immer wieder versuchte die SGS mit Diagonalbällen vom Zentrum auf die Flügel die Defensive der Mainzerinnen auszuhebeln. Mitunter ging den Essenerinnen dabei aber noch die Genauigkeit ab und es gelang zu selten, Maier im Angriffszentrum in Tornähe anzuspielen. So bereitete sie ihren Treffer zum 3:0 gemeinsam mit Lena Ostermeier selbst vor. Zwei Minuten später war es Müggenburg, die mit einem sehenswerten Kopfball ins lange Eck für das hochverdiente 4:0 gegen letztlich doch überforderte Gäste sorgte.
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„Wir haben auch am zweiten Tag ein gutes Niveau gezeigt“, erklärte Augustin. „Das schönste Lob ist, wenn man von außen hört, dass eine Spielkultur erkennbar ist, wir einen anderen Rhythmus und mehr Kreativität am Ball hatten. Genau daran haben wir nämlich im Training gearbeitet.“ Allerdings sah der Teamchef auch noch Aspekte, bei denen er künftig ansetzen will: „Manchmal waren wir zu durchsichtig, haben dahin gespielt, wo der Gegner es wollte, anstatt uns mit drei, vier Pässen Räume freizuziehen. Insgesamt können wir aber mit beiden Tests zufrieden sein.“





