Zusammenfassung

  • Mischa Zverev, Bruder von Alexander Zverev, begeistert die Vereinsmitglieder des Etuf in Essen
  • Am Ufer des Baldeneysees feierte er einst beachtliche Triumphe, an die er sich noch gerne erinnert
  • Zverev, einst Nummer 25 der Weltrangliste und Viertelfinalist bei den Australian Open 2017, motiviert mit Lob und Tipps

Der Baldeneysee gehört zu den schönsten Orten in Essen, beim Blick aus dem Klubheim könnte man dieser Tage fast der Illusion erliegen, in der Schweiz oder in Italien am Lago Maggiore zu weilen statt mitten im Ruhrgebiet. Mischa Zverev aber hatte dem See, an dessen Ufer Etuf Essen mit seinem Klubgelände beheimatet ist, in der Vergangenheit nie große Aufmerksamkeit geschenkt. Zweimal war er schon hier Anfang der 2000er-Jahre, aber „als Junge sitzt man nicht auf der Terrasse und genießt die Aussicht. Damals wollte ich hier einfach nur Tennis spielen, für Anderes hatte ich gar keinen Blick.“

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Diesmal ist es anders, der 37-Jährige präsentiert direkt ein Video vom sonnigen Ausblick in den Sozialen Medien, ehe er sich denen widmet, die für ihn auf die roten Plätze am Baldeneysee gekommen sind - um einfach nur Tennis zu spielen. Eine Trainingseinheit mit dem Ex-Profi, einst Nummer 25 der Weltrangliste, Viertelfinalist bei den Australian Open 2017 durch einen Achtelfinalsieg über den damaligen Weltranglistenersten Andy Murray, zudem großer Bruder des deutschen Topspielers Alexander Zverev – das wollen sich die Vereinsmitglieder des Essener Traditionsklubs mit den drei Krupp-Ringen nicht entgehen lassen.

Ex-Profi Mischa Zverev beim Etuf am Baldeneysee.
Ex-Profi Mischa Zverev beim Etuf am Baldeneysee.© FUNKE Foto Services | Vladimir Wegener

Mischa Zverev: Unterschied ist schnell sichtbar

„Sehr schön“, lobt Zverev, als die Nachwuchsspieler die ersten Zuspiele zurück ins Feld schlagen. Ein „sehr gut“ folgt immer wieder in kurzen Abständen, und mit einem überraschten „Boah“ quittiert er besonders saftige Ballwechsel. Als Botschafter der Lexus-Club-Tour besucht der Ex-Profi derzeit Tennisvereine in ganz Deutschland und präsentiert sich dabei alles andere als arbeitsscheu. Stundenlang spielt er mit den jüngeren und erwachsenen Klubmitgliedern, gibt Tipps und beantwortet Fragen. Bei den Ballwechseln hält er sich spürbar zurück, aber als schließlich die „Aufschlag-Challenge“ ansteht und die Etuf-Spieler den Ball zurück übers Netz bringen müssen, lockert Zverev die Samthandschuhe. Peng, peng, peng – der einstige Serve-and-Volley-Spezialist peitscht die Filzkugeln blitzschnell über das Netz und ebenso schnell ist der Unterschied zwischen ambitionierten Hobbysportlern und einem früheren Weltklassespieler sichtbar.

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Zweimal war Zverev zuvor schon auf den Etuf-Plätzen. Auf einem internationalen Jugendturnier 2001 und zwei Jahre später beim Junior-Davis-Cup. Das deutsche Team um den damals 15-Jährigen besiegte Frankreich im Finale 2:1. „Ein Foto vom Sieger-Team steht bei mir auf dem Nachttisch in Hamburg“, sagt Zverev, dem der Sport als Sohn des sowjetischen Davis-Cup-Spielers Alexander Swerew und der Profispielerin Irina Swerewa quasi in die Wiege gelegt wurde. „Das Foto schaue ich mir immer wieder gerne an, wenn ich dort bin.“

Ex-Profi Mischa Zverev gibt dem Nachwuchs von Etuf Essen Tipps.
Ex-Profi Mischa Zverev gibt dem Nachwuchs von Etuf Essen Tipps.© FUNKE Foto Services | Vladimir Wegener

Mischa Zverev: Unterstützung für Bruder Alexander Zverev

Fotos werden auch am Sonntag viele geschossen. Autogramme sind weniger gefragt, stattdessen posiert der Tennis-Star nach der Einheit mit einer der vielen Trainingsgruppen für Selfies. „Ich fand es toll, er war mega sympathisch“, sagt die 13-jährige Lotta. Auch Alexis (12) ist begeistert, gibt aber zu: „Anfangs war ich schon verkrampft, sonst spielt man nicht vor so vielen Zuschauern.“ In der Tat sind die Ränge rund um Court 4 gut gefüllt, Eltern und andere Klubmitglieder verfolgen die Trainingseinheiten interessiert. „Primär ist es wichtig, dass die Kinder Spaß am Tennis haben“, befindet Zverev. „Die ersten Erfolge kommen dann. Aber was gibt es Schöneres, als einen Tag auf der Anlage mit der Familie zu verbringen? Ich genieße das immer noch sehr.“

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Und so geht es auch schnell zurück nach Hamburg, wo sich Bruder Alexander Zverev (28) ab Montag im Turnier am Rothenbaum auf die French Open vorbereitete. „Ich bin sein Bruder, Trainingspartner, Manager und Betreuer“, beschreibt der 37-Jährige seine Rolle im Team des derzeitigen Weltranglistendritten und Olympiasiegers von 2020. „Wir sind bis zu zwölf Leute bei einem Turnier, die Hunde sind manchmal auch dabei. Wir sind ein richtiges Familienunternehmen.“ Und so endet auch der Tag auf dem Etuf-Gelände familiär. Mit glücklichen Kindern, zufriedenen Eltern – und dieser atemberaubenden Aussicht auf den Baldeneysee.