Im vergangenen Jahr war Cedric Büssing noch Shooting-Star, der sich durch eine wahre Leistungsexplosion zu den Olympischen Spielen nach Paris katapultiert hatte, wo er über 400 Meter Lagen in Rekordzeit sensationell das Finale erreichte. Spätestens seit Olympia gilt der junge Mann (21) von der Startgemeinschaft Essen als feste Größe im deutschen Schwimmsport. Bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin gewann er nun zum vierten Mal in Folge den Titel über diese Strecke und qualifizierte sich gleichzeitig für die WM im Sommer in Singapur (11.Juli bis 3. August). Erwartungen erfüllt, darf man inzwischen sagen.
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Die DM-Titelkämpfe sind die letzte Chance, das Ticket für den Saisonhöhepunkte zu lösen. Danach ist das Fenster dicht. Dieser Druck macht es sicherlich nicht einfacher für die Asse, doch Büssing hat geliefert. Zuverlässig, unaufgeregt, ganz seinem Naturell entsprechend. Trotzdem gestand er: „Mir fällt ein riesiger Stein vom Herzen. Nachdem ich zweimal knapp vorbeigeschrammt bin, bin ich jetzt umso glücklicher, dass es endlich geklappt hat.“

Schwimmen: Ziel vor einer Woche noch verfehlt
„Er hat das super gemacht“, lobte indes die Essener Stützpunkttrainerin Nicole Endruschat. „Er hat die Ruhe bewahrt und im Finale konsequent die Dinge besser gemacht, die im Vorlauf noch nicht optimal waren. Vielleicht hat ihm der Druck ja sogar etwas geholfen.“
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Vor einer Woche noch hatte Büssing bei den „Swim Open“ in der Bundeshauptstadt das Ziel knapp verfehlt. Er gewann zwar die 400 Meter Lagen vor seinem Teamkollegen Finn Hammer, war aber knapp sechs Zehntel zu langsam. Dass er die Norm für die U23-EM unterboten hatte – eine Randnotiz. Bei der DM wiederholte sich der Essener Doppelsieg: Gold ging an Büssing (4:13,56 Minuten), Silber an Finn Hammer (4:18,22). Büssing strahlte: „Das Rennen hat super Spaß gemacht, da Finn mich unheimlich gepusht hat.“
Schwimmen: Besser unter Druck
Im Vorlauf hatte er allerdings noch immer um den Hauch von sieben Hundertstelsekunden über der Norm (4:15,50 Min.) gelegen, im Endlauf blieb er dann fast zwei Sekunden darunter. „Ich habe das Gefühl, ich kann unter Druck sowieso besser schwimmen“, sagte Büssing nach dem Finale dem Portal „Swim+More“. Er sei vor drei Wochen richtig krank gewesen, deshalb habe ihm in den letzten Wochen noch ein bisschen die Kraft gefehlt. Und bei aller Souveränität: „Das Rennen jetzt hat sich deutlich härter angefühlt, als es sein sollte.“
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Das war’s auch schon für Büssing bei dieser DM. Er düste direkt zurück in die USA, wo er in Indiana an der University of Indianapolis seinen Abschluss in Business und Wirtschaftswissenschaften feiern darf. Danach kehrt er zurück nach Deutschland, auf Duelle mit seinem Teamkollegen Finn Hammer wird er dennoch verzichten müssen: „Schade, dass ich jetzt mit der Uni fertig werde und Finn hier mit der Schule, sodass wir in den USA praktisch die Plätze tauschen werden.“ Hammer wird ab Sommer in Georgia trainieren und studieren.

Schwimmen: Weitere WM-Plätze für Essener Schwimmer?
Neben Büssing hat sich von der SGE Jeannette Spiwoks im Freiwasser über zehn Kilometer bereits für die WM qualifiziert. Beim Weltcup im Mittelmeer vor Ibiza belegte die Essenerin jüngst Rang acht. Und gut möglich, dass sich in Berlin weitere Asse vom Essener Bundesstützpunkt für Singapur empfehlen. Nina Sandrine Jazy könnte sich einen Platz in der Freistil-Staffel erobern. „Das wird nicht einfach, ist aber machbar“, findet Endruschat. Gleiches gilt für Philipp Peschke. Er kämpft um einen Platz im deutschen 200m-Freistil-Quartett, die Norm für die U23-EM im Juni in der Slowakei hat er erfüllt. Und die Aussichten, bei den University World Games im Sommer dabei zu sein, stehen auch nicht schlecht. Die Schwimmwettbewerbe finden bekanntlich aber nicht in der Rhein-Ruhr-Region statt, sondern ebenfalls im Berliner Europasportpark.
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Einen ungewöhnlichen Weg für die WM-Quali hat Nicole Maier gewählt. Die Olympia-Starterin der SGE lebte aktuell bei ihrem Freund in Griechenland und wird in Athen versuchen, die Norm zu knacken.
DM-Gold gab es auch schon zum Auftakt für die Essener Mixed-Staffel über 4x100m Freistil. Moritz Schaller, Philipp Peschke, Nina Sandrine Jazy und Julianna Dora Bocska siegten souverän mit deutschem Vereinsrekord.


