Es war dramatisch, spannend, eng - und endete bitter aus Essener Sicht. Der TUSEM Essen kämpfte bravourös, das Spiel stand lange Zeit auf Messers Schneide. Doch am Ende sollte es nicht sein. Die 27:28-Niederlage (13:13 zur Pause) gegen den Dessau-Roßlauer HV ist ein großer Rückschlag für den Essener Handball-Zweitligisten. Denn dadurch ziehen die Sachsen-Anhalter nach Punkten mit dem TUSEM gleich und überholen ihn auch noch. Die Essener fallen somit zurück auf den zehnten Tabellenplatz.

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Die schlechten Nachrichten begannen schon vor der Partie: Top-Talent und U21-Nationalspieler Felix Göttler war im Abschlusstraining auf das Steißbein gefallen und musste für die Partie gegen Dessau-Roßlau passen. Vor vollen Zuschauertribünen - 2226 Fans hatten den Weg in die Halle gefunden - entwickelte sich schnell ein dramatisches Spiel. Keine Mannschaft konnte sich entscheidend absetzen, immer wieder machten eigene Fehler einen Lauf zunichte - oder die Top-Leistungen der Torhüter. So sorgte Dominik Plaue mit einer Doppelparade beim Stand von 7:7 für begeisterte Schreie von der Tribüne. Doch auch sein Gegenüber Philip Ambrosius stand dem in Nichts nach. Dessau-Roßlau bewies enorme Effizienz in eigener Überzahl, ging zwischenzeitlich mit 10:8 in Führung, und machte dem TUSEM das Leben schwer. Mit dem Zwischenstand von 13:13 wurden die Seiten gewechselt.

Im zweiten Durchgang entwickelte sich ein echter Krimi. Dessau legte mehrfach vor, Essen glich immer wieder aus. Und dann schlug die Stunde von Ambrosius. In der Schlussphase packte er entscheidend seine Pranken aus, parierte gleich zwei Mal spektakulär gegen Felix FEißing und sicherte seiner Mannschaft somit den Sieg.

Der TUSEM fällt somit mit 28:30-Punkten auf Rang zehn. Es gab aber auch positive Nachrichten aus Essener Sicht. Denn die Konkurrenz patzte ebenfalls. mit Ausnahme von Lübecke (31:30gegen Hüttenberg) ebenfalls. Großwallstadt unterlag Konstanz mit 30:33, Dormagen Dresden mit 24:32, Ludwigshafen dem Bergischen HC mit 27:32, Lübeck-Schwartau dem VfL Eintracht Hagen mit 29:32 und Hamm-Westfalen Minden mit 27:32.

Tusem Essen - Dessau-Roßlauer HV 06: 27:28

  • Am Ende gewinnt der DRHV mit nur einem Tor und zieht damit nach Punkten mit dem TUSEM gleich. Die Sachsen-Anhalter überholen den TUSEM auch in der Tabelle, der auf den zehnten Platz zurückfällt. An dieser Stelle verabschieden wir uns hier aus der Sporthalle „Am Hallo“. Danke fürs Mitlesen und einen schönen Restsonntag!
  • Das Spiel ist aus! In einer wahnsinnig spannenden Partie gewinnt der Dessau-Roßlauer HV 06 mit 28:27 (13:13) „Am Hallo“ und entführt ganz wichtige zwei Punkte aus Essen.
  • Dessau trifft zum 27:28, der TUSEM wird noch eine Chance bekommen. Doch das wird es gewesen sein: Letzter TUSEM-Angriff, Homscheid spielt Eißing auf Rechtsaußen schön frei. Doch der 22-Jährige scheitert erneut völlig frei an Ambrosius. Irre!
  • Purer Wahnsinn am Hallo! Dominik Plaue mit einer Monsterparade gegen den völlig freien Carl-Phillip Haake. Finn Wolfram reagiert am schnellsten und wirft den Ball ins leere Gästetor. Ausgleich!
  • Das kann nochmal entscheidend sein! Siebenmeter für den TUSEM und Zeitstrafe für Dessau, die das Spiel in Unterzahl beenden werden. Homscheid tritt an und trifft!
  • Nach Ballgewinn kann Eißing frei vor Ambrosius abschließen, scheitert aber an diesem. Der DRHV-Keeper wird immer mehr zum Faktor. Zweieinhalb Minuten noch, 25:27 für Dessau.
  • Die Gäste halten nun alle Trümpfe in der Hand. Neuhaus scheitert mit seinem Schlagwurf am kompakten Block der Dessauer Abwehr. Es sieht nicht gut aus für den TUSEM.
  • Kurze Zeit später stellt Dessau auf -2 aus Essener Sicht. Trainer Daniel Haase reagiert und nimmt seine zweite Auszeit.
  • Yannick Danneberg erzielt die neuerliche Führung für Dessau-Roßlau. 25:26, die Uhr zeigt 54:45 Minuten an. Welches Ende hält dieses enge Spiel parat?
  • Mitnichten. Der TUSEM wirft in der Überzahl kein weiteres Tor mehr, während Dessau per Doppelschlag zweimal trifft. Immerhin kann Neuhaus wieder ausgleichen. 24:24, noch zehn Minuten.
  • Das könnten zwei richtungsweisende Minuten für den TUSEM werden. Christian Wilhelm holt eine Zeitstrafe gegen DRHV-Spielmacher Vincent Bülow heraus. Homscheid verwandelt den dazugehörigen Siebenmeter. 23:22 für Essen. Kann der TUSEM sich jetzt absetzen?
  • Wenig später trifft Felix Eißing allerdings zum 20:20-Ausgleich. Ein Krimi bahnt sich an.
  • Überragende Parade von Ambrosius gegen den durchbrochenen Neuhaus. Der DRHV-Torhüter ist innerhalb der Liga einer der Besten seines Fachs und hat die zweitmeisten Paraden aller Keeper.
  • Plaue pariert stark gegen DRHV-Kreisläufer Leu, der dem TUSEM ein ums andere Mal entwischt. Vorne haben die Essener nun wieder die Chance auf den Ausgleich. 18:19
  • Die Gäste bringen sich gerade durch Zeitstrafen etwas aus dem Konzept und kassieren innerhalb kurzer Zeit zwei dergleichen. Reimer scheitert allerdings vom Strich an Gästekeeper Philip Ambrosius. Dessau-Roßlau führen mit 17:18.
  • Daniel Haase beschwert sich über einen Siebenmeterpfiff für Dessau-Roßlau. Etwas zu sehr nach Ermessen der Schiedsrichter, die ihm dafür die gelbe Karte zeigen. Aller Ärger allerdings umsonst: Danneberg wirft deutlich drüber.
  • 2226 Zuschauer sind es.
  • Auch nach der Pause bietet sich den über 2000 Zuschauern ein ähnliches Bild. Dessau konnte zweimal vorlegen, doch der TUSEM gleicht immer wieder aus. 15:15.
  • 17:54 Uhr: Weiter geht‘s in der Sporthalle „Am Hallo“! Der DRHV wirft an. Wer holt sich zwei enorm wichtige Punkte im Abstiegskampf?
  • Im Parallelspiel führt GWD Minden gegen den ASV Hamm-Westfalen um Ex-TUSEM-Trainer Michael Hegemann zur Halbzeit mit 12:10. Auch die Hammer stecken mittendrin im Schlamassel.

Halbzeit in Essen: 13:13 zwischen Tusem und Dessau-Rosslau

  • Halbzeitfazit: Das Spiel ist völlig offen. Beide Mannschaften hauen sich voll rein. Beide Teams wissen scheinbar, was auf dem Spiel steht. Wir melden uns zur zweiten Hälfte zurück, bis gleich!
  • Kurz vor der Halbzeitsirene pariert Dominik Plaue einen fiesen Schlagwurf von Vincent Bülow. Mit 13:13 geht es in die Pause.
  • Zwei Minuten vor dem Ende der ersten Halbzeit nimmt Gästecoach Uwe Jungandreas seine erste Auszeit. Das Spiel ist beim Stand von 13:13 völlig ausgeglichen.
  • Die Unterzahl hat dem TUSEM nicht gut getan. Dessau-Roßlau geht mit einem 2:0-Lauf wieder in Führung und ist obendrein in Ballbesitz.
  • Tim Mast trifft vorne für den TUSEM zur Führung, kassiert dann aber zwei Minuten für Schauspielerei. 12:11 nach 24 Minuten für Essen.
  • Wieder Siebenmeter, wieder trifft Reimer. Wichtige Treffer jetzt vom Rechtsaußen, die dem TUSEM den Ausgleich bringen. Noch knapp zehn Minuten im ersten Durchgang.
  • Nächster Siebenmeter für den TUSEM. Homscheid verwarf eben, also kommt Jan Reimer an die Linie. Der 24-Jährige trifft und bringt den TUSEM wieder auf ein Tor heran.
  • Dessau-Roßlau ist in der eigenen Überzahl wahnsinnig effizient und trifft zweimal ins leere Essener Tor. Zuvor hatte sich Szczesny gut durchgesetzt. 8:10 aus Essener Sicht nach gut 17 Minuten. Daniel Haase nimmt seine erste Auszeit.
  • Max Neuhaus kassiert die erste Zeitstrafe für den TUSEM, was Bülow per Strafwurf zur 7:8-Gästeführung nutzt.
  • Sensationelle Doppelparade jetzt von Dominik Plaue, der die ohnehin schon gute Stimmung in der Halle weiter anheizt. Die Gäste bleiben allerdings im Ballbesitz.
  • Zehn Minuten sind rum, es steht 5:5. Bei Dessau-Roßlau zieht Spielmacher Vincent Bülow die Fäden, seine Wirkungskreise müssen die Essener heute einschränken.
  • Nach dem Dessauer Ausgleich lässt Homscheid dann den ersten Siebenmeter liegen. Der TUSEM ist allerdings jetzt in Überzahl.
  • Nils Homscheid ist wieder per Siebenmeter erfolgreich. Der 22-Jährige macht da weiter, wo er in Dresden aufgehört hat. Die Gäste spielen es dann aber stark über den Kreis und gleichen zum 3:3 aus.
  • 4. Minute: Die Halle ist richtig gut gefüllt an diesem frühen Sonntagabend. Dessau ging per Siebenmeter in Führung, aber Nils Homscheid kann schnell ausgleichen. 1:1 nach vier Minuten.
  • 17:00 Uhr: Anpfiff! Das Spiel geht los!

Tusem Essen - Dessau-Rosslau: Die Aufstellungen

  • Vor Anpfiff: Der TUSEM nimmt im Vergleich zur Vorwoche einen Wechsel vor. Felix Göttler steht nicht zur Verfügung, für ihn rückt Luis Buschhaus in den Kader. Dass der U21-Nationalspieler nicht spielen kann, ist eine herbe Schwächung für den TUSEM. Er ist beim Abschlusstraining aufs Steißbein gefallen. Der Kader im Überblick: Wipf, Plaue - Wilhelm, Hermeling, Wolfram, Homscheid, Reimer, Eißing, Szczesny, Buschhaus, Clarius, Szuharev, Kostuj, Neuhaus, Mast, Werschkull
  • Die Gäste aus Dessau-Roßlau treten mit folgendem Personal an: Patzwaldt, Ambrosius - Gonschor, Fritz-Leon Haake, Carl-Phillip Haake, Bülow, Mitrovic, Powarzynski, Nowak, Baumgart, Emanuel, Danneberg, Hertzfeld, Pust, Leu
  • Vor Anpfiff: Hallo und herzlich willkommen aus der Sporthalle „Am Hallo“. Der 29. Spieltag in der zweiten Handball-Bundesliga steht an, der TUSEM Essen trifft auf den Dessau-Roßlauer HV. Wir tickern das Spiel live und wünschen gute Unterhaltung!
  • Die Ausgangslage: Der TUSEM ist momentan 8. und kann mit einem Heimsieg den Abstand zum ersten Abstiegsplatz auf sechs Punkte ausbauen. Das wäre dann bei noch zehn verbleibenden Punkten ein großer Schritt Richtung Klassenerhalt. Die Gäste aus Sachsen-Anhalt belegen derzeit den elften Rang, nur zwei Punkte hinter den Essenern. Das Team von Trainerlegende Uwe Jungandreas ist seit drei Auswärtsspielen in Serie ungeschlagen.
  • Dessau-Roßlau ist außerdem eine Art Angstgegner für den TUSEM. Von insgesamt 13 Spielen zwischen beiden Teams gewann Essen nur drei. Den letzten Sieg gegen den DRHV holte der TUSEM im Dezember 2021. Der Abstiegskampf in der zweiten Liga ist brutal eng und spannend. Unsere Redaktion hat gestern bereits fünf Spieler genannt, auf der TUSEM im Endspurt besonders setzt.

Am kommenden Sonntag (Anwurf: 17 Uhr) gastiert der Dessau-Rosslauer HV 06 beim Tusem „am Hallo“. Die Partie zwischen dem Tabellenachten aus Essen und dem Elften aus Sachsen-Anhalt wird aber kein Mittelfeld-Duell werden, bei dem es um nichts mehr geht. Beide Teams müssen sich an den verbleibenden sechs Spieltagen noch vom Tabellenkeller abgrenzen.

Mit 28:28 Punkten hat der Tusem aktuell nur vier Punkte Vorsprung auf den vorletzten Platz. Immerhin: Nach einer bisher durchwachsenen Saison kommen die Essener so langsam im gesicherten Mittelfeld der Tabelle an, mit ein paar Siegen wäre auch noch Platz fünf zum Abschluss der Spielzeit drin. Zwei Punkte am Sonntag gegen den HV 06 würden zudem erstmals in dieser Saison eine positive Bilanz von dann 14 Siegen, 2 Unentschieden und 13 Niederlagen bedeuten.