Das Abstiegsgespenst spukt in der 2. Handball-Bundesliga quer durch die Republik. Fast alle Mannschaften stecken noch im Kampf um den Klassenerhalt – die einen mehr, die anderen weniger. Auch der Tusem Essen ist mittendrin, daher auf jeden Punkt angewiesen. Schaut man sich das Restprogramm der Abstiegskandidaten an, hat die Mannschaft von der Margarethenhöhe nicht die schlechtesten Karten in der Hand.
„Ich habe gerade zu meinen Spielern gesagt, dass sie wahrscheinlich noch gar nicht wissen, wie unfassbar wichtig diese zwei Punkte sein können. Deswegen steht das Ergebnis über allem“, sagte Tusem-Trainer Daniel Haase nach dem jüngsten Auswärtssieg gegen den Tabellenletzten HSG Konstanz. Auch das hart erkämpfte Last-Minute-Unentschieden gegen den Aufstiegskandidaten GWD Minden kann am Ende der Saison enorm wertvoll sein.
2. Bundesliga Handball: Ab Platz 5 kann jeder noch absteigen
Mit Blick auf die Tabelle der 2. Bundesliga ist theoretisch ab Platz fünf jedes Team noch nicht raus aus dem Schneider. Die ersten vier Mannschaften (Bergischer HC, GWD Minden, TV Hüttenberg und HBW Balingen-Weilstetten) machen den Aufstieg unter sich aus, danach wird die Liga geteilt. Die beste Ausgangslage hat der HC Elbflorenz Dresden. Der Tabellenfünfte hat immerhin 28 Punkte auf dem Konto, allerdings nur sechs Zähler Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz. Bei noch 16 zu vergebenen Punkten ist damit klar: Rein rechnerisch kann in dieser Liga noch fast alles passieren.

Mittendrin der Tusem. Drei Zähler trennen die Essener derweil von ihrem zehnten Tabellenplatz und dem Abstiegsplatz. Klar ist, dass die HSG Konstanz als Aufsteiger direkt zurück in die 3. Liga muss. Der zweite Abstiegsrang ist noch vakant und gleichermaßen unbeliebt. Aktuell steht dort der TuS Nettelstedt-Lübbecke, doch jeder Spieltag bringt enorm viel Schwung in das Abstiegskarussel, weshalb die Momentaufnahme eine ganz andere sein kann als die am Saisonende.
Tusem Essen: Kommt es zum emotionalen „Endspiel“ am letzten Spieltag?
Das Restprogramm ist aus Sicht der Essener ganz in Ordnung. Gegen die Top-3-Teams haben sie bereits gespielt, jetzt geht es fast nur noch gegen direkte Konkurrenz. Immerhin vier Heimspiele stehen noch an, darunter das wichtige Duell an diesem Freitag gegen den TV Großwallstadt (19 Uhr, „Am Hallo“). Schwierige Aufgaben sind ebenfalls noch zu absolvieren, darunter das Auswärtsspiel beim Aufstiegskandidaten Balingen oder das Heimduell mit Angstgegner HSG Nordhorn-Lingen. Wenn es dicke kommt, könnte das letzte Saisonspiel beim ASV Hamm-Westfalen entscheidend werden – ausgerechnet gegen den Ex-Trainer Michael Hegemann. Denn auch die Hammer sind noch auf Punkte angewiesen.
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Schwierig sind die Aufgaben für den TuS Ferndorf oder auch den VfL Lübeck-Schwartau. Berechnet man den durchschnittlichen Tabellenplatz der noch ausstehenden Gegner, spielt Ferndorf gegen Siebtplatzierte, Lübeck gegen Achtplatzierte. Zum Vergleich: der Tusem muss im Schnitt gegen Zehntplatzierte spielen. Jedoch haben Dresden, Coburg und Nordhorn-Lingen aufgrund ihres Vorsprungs etwas mehr Puffer als Mannschaften wie Lübbecke oder Großwallstadt.

Doch dies ist ein reines Rechenspiel. Die Liga hat bewiesen, dass nichts berechenbar ist und jeder Punkt am Ende entscheidend sein kann – vielleicht sogar jedes Tor. Der Tusem tut also gut daran seine Heimstärke weiter unter Beweis zu stellen und im besten Fall auch noch auswärts Überraschungen einzufahren. In Ludwigshafen oder in Hamm treffen die Essener jedenfalls auf Teams, die aktuell in der Tabelle schwächer angesiedelt sind. Stand jetzt.



