Dennis Szczesny hob langsam sein Tusem-Trikot an, sichtbar wurde darunter nach und nach das weiß-grüne Shirt der HSG am Hallo. Der Wechsel des Kapitäns des Handball-Zweitligisten zum (noch) drei Klassen tiefer spielenden Nachbarn aus Essen wurde von seinem neuen Klub superheldenmäßig in den Sozialen Medien inszeniert und sorgte in der Szene für Aufhorchen.
Die HSG am Hallo, die am vergangenen Samstag durch den Sieg über den HSV Dümpten einen Riesenschritt Richtung Aufstieg machte, hat in den jüngsten Wochen auch personell einen monströsen Sprung getätigt, um künftig in der Regionalliga Nordrhein zu bestehen. Erst wurde sich der Dienst von Dümptens-Top-Torjäger Matthis Blum gesichert, dann die Tusem-Nachwuchstalente Jeremy Lange und Tim Schuppe verpflichtet – und nun kommt auch noch Szczesny: der Königstransfer. Ein Handball-Superheld.
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„Ich weiß, dass ich für die Gegner ein gefundenes Fressen sein werde. Jeder wird mich im 1:1 schlagen wollen, jeder wird alles versuchen, um den Ball von mir fernzuhalten. Darauf muss ich gefasst machen“, sagt Dennis Szczesny und muss schmunzeln. Wohlwissend, dass die Zeiten nach dem Ende der professionellen Karriere zwar etwas ruhiger, aber nicht völlig gemächlich sein werden.
Tusem-Kapitän Szczesny: Vereint mit Patenonkel der Tochter
Ohnehin hat der 31-Jährige dann einen anderen Fokus. Beruflich will der gelernte Kaufmann nun durchstarten, zudem wird die Familie größer, das zweite Kind wird im Frühling erwartet. „Mein Vertrag beim Tusem lief noch ein weiteres Jahr, aber er war so angelegt, dass wir darüber noch einmal reden, wenn das zweite Kind auf dem Weg ist.“ Auch wenn die Lust auf den professionellen Handball noch groß ist – „der Zeitaufwand mit dem Training und den Auswärts-Wochenenden würde ja bleiben. So bleibt künftig viel mehr Zeit mit der Familie.“
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Und etwas familiär geht es bei der HSG am Hallo ja auch zu. Viele der künftigen Kollegen kennt der Rückraumspieler, in Kreisläufer Christoph Enders ist gar der beste Kumpel vor Ort. „Er war mein Trauzeuge und ist Patenonkel meiner Tochter. Wir haben schon vor zehn Jahren gesagt, dass es cool wäre, mal endlich zusammenzuspielen. Nun klappt es endlich. Perfekter geht‘s nicht.“
Tusem-Kapitän Szczesny: Trainerlizenz schon in der Tasche

Weniger Druck, Spaß haben: Dennis Szczesny möchte den Handball noch einmal so erleben, wie er ihn als Kind in Dinslaken beim TV Jahn Hiesfeld einst kennenlernte. Bevor er als 15-Jähriger ans Internat des DHC Rheinland in Dormagen wechselte, dort erste Bundesliga-Erfahrungen sammelte und dann jahrelang fester Bestandteil der Zweitligisten TV Bittenfeld und Tusem Essen war. „Die 14 Jahre als Profi waren körperlich schon sau-anstrengend. Deshalb gab es beim Tusem auch keinen, der mich gefragt hat, warum ich diesen Schritt jetzt gehe. Alle haben volles Verständnis“, sagt Szczesny.
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Wie lange er noch als Amateur auflaufen will? Szczesny lacht bei dieser Frage, noch ist dies Zukunftsmusik, noch ist die Gegenwart mit dem Tusem von Konzentration auf den Abstiegskampf geprägt. „Dann schauen wir mal. So lange mein Körper mitmacht und ich Spaß habe.“ Aber auch danach wird es weitergehen: Die B-Lizenz als Trainer hat Dennis Szczesny schon.
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