Fußball, Kanurennsport, Rudern – in diesen Sportarten ist die Stadt Essen bekanntlich ziemlich gut aufgestellt. Doch Trampolinturnen? Bei der „Sportler des Jahres“-Wahl tauchte auch diese Disziplin unter der Kategorie „Newcomer“ auf. Joris Rührwiem vom Turnerbund Frintrop kennt kaum jemand, aber er zählt mit seinen 16 Jahren auf dem Trampolin zu den größten Talenten in Deutschland, was für die Essener Jury Anlass genug war, ihn für die Wahl der Besten zu nominieren.

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Innerhalb von zwei Jahren hat sich der Borbecker in der nationalen Rangliste nach vorne gearbeitet. 2022 holte er Einzel-Gold beim Deutschland-Cup, einem Wettbewerb für diejenigen, die sich noch nicht für Deutsche Meisterschaften qualifizieren konnten. Mit der Mannschaft des Rheinischen Turnerbundes gewann er in jenem Jahr zudem Bronze bei der DM der Landesverbände.

Essener Trampolinturner Rührwiem: Begeisterung im Urlaub erwacht

Joris Rührwiem mit seiner Trainerin Lynn Heggemann.
Joris Rührwiem mit seiner Trainerin Lynn Heggemann.© FUNKE Foto Services | Vladimir Wegener

Ein Jahr später der nächste Schritt für den Don-Bosco-Gymnasiasten: Platz sieben bei der Jugend-DM und Dritter im Synchronspringen. 2024 folgte der erste große Einzel-Erfolg auf Bundesebene. Rührwiem wurde bei der DM in Dessau Dritter in seiner Altersklasse (15/16 Jahre) und ist damit bereits für die Titelkämpfe in diesem Jahr qualifiziert. Bronze gab es außerdem in der offenen Klasse mit der Mannschaft des TV Voerde.

„Es macht einfach Spaß“, begründet Joris Rührwiem lapidar sein Faible für sein doch etwas exotisches Hobby. Bei einem Urlaub auf Texel hatte er als kleiner Junge schon mächtig Spaß gehabt beim Toben auf einem großen Hüpfkissen, wo auch die ersten Überschläge gelangen. Gleichwohl jagte er zu Hause zunächst bei der SG Schönebeck dem Fußball hinterher. „Als dann aber meine Mannschaft aufgelöst wurde, bin ich schließlich beim TB Frintrop gelandet.“  Dort, wo auch Zwillingsschwester Ava turnt.

Essener Trampolinturner Rührwiem: Dreifach-Salto funktioniert

Joris hatte damals einen Freund aus der Grundschule begleitet, dessen Mutter Trainerin beim TBF war, und gleich Gefallen auf dem Sprungtuch gefunden. „Es war anfangs nur eine Breitensportgruppe“, erinnert sich Rührwiem, der jedoch mit Talent und Fleiß schnell lernte und alsbald in die Leistungsriege aufrückte.

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Dreimal die Woche trainiert Joris Rührwiem in der Halle an der Friedrich-Lange-Straße, einmal in der Woche macht er eine Einheit beim NRW-Landesstützpunt in Voerde. Die Schwerelosigkeit fasziniere ihn, die Körperbeherrschung und das Gefühl in der Luft. Mittlerweile springt er auch einen Dreifach-Salto.

Essener Trampolinturner Rührwiem: Olympia? Ziele erst mal kleiner gesteckt

Solange der Sport ihn begeistert, will er dabeibleiben. Klar, die Frage nach einer möglichen Olympia-Teilnahme stellt sich immer für Top-Talente, aber so hoch möchte Joris Rührwiem das Ziel nicht gar stecken: „Ein Start beim Weltcup oder einer Weltmeisterschaft, das wäre schon was.“ Dass die Essener Sportlerwahl-Jury ausgerechnet einen Trampolinturner zum Kandidaten kürte, hat ihn natürlich überrascht. Und auch hier bleibt er zurückhaltend und bescheiden: „Das hat mich sehr gefreut, aber die anderen, finde ich, waren doch irgendwie besser und sind mitunter ja schon Deutscher Meister und international erfolgreich.“ Und sie kommen aus dem Fußball, vom Kanurennsport oder Rudern….

Die weiteren Newcomer-Kandidat*innen bei der Essener Sportler-Wahl: Julia Stoeber (Rudern), Marleen Sits (Kanurennsport), Sophia Winkler (Fußball), Conor Tönnies und Arne Wessels (Fußball).

Am Samstag werden die Siegerinnen oder Sieger in den fünf Kategorien im Rahmen einer großen Sportgala im Essener Colosseum offiziell ausgezeichnet. Die öffentliche Abstimmung unter www.visitessen.de/sportgala endet an diesem Freitag um 12 Uhr.

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