Triathlon

Sven Wies holt Bronze bei der Triathlon-Weltmeisterschaft

Auf der Laufstrecke hatte Sven Wies enorm zu kämpfen.  

Auf der Laufstrecke hatte Sven Wies enorm zu kämpfen.  

Foto: Alice Wagner

Duisburg.   Der Sportler des Duisburger SV 98 wiederholt beim Wettkampf in der Slowakei sein Vorjahresergebnis. Die Bedingungen waren teilweise extrem.

Der Akku war leer. Die letzten 500 Meter seiner Laufstrecke lief Sven Wies nicht mehr. „Ich bin ins Ziel getorkelt“, erinnert sich der 32-Jährige. Die Anstrengungen forderten ihren Tribut. Der einstige Bundesliga-Wasserballer des Duisburger SV 98, heute als Triathlet für den Traditionsverein vom Bertasee unterwegs, hatte bei der Weltmeisterschaft des Verbandes Challenge im slowakischen Samorin alles aus sich herausgeholt. Der ganz große Wurf, von dem er geträumt hatte, wurde es auch diesmal wieder nicht. Doch mit der Bronzemedaille in der Altersklasse der 30- bis 34-Jährigen, die Wies sich wie schon im Vorjahr sicherte, konnte er erneut sehr zufrieden sein.

1,9 Kilometer Schwimmen, 90 Kilometer Radfahren, 21 Kilometer Laufen – diese Distanzen galt es auf dem Kurs in der Nähe von Bratislava zu überwinden. „Ich habe natürlich versucht, mein Ergebnis aus dem vergangenen Jahr zu verbessern“, so Wies. Das Feld sah sich zum Auftakt mit dem 14,4 Grad kalten Wasser der Donau konfrontiert – und mit einer aufgrund eines vorherigen Hochwassers hohen Fließgeschwindigkeit. Die bremste die Teilnehmer auf den ersten 500 Metern aus und schob sie am Ende auf dem Rückweg entsprechend an; im Fall von Sven Wies bedeutete dies auf dem gleichen Streckenabschnitt, dass er für diesen beim zweiten Durchschwimmen vier Minuten weniger benötigte. Die Kälte verursachte zudem Kopfschmerzen beim 98-Mann, die sich zu seinem Glück aber schnell wieder verzogen.

Krämpfe in den Oberschenkeln

Wies stieg als Dritter aus dem Wasser und konnte sich in der Wechselzone auf Platz zwei vorarbeiten. Auf dem Rad übernahm er dann zeitweise gar die Führung, bekam dann aber noch die Nachwirkungen des kalten Donauwassers zu spüren. „Plötzlich hatte ich in beiden Oberschenkeln Krämpfe wie nie zuvor, ein ganz komisches Gefühl. Daraufhin habe ich dann etwas an Geschwindigkeit herausgenommen, um das Rennen zu Ende fahren zu können“, berichtet er. Der Brite Gareth Hodgson schob sich vorbei auf den ersten Platz.

Zu einer besonderen Herausforderung wurde dann die abschließende Laufstrecke. Die führte Wies und seine Kontrahenten nämlich nicht wie gewohnt auf eine Asphaltpiste, sondern auf eine Pferderennbahn. Abwechselnd wurde dort auf einem Sandrondell und einem um dieses herum führenden Grasstreifen gelaufen. Die Regenfälle der Tage zuvor sorgten dafür, dass der im Vergleich zu seinen Mitstreitern deutlich schwerere Wies mit seinem Füßen immer tief einsank. In Kombination mit den sich nun im Bereich um 30 Grad befindenden Temperaturen bei Windstille hatte der Duisburger nun mächtig zu kämpfen. Bis kurz vor Schluss lieferte er sich ein Duell mit Cedric Labadens, ehe er nicht mehr mit dem Franzosen Schritt halten konnte, der sich damit Platz zwei sicherte. Wies kam nach 4:15:29 Stunden ins Ziel – trotz des verpassten Silbers glücklich, aber völlig erschöpft. „Die Arme hochzureißen, war nicht mehr drin“, sagt er.

Im Akkordtempo geht es nun weiter. Für den DSV 98 bestreitet Wies am 14. und 30. Juni zwei Ligawettkämpfe auf der Kurzdistanz in Kamen und Altena; zwischendrin steht am 23. Juni ein Sprint-Triathlon in Düsseldorf an. Dann beginnt allmählich die Vorbereitung auf das große Highlight: den Ironman Hawaii am 12. Oktober.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben