Jens Scheuer freute sich so richtig über das Ergebnis. „Schließlich habe ich noch nie hier gewonnen. Deshalb bin ich froh, dass mir das jetzt noch gelungen ist“, sagte der scheidende Trainer des SC Freiburg, der zur neuen Saison in der Fußball-Bundesliga der Frauen den FC Bayern München übernimmt. Rein sportlich war es für ihn und sein Team eher eine lockere Pflichtübung, die drei Punkte vom Rheindeich mitzunehmen. Der MSV Duisburg war bei der 1:6 (0:3)-Heimpleite vor 439 Zuschauern am Rheindeich kein wirklicher Gegner für die Breisgauerinnen und rutschte dadurch auf Platz zehn ab. Werder Bremen bleibt durch das 0:6 in Wolfsburg vorerst unter dem Strich.

MSV-Trainer Thomas Gerstner.
MSV-Trainer Thomas Gerstner.© Oleksandr Voskresenskyi

„Die erste Hälfte war desolat. Wir haben individuelle Fehler gezeigt, die man so in der Bundesliga nicht machen darf“, analysierte Trainer Thomas Gerstner. An der Systemumstellung habe es nicht gelegen: Gerstner probierte es diesmal mit einer Dreierkette in der Abwehr, in der Claire O’Riordan, Julia Debitzki und Meikayla Moore agierten. Vor allem die Neuseeländerin Moore erwischte einen völlig schwarzen Tag: Sie sorgte mit zahlreichen Fehlpässen dafür, dass der Spielaufbau so gut wie überhaupt nicht funktionierte. Auch ihre nach langer Verletzungspause zurückgekehrte Landsmännin Emma Rolston war neben der Spur – sinnbildlich, dass sie zwei Minuten vor der Pause ausgewechselt wurde.

Von den Gegentreffern vor der Pause erstaunten vor allem der zweite und der dritte: Beim 0:2 ließ Julia Debitzki eine eher harmlos in den Strafraum geschlagene Flanke passieren, was Sharon Beck den erfolgreichen Abschluss ermöglichte, das 0:3 begünstigte Magdalena Richter, die den Ball praktisch für Jobina Lahr stoppte.

Radtke trifft per Elfmeter

Völlig absurd dann: das 0:4 zehn Minuten nach dem Wechsel, als Rebecca Knaak – ohne sich groß anstrengen zu müssen – einen Fehlpass von Meikayla Moore auf Julia Debitzki im eigen Strafraum erlief. Kein Hoffnungsschimmer, sondern nur Ergebniskosmetik war das 1:4 durch einen von Paula Radtke verwandelten Foulelfmeter. SC-Keeperin Merle Frohms hatte Dörthe Hoppius im Luftduell umgeboxt. Freiburg legte aber noch einmal nach: durch ein Eigentor von Claire O’Riordan und das 60 Sekunden folgende 6:1, das Stefanie Sanders bei ihrem Ligadebüt für die Gäste gelang.

Positiv fiel nur eines an diesem Tag ins Gewicht: das Comeback von Lisa Makas nach vier Monaten Verletzungspause.

MSV: Kämper – O’Riordan, Debitzki (89. Angerer), Moore – Radtke, Richter – Zielinski (63. Makas), Morina, Rolston (43. Gottschling), Dunst – Hoppius.
Tore: 0:1 Bühl (24.), 0:2 Beck (34.), 0:3 Lahr (37.), 0:4 Knaak (56.), 1:4 Radtke (75., Foulelfmeter), 1:5 O’Riordan (86., Eigentor), 1:6 Sanders (87.).