Triathlon

Der Duisburger Sven Wies ist 2019 auf Hawaii dabei

Immer fokussiert: Sven Wies bewies in Barcelona Durchhaltevermögen

Immer fokussiert: Sven Wies bewies in Barcelona Durchhaltevermögen

Foto: Wies

Duisburg.   Sven Wies erlebt bei der Ironman-Qualifikation in Barcelona ein Wechselbad der Gefühle. Dann ist klar: Im kommenden Jahr wird sein Traum wahr.

Es war ein Wechselbad der Gefühle, das Sven Wies da am vergangenen Wochenende erlebt hat. Dabei auf Hawaii – oder doch nicht? Das war die Frage, die sich der Duisburger Triathlet sowohl während als auch nach dem Ironman-Wettbewerb im spanischen Barcelona immer wieder stellen musste. Tatsächlich stand erst einen Tag nach seiner Zielankunft fest: Ja, Sven Wies darf am 12. Oktober des kommenden Jahres am legendären Ironman auf Hawaii teilnehmen. Das große Ziel ist erreicht.

Die Königsdisziplin des Ausdauer-Dreikampfes hatte Wies bisher noch nicht absolviert: 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und am Ende dann ein Marathonlauf. Trotzdem hatte er gleich bei seinem Debüt den Traum von der Südsee angepeilt. „Der Triathlon in Barcelona ist der erste, bei dem man sich für den Ironman Hawaii im kommenden Jahr qualifizieren kann. Wenn man das dann schon schafft, fällt die Planung natürlich wesentlich leichter“, erklärt er.

Platz vier als Vorgabe

Schließlich will beispielsweise der notwendige Urlaub beim Arbeitgeber beantragt werden. „Drei, vier Wochen braucht man für die gesamte Reise“, sagt Wies. Eine Woche sollte vorher auf Hawaii verbracht werden, um sich angesichts der Zeitumstellung und der klimatischen Verhältnisse einzugewöhnen.

Die Ansage im Vorfeld von Barcelona lautete: In der eigenen Altersklasse muss Platz vier her, um zu den Qualifikanten für Hawaii zu gehören. Das sah nach dem Schwimmen schon einmal sehr gut für Wies aus, denn da kam er als Erster aus dem Wasser. Anschließend ging es aufs Rad, wo er die ersten 20 Kilometer allein fuhr, ehe sich eine dreiköpfige Spitzengruppe mit ihm darin absetzte, die bis Kilometer 140 zusammenblieb.

Bei Kilometer 150 dann der Schock: In einem geradeaus zu durchfahrenden Kreisverkehr stürzte Wies wie einige andere Athleten auf der vom Regen glatten Straße. „Da hätte es schon vorbei sein können“, erinnert er sich. Doch bis auf eine leichte Prellung, die für muskuläre Probleme sorgte, blieb nichts zurück. Zwar „kroch“ er dann die letzten 30 Kilometer mehr, als dass er fuhr, doch der zuvor große Vorsprung sorgte dafür, dass er immer noch auf Platz drei rangierte.

Auf der Laufstrecke waren die ersten 35 Kilometer kein Problem, ehe sich der Muskel wieder meldete. Doch Wies kam als Vierter an – und das in einer Gesamtzeit von 8:59,01 Stunden. „Es ist der Traum eines Triathleten, im Ironman unter neun Stunden zu finishen“, sagt er. Und damit schien alles klar: Hawaii – ich komme! Schnell trudelten die ersten Glückwunschbotschaften auf dem Smartphone ein, die ausgehängten Siegerlisten bestätigten den Erfolg. Dann aber die Schock – oder aber die „Farce“, wie es Wies nennt: Die Veranstalter seien fälschlich davon ausgegangen, in allen Altersklassen 50 Startplätze für Hawaii vergeben zu können.

Konkurrent verzichtet

Doch stattdessen waren es nur deren 40. So musste in jeder Altersklasse gekürzt werden – und in der von Wies traf es den Duisburger. Jetzt gab es in den Textnachrichten den Trost. Nicht für die Leistung natürlich, aber für das, was daraus geworden war.

Eine Nacht darüber schlafen – dann folgte die offizielle Vergabe der Hawaii-Plätze. „Jeder muss dann erklären, ob er den Platz annimmt oder nicht“, so Wies. Der Erstplatzierte nahm an, der Zweitplatzierte, der Drittplatzierte. Alles vorbei. Oder doch nicht: „Auf einmal sagte dann der Zweite, dass er doch verzichtet“, schildert Sven Wies. Der Rest war Riesenfreude beim dadurch doch noch nachrückenden Duisburger – ein Happy End nach stetigem Auf und Ab.

Als Sportler des Jahres nominiert

Für Wies ist damit ein überaus erfolgreiches Sportjahr vorbei, das ihm zuvor schon Platz drei bei der Weltmeisterschaft Challenge auf der Mitteldistanz und den deutschen Meistertitel der Altersklassen eingebracht hatte. „Jetzt ist erst einmal Pause. Die zehn Monate, in denen ich nur an acht Tagen trainingsfrei hatte, waren lang genug“, sagt er. Eine besondere Krönung kann es allerdings noch geben: Am 23. November könnte Sven Wies auf der Bühne des Theaters am Marientor stehen und zum Duisburger Sportler des Jahres gekürt werden. Er gehört zum Kandidatenkreis, aus dem der diesjährige Titelträger hervorgehen wird.

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