Dem Gegner beim Jubeln zuzuschauen, ist für jede Sportmannschaft eine eher unerfreuliche Aktivität. „Die haben gefeiert, als hätten sie die Meisterschaft gewonnen“, sagte Miquel Vila, Spielertrainer des Rollhockey-Bundesligisten RESG Walsum, nach dem Ende der Partie beim RHC Recklinghausen. Das verwundert nicht, schließlich gelten die Vestischen im nur noch sechs Teams umfassenden Feld als designierter Tabellenletzter mit deutlichem Abstand zur Konkurrenz. Umso mehr freuten sie sich am Samstag nach dem 4:3 (3:3, 3:3, 1:1)-Sieg nach Penaltyschießen gegen die Roten Teufel über ihre ersten Punkte in dieser Saison.
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Die Frage, ob er enttäuscht sei, musste Miquel Vila differenziert beantworten. „Nicht von meiner Mannschaft. Aber natürlich hatten wir uns schon die drei Punkte erhofft“, sagte der katalanische Routinier. Dass es stattdessen nur einer wurde, machte er an einigen Umständen fest. Allen voran: die äußeren Bedingungen. Zwar wurde die lange Zeit berüchtigt niedrige Bande in Recklinghausen inzwischen durch Plexiglas in seriöser Höhe ersetzt, doch dafür stellte der Untergrund die Gäste vor Probleme: „Der Boden war total rutschig, als wäre er gerade gebohnert worden. Ich bin selbst vier- oder fünfmal ausgerutscht und hingefallen.“
Dazu kam, dass die Schiedsrichter ihren großzügigen Tag hatten, was die Kartenverteilung angeht. Je viermal auf jeder Seite verteilten Flössel/Flössel aus Gera blaue Karten inklusive Zeitstrafen. Das sorgte für einen extrem unharmonischen Spielverlauf mit ständigen Personalwechseln. Den 0:1-Rückstand durch Niklas Nohlen (20.) egalisierte Mattia Hackel 49 Sekunden vor der Pause. In Durchgang zwei führte die RESG zweimal durch Florian Keil (35.) und wieder Hackel (48.), kassierte aber beide Male den Ausgleich durch Leo Böcker (43.) und Philipp Wagner (49.). Nach torloser Verlängerung verwertete nur Hackel als einziger von fünf RESG-Schützen seinen Penalty, die Gastgeber konnten nach Treffern von Nohlen und Christoph Rindfleisch die erwähnte Party starten.
T. K.


