Das Ergebnis scheint für sich alleine genommen von einem zumindest in Teilen spannenden Spiel zu berichten. Doch das ist ein Trugschluss. Anders als im Hinspiel, als Berlin Thunder in Duisburg zwischenzeitlich führte, ehe Rhein Fire sein Heimspiel in der American Football League Europe doch noch mit 45:36 gewann, hatten die Hauptstädter im kleinen Stadion des Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark am Prenzlauer Berg dem Favoriten nichts entgegenzusetzen. Am Ende stand zwar „nur“ ein 49:28 (21:0, 14:7, 7:7, 7:14)-Erfolg in den Büchern, was aber der Tatsache geschuldet war, dass Cheftrainer Mark Ridgley nach der Halbzeitpause einmal mehr seiner Zweitbesetzung in weiten Teilen Spielpraxis verschaffte, was mit Blick auf die Play-offs nun alles andere als eine schlechte Idee ist. Nebenbei sicherte sich Rhein Fire damit auch den ersten Platz in der Nordwest-Gruppe der Liga.

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Das Spiel als solches war praktisch nach dem ersten Viertel entschieden. Nach dem Berliner Kickoff trug Nazir Streater den Ball bis zur Fünf-Yard-Linie zurück. Es waren offiziell 64 Sekunden gespielt, als Jonathan Scott den Ball in die Endzone gebracht und Kicker Sebastian van Santen per Extrapunkt auf 7:0 gestellt hatten. Wenig mehr als fünf Minuten warum rum, als Kaylon Geiger, freilich wieder im Duett mit Fires Kicker, auf 14:0 erhöht hatte. Als Scott seinen zweiten Touchdown nach gut zehn Minuten ins Ziel gebracht hatte, war der Nachmittag für die Hausherren aus Berlin, die nun auch rechnerisch die Play-offs verpasst haben, gelaufen. In den ersten 15 Spielminuten gelang Thunder, das offensiv an sich einiges zu bieten hat, kein einziges First Down.

Immerhin konnten die Berliner ihren Zuschauern ab dem zweiten Viertel zumindest den einen oder anderen Glücksmoment schenken. So nutzte Jon Cole schließlich eine riesige Lücke in der rheinischen Defensive, um den ersten Touchdown für die Gastgeber zu erlaufen. Allerdings hatte Geiger zuvor bereits seinen zweiten und den vierten Touchdown für seine Mannschaft verbucht. Schließlich ging es mit einem bei diesen Kräfteverhältnissen entscheidenden 35:7 in die Pause, wobei im ersten Viertel sogar noch ein Touchdown zurückgepfiffen wurde und Sebastian van Santen einen Field-Goal-Versuch aus 59 Yards Distanz, was nebenbei bemerkt eine ganze Menge ist, kurz vor der Halbzeit nicht im Ziel unterbrachte.

Alles zu Rhein Fire:

Der Rest war dann Austrudeln. Fire brachte den Ball nach dem Seitenwechsel noch zweimal, Berlin sogar dreimal ins Ziel. In Gefahr geriet der rundherum souveräne Sieg der Gäste nicht einmal ansatzweise. Am kommenden Sonntag (16.40 Uhr) wird es in Florenz nicht gerade schwieriger, ehe zum Abschluss der regulären Saison am 22. August in Palma de Mallorca das Spiel gegen die London Warriors ansteht, die sich am Wochenende ebenfalls für die Play-offs qualifizierten. Durch den Gruppensieg steht fest, dass Rhein Fire am 30. August ein Heimspiel im Halbfinale gegen Wroclaw bestreiten wird, das allerdings in Oberhausen ausgetragen wird, da am gleichen Wochenende der MSV Duisburg daheim im Einsatz sein wird.

Touchdowns: Jonathan Scott (3), Kaylon Geiger (2), T.J. Alexander, Giacomo De Pauli; Extrapunkte: Sebastian van Santen (7.).