Die Aufgaben für das Team von Rhein Fire sind aktuell doppelt schwer. Zum einen müssen die Football-Trainer ihre Spieler auf den nächsten Gegner vorbereiten – zum anderen, und dafür gibt es keinen sinnvollen Trainingsplan, muss es dem spielenden Personal gelingen, den Trubel rund um die Trennungen von Defensive Coordinator Ray Woodard und General Manager Christoph Lörcks auszublenden, so gut es geht zumindest. Wären es einfach nur Personalien im Teamumfeld, wäre es einfacher, doch beide „Gefeuerten“ wiesen in ihren Statements auf tiefer liegende Probleme hin. Lörcks, der sich vehement gegen die Trennung wehrt, sprach gar davon, dass ihm mitgeteilt worden sei, dass dieser Schritt aus wirtschaftlichen Gründen vollzogen werde.
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Das Problem, das sich für Rhein Fire ergibt: Sollten beide Trennungen arbeitsrechtlich keinen Bestand haben, würden die Verträge bestehen bleiben oder müssten kostenintensiv aufgelöst werden. Dann hätte sich der möglicherweise gewünschte Effekt, den Etat des Football-Clubs zu entlasten, in Wohlgefallen aufgelöst. Oder eher in Nichtgefallen. Klar ist: Die Weinroten müssen darauf hoffen, dass sich die Zuschauerzahlen wieder nach oben bewegen. Das Chaos rund um den Zusammenbruch der European League of Football und, was das Schlimme ist, das Zerbrechen des Footballs auf europäischem Level in zwei Nachfolgeligen, die erst spät ihre Spielpläne fertig hatten, dürften bei den Fans einiges an Vertrauen gekostet haben. So kamen zuletzt zweimal weniger als 5000 Fans – statt der erwarteten 8000 bis 10.000.
Alles zu Rhein Fire:
Rohat Dagdelen, Offensive Coordinator des Teams, macht das, was Sinn stiftet: sich auf das konzentrieren, was Trainer und Spieler beeinflussen können. Die sportliche Leistung. Und die war beim 35:0 gegen die Paris Lights sehr gut. Die Defensive spielte überragend, ließ so gut wie nichts zu, verhinderte, dass die Franzosen auf die Anzeigetafel kamen. Und in der Offensive wirkte das Spiel der Hausherren mit einem guten Mix aus Pass- und Laufspiel sowie Play-Action (also angedeutetes Laufspiel, das dann doch zum einem Pass wird) deutlich variabler als in den Spielen zuvor.
„Wir finden immer mehr zusammen, kennen unsere Stärken. Das macht es mir leichter, die Spieler in eine gute Position zu bringen“, sagt Dagdelen. Am Sonntag (17.10 Uhr, Schauinsland-Reisen-Arena) ist nun Berlin Thunder zum AFLE-Spiel an der Wedau zu Gast. Die Hauptstädter hält er trotz der jüngsten 12:50-Niederlage in Breslau für gut besetzt, mindestens einmal individuell. Mit Jakeb Sullivan verfügen die Berliner nach wie vor über einen erfahrenen und guten Quarterback. Ob Spieler bei Fire verletzungsbedingt ausfallen, wollte Dagdelen nicht verraten. Das gehört zum Spiel dazu.



