Die Generali-Arena liegt in Favoriten, dem 10. Wiener Stadtbezirk. Genau dort haben die Vienna Vikings die Favoritenfrage in der Premierensaison der American Football League Europe fürs Erste geklärt. Die Wiener haben das Spitzenspiel gegen Rhein Fire völlig verdient mit 24:10 (0:3, 10:7, 7:0, 7:0) für sich entschieden und den Duisburger Footballern klar aufgezeigt, woran sie arbeiten müssen, wollen sie tatsächlich den Gold Bowl am 6. September in der Schauinsland-Reisen-Arena erreichen. Ärgerlicherweise ist die To-do-Liste nach dem Spiel im Süden der österreichischen Hauptstadt ziemlich lang.
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Da wäre zunächst einmal die Abstimmung: Freilich, es war der dritte Spieltag der Saison und für Fire erst das zweite Spiel, wobei Auftaktgegner London Warriors eine Woche zuvor nicht viel mehr als ein Sparringspartner war. Dennoch waren die Abstimmungsfehler so auffällig, dass die Gäste aus dem Rheinland schon in der zwölften Minute des ersten Viertels ihre Timeouts für die erste Halbzeit aufgebraucht hatten. Dann wäre da das Laufspiel: Die Weinroten wählen sehr oft den Weg durch die Mittel. Eine „Dampframme“, wie es Glen Toonga ist und bis vor zwei Jahren für Rhein Fire war, kann das oft in Erfolge ummünzen. Zwar ist auch Jonathan Scott ein guter Runningback, doch er hat sich auf dem zentralen Weg oft festgerannt. Wie schon gegen London. Es stellt sich auch die Frage: Schützt die Offensive Line ihren Quarterback Kenji Bahar gut genug? Er geriet in Wien jedenfalls oft unter Druck. Und in der Defensive fanden die Gastgeber ebenfalls die besseren Lösungen, überliefen die Fire-Abwehr in den entscheidenden Situationen zu leicht. Und wenn das Team mit zwei Touchdowns und kaum mehr als fünf verbleibenden Minuten auf der Uhr zurückliegt, ergibt beim Playcalling ein Laufspielzug nicht wirklich Sinn. Er kostet nur Zeit.
Alles zu Rhein Fire:
Eine Halbzeit lang lief es für die Gäste dennoch nicht schlecht. Nachdem Kicker Sebastian van Santen gegen London bereits ein Field Goal aus 55 Yards Distanz verwandelt hatte, machte es der Modellathlet in Wien einfach nochmal, traf gegen Ende des ersten Quarters diesmal auf 51 Yards Entfernung. Bitter, dass Fire eine Interception zu Beginn des zweiten Viertels nicht in Punkte umsetzen konnte. Der Drive mündete in einen Punt – kurz darauf landete Wien den ersten Touchdown. Zwar lag Rhein Fire nach dem Touchdown von Jonathan Scott samt Extrapunkt von van Santen noch einmal mit 10:7 vorn, doch den Vikings gelang noch vor der Halbzeitpause der Ausgleich durch ein Field Goal. Es war nur deswegen kein Rückstand, weil Till Janssen zuvor einen Passversuch zu einem möglichen Touchdown stark verteidigt hatte.
Ab dem dritten Viertel kontrollierten die Vikings das Spiel dann komplett. In der Offensive gingen den Gästen erst die Ideen, dann die Möglichkeiten aus. Nun unterlief auch Fire-Quarterback Kenji Bahar bei einem dritten Versuch mit noch 17 zu überbrückenden Yards eine Interception, sodass Wien kurz vor Viertelende erneut in Führung ging. Nachdem Sebastian van Santen im Schluss-Quarter einen Field-Goal-Versuch aus 48 Yards nicht ins Ziel bringen konnte, machten die Vikings den Sack zu.
Am kommenden Samstag, 13. Juni, sind nun die Paris Lights in Duisburg zu Gast. Kickoff ist um 18 Uhr.
Touchdown: Jonathan Scott; Field Goal und Extrapunkt: Sebastian van Santen.



