Was war denn da los? Die Wasserballer des ASC Duisburg haben das erste Play-off-Halbfinale um die Deutsche Wasserball-Meisterschaft nicht bloß verloren. Der Zweite der Vorrunde geriet völlig unter die Räder, musste sich beim Dritten Spandau 04 Berlin mit 11:21 (2:6, 3:5, 3:3, 3:7) geschlagen geben. „Das war eine Schande für unseren Sport“, sprach Trainer Vuk Vuksanovic Klartext: „Von der ersten Minute an war ganz offensichtlich, dass die Schiedsrichter pro Spandau pfeifen. Wir hätten dieses Spiel niemals gewinnen können.“

Die Ansetzung der Berliner Schiedsrichter Gernot Häntschel und Hendrik Schopp für ein Halbfinale zwischen Berlin und Duisburg hatte beim ASCD schon im Vorfeld für Kopfschütteln gesorgt. Nach dem Abpfiff konnte Vuksanovic damit gar nicht mehr aufhören: „Das habe ich in den Play-offs noch nie erlebt. Das macht keinen Spaß. Wir betreiben die ganze Saison über einen Riesenaufwand und müssen uns dann sowas gefallen lassen. Unfassbar.“

Den Anfang verschlafen

Der Coach räumte ein, „dass wir den Anfang verschlafen haben und nicht das gespielt haben, was wir uns vorgenommen haben“. Auch habe Spandau eine hohe Wurfeffektivität an den Tag gelegt. In der Liga hatte der ASCD Mitte März 15:11 gewonnen, nun lag er bereits zur Pause hoffnungslos 5:11 hinten. „Wir werden das Spiel analysieren und uns in die Augen schauen“, sagte Vuksanovic, für den feststeht: „Spandau erwartet in unserem Freibad die ,Hölle von Duisburg‘.“ Für das Spiel am Samstag (17 Uhr) sind übrigens mit dem Berliner Tobias Laufer und dem Vogtländer Ralf Müller erneut zwei Schiedsrichter der Landesgruppe Ost angesetzt. Gibt es im Norden und im Süden keine guten Referees? Warum pfeift kein Ost-West-Gespann? Man fragt es sich. Oder wie Vuk Vuksanovic es formulierte: „Weil Spandau es kann.“

ASCD-Tore: Simic (4), Lennox Metten (3), Elias Metten (2), Nosnik, Seifert.

Der Duisburger SV 98 muss derweil um den Klassenerhalt bangen. Die Blau-Weißen verloren das erste Spiel der Runde um die Plätze fünf bis acht beim SV Cannstatt nach Fünfmeterwerfen mit 15:16 (1:4, 5:1, 2:5, 2:1, 5:6). Am nächsten Wochenende müssen sie nun beide Heimspiele gewinnen, um sich in Sicherheit zu bringen. Gelingt dies nicht, geht es für den Altmeister in die Serie, in der die Plätze sieben (Relegation) und acht (direkter Abstieg) ausgespielt werden.

Im Stuttgarter Sportbad Neckarpark gingen die Rivalen durch ein Wechselbad der Gefühle. Die Gäste kamen schlecht in Tritt, machten im zweiten Viertel dann aber aus einem 2:4 (13.) ein 6:4 (16.). Ende des dritten Viertels gerieten sie ins Hintertreffen. Djordje Tanaskovic glich jeweils in Überzahl zum 9:9 und 10:10 aus. Im Fünfmeterwerfen ließ der serbische Kapitän beim Stand von 13:13 einen „Matchball“ ungenutzt. Die nächsten fünf Schützen trafen, ehe Junioren-Nationalspieler Erik Hennig scheiterte.

DSV-Tore: Burburan (4), Tanaskovic (3), Hennig, Kruta, Reibel, Stefanovic (je 2).

kök