Heute vor 30 Jahren waren die Handballmänner des OSC Rheinhausen schon in der Sommerpause. Die Saison 1995/96 endete bereits am 14. April mit einem 22:21-Heimsieg gegen Bayer Dormagen. Für alle, die es nicht mehr wissen: Die Rede ist hier von der 1. Bundesliga. Der OSC sorgte als Aufsteiger für Furore, führte sogar zeitweise die Liga an und landete am Ende als Tabellensiebter vor arrivierten Klubs wie TuSEM Essen, dem TV Großwallstadt oder dem VfL Gummersbach.

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Von solchen Sphären ist der derzeitige Zweite der Regionalliga Nordrhein naturgemäß ein gutes Stück entfernt. Die aktuelle Saison, die nach zwischenzeitlich knappem Rennen an der Spitze sehr wahrscheinlich nicht mit einem Aufstieg enden wird, zeigt aber, dass der Verein nach vielen schweren Jahren wieder Ziele hat. Mit der Viertklassigkeit will man sich auf Dauer nicht begnügen und mittelfristig eine Rolle einnehmen, die beispielsweise das ebenfalls schon über 30 Jahre alte Duisburg-Lied von Dagmar Albert Horn mit der Zeile „Fußball oder Eishockey, Hallenhandball OSC“ widerspiegelte. Nur zu gern wäre man wieder ansatzweise auf Augenhöhe mit den anderen Großvereinen der Stadt.

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Dazu müssen aber auch die Rahmenbedingungen stimmen. Wenn wir nämlich gerade bei den 30 Jahren sind: Am damaligen Zustand der Sporthalle an der Krefelder Straße hat sich wenig bis nichts geändert – und sie war schon seinerzeit nicht auf technisch letztem Stand. Da kommt es tatsächlich erst einmal als gute Nachricht daher, dass aus der „Sportmilliarde“ des Bundes rund acht Millionen Euro losgeeist wurden, um einen Neubau der Heimat des Rheinhauser Hallensports zu finanzieren.

Klaus Stephan, Abteilungsleiter der OSC-Handballer, kennt sich allerdings in hiesigen Amtszimmern zu gut aus, als dass er dies unreflektiert bejubeln würde. Vielmehr gibt es schon länger das Gerücht, die Stadt könnte die Mittel verwenden, um die ohnehin abgängige Sporthalle an der Green-Gesamtschule im Stadtteil neu zu errichten. Man muss an selbiger nicht die sechste Klasse geschafft haben, um sich auszurechnen: Es liefe dann auf eine Halle weniger für Leistungs-, Breiten- und Schulsport in Rheinhausen hinaus. Geeignet ist der Standort sowieso nicht, um als Spielstätte eines in naher Zukunft womöglich dritt- oder höherklassig agierenden Vereins zu dienen.

Man wäre tatsächlich gut beraten, den im Original natürlich zynisch-ironisch gemeinten Ratschlag der Hip-Hop-Band Deichkind zu beherzigen: „Denken Sie groß!“ Die kleinstmögliche Lösung ist nicht zwingend die beste. Duisburg braucht mehr denn je positive Aushängeschilder, der OSC Rheinhausen kann eines davon sein. Ihn als Nebennutzer einer Schulsporthalle im wahrsten Sinne des Wortes in eine Sackgasse zu packen, darf nicht der Weisheit naheliegendster Schluss sein.