Uwe Busch hielt kurz Ausschau. „Ich habe meine Frau noch nicht begrüßt“, sagte der langjährige Geschäftsführer und gerade frisch zum Vorsitzenden des Stadtsportbundes Duisburg gewählte 68-Jährige. Hat sie ihn je gefragt, ob das nötig sei? Seit 1989 hatte Busch den SSB als Geschäftsführer geprägt. Zum Jahreswechsel ging er in den Ruhestand – nur um sich gut vier Monate später zum ehrenamtlichen Vorsitzenden wählen zu lassen. „Wenn jemand so etwas mit derart viel Leidenschaft tut, macht man vieles richtig“, sagte Gaby Busch mit einem Lächeln am späten Donnerstagabend.

Man sollte erst die betroffenen Vereine in die Planungen einbeziehen und dann eine Entscheidung treffen.

Achim Goßow, bisheriger Vorsitzender des Stadtsportbundes Duisburg

Bereits zuvor stand fest, dass Achim Goßow nicht erneut als Vorsitzender kandidieren würde. 2020 folgte er auf den zurückgetretenen Rainer Bischoff, wurde zwei Jahre später dann auch offiziell von den SSB-Mitgliedern, sprich den Duisburger Sportvereinen, gewählt. Dass Achim Goßow noch immer etwas mitzuteilen hat, zeigt sich nicht nur daran, dass er als frisch gewählter Beisitzer weiterhin dem erweiterten Vorstand des Verbandes angehört. „Das war keine Kritik, sondern ein konstruktiver Vorschlag“, sagte er beispielsweise zu den Anmerkungen, die Klaus Stephan, Handball-Abteilungsleiter des OSC Rheinhausen, am gleichen Tag mit Blick auf den geplanten Ersatzneubau für die Sporthalle an der Krefelder Straße gab. „Das ist wie bei der Verlagerung der Übergangseissporthalle. Man sollte erst die betroffenen Vereine in die Planungen einbeziehen und dann eine Entscheidung treffen“, so Goßow.

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Alles Dinge, die auch Uwe Busch wohl so unterschreiben kann. Der neue SSB-Vorsitzende scherzte vorher noch in Richtung der Vereinsvertreter: „Scheinbar habt ihr noch nicht genug von mir.“ Er betonte die andere Rolle, die er nun habe, lobte die Arbeit der neuen Geschäftsführer Christoph Gehrt-Butry und Peter Serfort. „Unsere große Maxime ist, dass wir der Dienstleister für den Sport sind. Wir werden weiterhin unbürokratisch und einzelfallbezogen für die Vereine da sein. Darauf könnt ihr euch verlassen. Nutzt unsere Expertise, um eure Vereine weiterzuentwickeln!“

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Seine neue Aufgabe beschreibt Busch so: „Ich bin nicht mehr im Tagesgeschäft. Der Vorstand trifft die strategischen Entscheidungen, geht aber auch auf die Vorschläge der hauptberuflichen geschäftsführenden Vorstandsmitglieder ein.“ Eine der großen Aufgaben ist der neue Pakt für den Sport. „Der organisierte Sport braucht Planungssicherheit“, betonte Busch. Da freute es den SSB-Vorstand natürlich, dass Oberbürgermeister Sören Link sagte: „Ich sage zu, dass die Stadt Duisburg den Sport weiterhin unterstützen wird, mindestens in dem Maße, um den Status quo zu erhalten und wenn möglich darüber hinauszugehen.“

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Mit Nasenrümpfen stellte Achim Goßow zuvor fest, dass Duisburg-Sport an dem Abend im Steinhof Huckingen nicht vertreten war. Auch die künftig zuständige Dezernentin Linda Wagner ließ sich krankheitsbedingt entschuldigen. Damit, dass mit Johannes Michels die Neubesetzung der Betriebsleiterstelle von Duisburg-Sport etwas überraschend ausgefallen ist, können Busch und Co. umgehen. „Johannes ist ebenfalls wie wir davon überzeugt, dass die Sportinfrastruktur in Duisburg deutlich verbessert werden muss“, so Busch. Mit ihm will er sich so wie mit der künftigen Dezernentin bald treffen. Goßow sagte zum Abschied aus dem Amt: „Jetzt ist die Stadt gefordert. Vor dem Hintergrund der Mitbewerbung Duisburgs zur Ausrichtung Olympischer Spiele gilt ganz besonders: Ohne Basis für den Sport vor Ort kein Sport für die weite Welt.“

Alle Wahlen einstimmig

Insgesamt beteiligten sich 57 Vereine mit 92 Vertretern an der Mitgliederversammlung. Die Zufriedenheit mit der Arbeit des SSB ist offenbar groß, denn sowohl die Entlastung des Vorstandes sowie alle Neuwahlen fielen einstimmig aus. Der neue Vorstand besteht aus dem Vorsitzenden Uwe Busch, den Stellvertretern Sandra Niedzwiedz und Karl-Heinz Dinter, den Beisitzern Andreas Vanek, Achim Goßow, Stephanie Dortelmann und Jürgen Wöhrmann sowie dem Leiter der Duisburger Sportjugend, Sebastian Loose. Geschäftsführende Vorstandsmitglieder sind Christoph Gehrt-Butry und Peter Serfort.

Finanziell konnte Karl-Heinz Dinter für die vergangenen vier Jahre jeweils einen Jahresüberschuss zwischen 10.000 und 15.000 Euro verkünden; für 2026 und 2027 ist ein Jahresetat von gut 18,3 Millionen Euro vorgesehen. Der SSB beschäftigt inzwischen, vor allem im Ganztagsunterricht, rund 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Verband vertritt aktuell über 101.000 Mitglieder aus 356 Vereinen.