Die Farce um nachträglich gesperrte Spieler, deren vermeintliche Vergehen laut Darstellung der Füchse auf den Videos nicht deutlich zu erkennen waren, war nicht der Tiefpunkt an einem Dienstag, der an sich gänzlich im Zeichen vom Play-off-Eishockey hätte stehen sollen. Beim Aufwärmen vor Spiel drei der Best-of-Seven-Serie im Oberliga-Viertelfinale beim Deggendorfer SC wurde ein toter Fuchs an der Plexiglasbande direkt an der Mannschaftsbank des EV Duisburg aufgehängt. In der ersten Pause wurden die Spieler der Gäste auf dem Weg in die Kabinen von einem Zuschauer attackiert. Das ist kein Tag, der den Ruhm des Süd-Meisters der Oberliga gemehrt hat. Tatsächlich wäre alleine der Vorfall rund um das tote Tier eine Sache für die Polizei. Auf dem Eis bot der Mini-Kader des EVD einen großen Kampf, unterlag erst in der Verlängerung mit 3:4 (2:2, 0:1, 1:0, 0:1).
Vielleicht haben wir das Spiel verloren, aber wir haben mit zwölf Spielern alles gegeben. Wir sehen uns am Freitag.
Frank Petrozza, Trainer der Füchse Duisburg
In der Pressekonferenz hielt Füchse-Trainer Frank Petrozza sein Statement betont kurz: „Vielleicht haben wir das Spiel verloren, aber wir haben mit zwölf Spielern alles gegeben. Wir sehen uns am Freitag.“
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Die 13 Feldspieler, die die Füchse aufbieten konnte, zeigten beim Süd-Meister eine überragende Leistung. Von der Dominanz, die die Niederbayern noch im ersten Duell der Serie an den Tag gelegt hatten, war nichts mehr zu spüren. Natürlich spielten die Duisburger angesichts der Besetzung defensiv, stellten die Wege der Deggendorfer aber stets aufs Neue zu. Schon nach zwei Minuten bot sich eine Szene, die nun offenbar nachträglich überprüfbar erscheint, nachdem der DEB mit seinen Entscheidungen vom frühen Morgen des Spieltags einen Präzedenzfall geschaffen hat, als Nicklas Mannes von einem hohen Stock am Hals getroffen worden war, die Schiedsrichter das Spiel aber laufen ließen.

Die Dinge schienen ihren Gang zu nehmen, als Niklas Heinzinger den DSC in Führung brachte (9.). Doch der EVD kam zurück: Nach einer starken Einzelaktion von Adam Zoweil verwertete Bence Farkas den Abpraller zum Ausgleich (13.). Nur 35 Sekunden später netzte Philip Kuschel zur 2:1-Führung ein. Nachdem die Gastgeber nach einer Viertelstunde ausgeglichen hatten, wurde es noch einmal wild. Erst kam es mit der Pausensirene zu einer Auseinandersetzung mit großen Strafen gegen jeweils zwei Spieler beider Teams und einer Spieldauerstrafe gegen EVD-Verteidiger Pascal Grosse, sodass sich die Feldspielerzahl auf Duisburger Seite auf zwölf reduzierte, dann attackierte ein Deggendorfer Zuschauer die Duisburger Spieler beim Gang in die Kabinen.
„Wir machen ein grundsolides Spiel“, sagte EVD-Kapitän Nicklas Mannes. „Wir stehen hinten sicher und nutzen unsere Chancen.“ Im zweiten Abschnitt hatte Deggendorf dann deutlich mehr Scheibenbesitz, während sich die Gäste aufs Verteidigen beschränkten. Ausgerechnet in eigener Überzahl kassierten die Füchse dann aber das 2:3, als noch etwas mehr als zwei Minuten im Mittelabschnitt zu spielen waren. Wer nun auf ein Einbrechen der stark dezimierten EVD-Mannschaft gewartet hatte, sah sich getäuscht: Denn die Füchse glichen tatsächlich durch Philippe Sanche aus (44.). Hätte der Kanadier kurz vor dem Ende der regulären Spielzeit im Powerplay dann noch getroffen, wäre die Partie nicht einmal in die Overtime gegangen.
In der Verlängerung hatte Nicklas Mannes den Siegtreffer auf dem Schläger (69.); kurz danach fiel dann aber die Entscheidung zugunsten der Hausherren: Marco Baßler traf in der 70. Minute zum 4:3 für den DSC. Die Serie wird am Freitag (19.30 Uhr, Alleato-Arena) mit dem Heimspiel der Füchse an der Wedau fortgesetzt.
Die Statistik:
Tore: 1:0 (8:50) Heinzinger (Dylan Jackson, Hafenrichter), 1:1 (12:17) Farkas (Zoweil, Ackers), 1:2 (12:52) Kuschel (Kiedewicz, Mannes), 2:2 (14:56) Bergbauer (Buchner, Roy), 3:2 (37:46) Pfänder (4-5), 3:3 (43:48) Sanche (Zoweil, Münzenberger), 4:3 (69:45) Baßler (Dylan Jackson, Humberstone).
Strafen: Deggendorf 8 + 5 (Hafenrichter) + 5 (Leinweber), Duisburg 6 + 5 (Zolmanis) + 5 + 5 + Spieldauer (Grosse).
Zuschauer: 1933.



