Eiskunstlauf? Nein, erstmal geht es ab zur Pistenbar. Oder mal kurz rüber zum Kumpel, der ein paar Meter weiter rechts oder links steht. Wie hat er das Spiel bislang gesehen? Läuferinnen und Läufer haben es mitunter schwer, wenn sie in Drittelpausen eines Eishockeyspiels auftreten. Als Patrick Blackwell aber die ersten Schritte gemacht hatte, wurde es still. Schnell war klar: Der junge Mann, der für den Skating Club of Boston aufs Eis geht, weiß ganz genau, was er da tut. Dann machte er etwas, was zu Jubelstürmern Anlass gab – fast so, als hätte der EVD gerade ein weiteres Tor gegen Deggendorf erzielt. Denn der 17-Jährige setzte zu einem Salto aus vollem Lauf an, landete elegant auf den Kufen und setzte sein Programm fort. Derartigen Jubel hat es in 55 Jahren Eissport in Duisburg selten für einen Eiskunstläufer während eines Eishockeyspiels gegeben.
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„Das stimmt“, strahle Karin Riediger-Heintges. Die Frau muss es wissen, schließlich ist sie die Eislauf-Ikone der Stadt. 1980 nahm sie für den DSC Kaiserberg an den Olympischen Winterspielen in Lake Placid teil, 1981 wurde sie Deutsche Meisterin. Natürlich sah sie den Auftritt des jungen US-Amerikaners live in der Eissporthalle. Denn: Der 17-Jährige hat Duisburger Wurzeln und eine Verbindung zum DSC Kaiserberg. „Seine Mutter ist Annette Nakielski, die ich beim DSC trainiert habe. Sie hat einen US-Amerikaner geheiratet und lebt nun dort“, berichtet Riediger-Heintges. Patrick Blackwell selbst ist ein großes Talent: In diesem Jahr hat er nach einem dritten Platz im Vorjahr die Junioren-Meisterschaft der USA gewonnen.

Aktuell ist er auf Familienbesuch in Duisburg. „Seine Großeltern leben nach wie vor hier“, so Riediger-Heintges. Außerdem trainiert der junge Mann auch in der Eissporthalle an der Wedau. Tipps einer Olympionikin sind gern genommen. Der Ehemann der Deutschen Meisterin von 1981 und Diplomtrainerin, Michael Heintges, absolviert zudem mit ihm ein Longentraining. „Das ist eine Art Angel. Mein Mann läuft mit ihm und hält ihn bei Sprungübungen“, erklärt die Expertin.
Wie sind die Aussichten für die Zukunft von Patrick Blackwell, der am 30. März seinen 18. Geburtstag feiern wird? „Das wird die Zukunft zeigen“, sagt Karin Riediger-Heintges. „Die Konkurrenz in den USA in groß.“ Klar ist aber auch: „Hier in Deutschland würden wir uns freuen, solch ein Talent in unseren Reihen zu haben.“ Sollte er in der Zukunft auf den großen Bühnen auftauchen, wäre ein Stück Duisburg und DSC Kaiserberg mit ihm auf dem Eis. Die Füchse-Fans werden sich dann ganz sicher an ihn erinnern.
Hinweis: Das Video hat uns freundlicherweise Ralf Wank zur Verfügung gestellt.


