So lange das eigene Gedächtnis oder zugängliche Online-Archive auf die Schnelle auch bemüht werden: Der Umstand, dass ein Schiedsrichter einen Eishockeyspieler so schwer verletzt, dass ihm das Saison-Aus droht, scheint tatsächlich ein Novum zu sein. Damit kommt es für Eishockey-Oberligisten EV Duisburg nun wirklich dicke: Denn eine Szene in der 39. Minute sorgt nun dafür, dass gleich zwei Spieler der Füchse ausfallen. Und in beiden „Teilaspekten“ der Gesamtsituation machen die Unparteiischen keine gute Figur. Fakt ist aber, dass sowohl Klavs Planics als auch Martin Schymainski aktuell nicht auflaufen können, für Planics ist die Saison sogar beendet.
Das ist beim 5:2-Auftaktsieg im Play-off-Achtelfinale gegen die Lindau Islanders passiert:
Szene 1: Im Kampf um den Puck „kommt es zu einem Beinstellen“, so Tom Söder, durch den Lindauer Spieler Noah Kane, in Folge dessen der lettische EVD-Angreifer Klavs Planics in die Bande kracht. Die Folge: Aufgrund einer „Oberkörperverletzung“ – Eishockey-Vereine geben in der laufenden Saison nur ungern bis gar nicht exakte Informationen über die Art einer Verletzung heraus – wird er nur zwei Spiele nach seinem Comeback für den Rest der Play-offs ausfallen. „Das wären zwei Strafminuten gewesen, aber das Foul ist nicht geahndet worden“, sagt Tom Södler. So löblich es seitens des Füchse-Geschäftsführers auch ist, kein Öl ins Feuer gießen zu wollen: Ein Foul mit Verletzungsfolge ist zum einen mit fünf Strafminuten und einer Spieldauerstrafe zu ahnden, zum anderen wird selbst ein Check, der in seiner Ausführung fair ist, zu einem strafbaren Bandencheck, wenn der Spieler in der Folge in die Bande stürzt. Denn das ist die wörtliche Definition eines Bandenchecks. Wie gesagt: Eine Ahndung blieb aus.
Szene 2: In der direkten Folge geraten Martin Schymainski und der Lindauer Noah Kane aneinander, beide gehen zu Boden. Einer der beiden Linienrichter eilt mit der Absicht, die beiden Spieler zu trennen, heran, „fällt dabei aber hin und stürzt auf die Schulter von Martin Schymainski, der dadurch verletzt wird. Das habe ich tatsächlich noch nicht erlebt“, sagt Södler. Im Fall des 40-Jährigen stehen noch weitere Untersuchungen und eine finale Diagnose aus.
Nun stellt sich die Frage, wie und wann sich der Kader wieder füllt. Klar ist scheinbar, dass am Dienstag (19.30 Uhr) zu Spiel zwei in Lindau, niemand dazu kommt. Sandis Zolmanis ist noch nicht wieder fit. Der Iserlohner Förderlizenzspieler Daniel Geiger aus Iserlohn fällt krankheitsbedingt aus, Tobin Brandt und Dominik Klein aus Köln sind bereits auf dem Weg nach Berlin, um mit den KEC-Junioren ein Play-off-Spiel zu bestreiten. Zum Heimspiel am Freitag sollen die Youngster aber nach jetzigem Stand zum EVD-Team stoßen.


