Ein Gegner, auf den ein Team bislang nur selten oder noch gar nicht getroffen ist, wird gemeinhin als „unbekannter Gegner“ beschrieben. Der Kontrahent, mit dem es die Füchse am Sonntag zu tun bekommen, ist in diesem Sinne nicht unbekannt, schließlich haben die Füchse am späten Freitagabend, wenn ihr Auswärtsspiel bei den Saale Bulls Halle (Spielbeginn 20 Uhr) beendet sein wird, gegen jede andere Mannschaft der Eishockey-Oberliga Nord zu diesem Zeitpunkt viermal gespielt. Dennoch ist der Sonntagsgegner des EV Duisburg im wahrsten Sinne des Wortes aktuell unbekannt – weil er erst am späten Freitagabend feststeht.

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Im zurückliegenden Sommer hatten sich die elf verbliebenen Oberligisten des Nordens nach dem Aus der Moskitos Essen darauf verständigt, der Doppelrunde noch eine Zwischenrunde folgen zu lassen, um die ausgefallenen Spiele zu kompensieren. Die ersten Fünf spielen die obere Zwischenrunde, für die sich die Füchse vorzeitig qualifiziert haben, und damit um das Heimrecht in den Play-offs gegen den Süden. Die unteren Sechs ermitteln die drei weiteren Play-off-Teilnehmer. Nach acht beziehungsweise zehn Spielen geht es ab in die K.-o.-Phase. Die Punkte und Tore aus den 40 Hauptrundenspielen werden übernommen.

Da der Deutsche Eishockey-Bund den Start der Zwischenrunde ein wenig unglücklich auf einen Sonntag gelegt hat, ist nicht nur der Auftaktgegner des EVD unklar, sondern auch ob es mit einem Heim- oder Auswärtsspiel losgeht. Holen die Füchse in Halle mindestens einen Punkt, gehen sie als Vierter in die Zwischenrunde und starten beim Tabellendritten, also entweder bei den Hannover Indians oder den Tilburg Trappers. Verliert der EVD in Halle, starten sie als Fünfter und gemäß Plan mit einem Heimspiel gegen den Zweiten, und das sind wiederum entweder die Trappers oder die Indians.

Das sorgt wirklich dafür, dass man zu einem Spiel kommt und das Gefühl hat, dass wir das auf jeden Fall irgendwie hinkriegen.

Nicklas Mannes, Kapitän der Füchse Duisburg

Diese kleinen Unwägbarkeiten schocken die Füchse aber nicht. Zu gut ist die Laune beim Tabellenvierten, der die zurückliegenden sieben Spiele ausnahmslos für sich entschieden hat. „Natürlich war es vor der Saison unser Ziel, unter die ersten Fünf zu kommen“, sagt EVD-Kapitän Nicklas Mannes. „Dass wir es nun aber derart souverän geschafft haben, ist eine tolle Sache.“ Dabei betont der Chef auf dem Eis, dass das keine Selbstverständlichkeit war. „Wir hatten immer wieder mit Ausfällen zu kämpfen und haben lange Zeit nur mit zwei Importspielern gespielt, einige Zeit sogar nur mit einem.“ Die sieben Siege in Folge sorgen beinahe schon für ein „Kölner-Haie-Feeling“, die erst kürzlich mit 16 Erfolgen in Serie einen neuen DEL-Rekord aufgestellt haben. „Das sorgt wirklich dafür, dass man zu einem Spiel kommt und das Gefühl hat, dass wir das auf jeden Fall irgendwie hinkriegen“, so Mannes, der noch einmal betont: „So oft in Folge zu gewinnen, ist wirklich etwas Besonderes.“

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Außerdem dürfte die Erfahrung von derart vielen Siegen dafür sorgen, dass auch das Selbstvertrauen dann nicht bricht, wenn es mal wieder zu einer Niederlage kommen sollte. „Immer weiter. Immer weiter“, sagt Trainer Frank Petrozza zu dieser Situation. Warum es so gut läuft? Auch dafür hat Nicklas Mannes eine Erklärung. „Es ist wirklich so, dass wir uns sehr gut miteinander verstehen. Das zeigt einfach, was möglich ist, wenn die Charaktere innerhalb einer Mannschaft gut zueinander passen und das Team dementsprechend zusammengestellt worden ist.“ Ein Teil des Erfolgs der Füchse ist auch, dass die Mannschaft die Sorgen um die Eissporthalle nicht an sich herangelassen hat. „Wir hatten einfach immer die große Zuversicht, dass es eine Lösung geben wird“, sagt der Füchse-Kapitän.

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Freilich ist es mehr als nur eine Floskel, sondern vielmehr eine sehr sinnvolle Handlungsweise, von Spiel zu Spiel zu denken, dennoch drängt sich durch das vorzeitige Erreichen der Play-offs die Frage auf, ob das Team bereits einen Blick auf die Tabelle der Oberliga Süd geworfen und sich Gedanken über mögliche Gegner gemacht hat. „Wenn, dann nur ein wenig im Spaß“, sagt Mannes. „Wenn es Heilbronn werden sollte, hätten wir aus dem vergangenen Jahr sicher noch eine Rechnung offen. Und es wäre sicher auch für Frankie (Trainer Frank Petrozza, der zuvor bei den Falken tätig war, d. Red.) eine ganz besondere Serie.“ Allerdings: Seit dem Mittwochabend ist es mehr als unwahrscheinlich geworden, dass der Play-off-Gegner Heilbronner Falken heißen wird. Denn die Unterländer, die bereits im Sommer große Probleme hatten, haben einen Insolvenzantrag gestellt. Sobald das Verfahren läuft, verlieren die Falken gemäß den Durchführungsbestimmungen für die Oberliga die Teilnahmeberechtigung an den Play-offs.

Eishockey
Neuzugang Carter Popoff ist beim EVD eingetroffen.© Füchse Duisburg

Am Wochenende wird nun auch erstmals Füchse-Neuzugang Carter Popoff auflaufen. „Im ersten Eindruck muss ich sagen, dass das ein netter Kerl ist“, freut sich der Kapitän auf den neuen Teamkameraden. Sein Trainer Frank Petrozza ergänzt: „Ich kenne Carter, weil ich gegen ihn gecoacht habe. Er ist ein starker Spieler. Natürlich braucht er ein wenig Zeit, um sich hineinzufinden. Er ist in guter körperlicher Verfassung, aber ‚Game Shape‘ ist eben doch etwas anderes.“ 70 Tore und 100 Vorlagen für Passau und Deggendorf in drei Saisons der Oberliga Süd lassen aber hoffen, dass der 30-Jährige schnell zu einer echten Bereicherung wird.

„Ich will so wenig wie möglich an den Reihen ändern“, sagt Petrozza. Der Neu-Fuchs wird eine Angriffsformation mit Adam Kiedewicz und Nardo Nagtzaam bilden. „Sandis Zolmanis, Philippe Sanche und Luis Üffing funktionieren einfach zu gut miteinander“, sagt der Coach. Das gleiche gilt auch für Martin Schymainski, Edwin Schitz und Michael Fomin. Die vierte Reihe bilden am Wochenende Daniel Geiger, Bence Farkas und Adam Zoweil. Erek Virch wird krankheitsbedingt fehlen. „Vielleicht fragen wir noch bei den Haien an, ob Dominik Klein bei uns auflaufen kann“, so der Coach.

Für Petrozza beginnt die Zwischenrunde übrigens nicht erst am Sonntag gegen einen noch nicht bekannten Gegner: „Wir haben nun neun Spiele. Und von diesen neun Spielen wollen wir so viele wie möglich gewinnen.“