Drachenzähmen leicht gemacht? Dieser Animationsfilm ist aus Sicht der Füchse offenbar reine Fiktion. Erst vor wenigen Tagen hatte der EV Duisburg sein Heimspiel in der Eishockey-Oberliga gegen die Herforder Ice Dragons deutlich mit 2:7 verloren. „Im kleinen Felde“ lief es für die Duisburger, die freilich noch ohne ihren Neuzugang Philippe Sanche spielten, 20 Minuten lang nicht besser, obwohl der EVD diesmal die über weite Strecken tonangebende Mannschaft war. Doch am Ende wurden die Drachen mit 3:2 (0:2, 2:0, 1:0) erfolgreich gezähmt.
Auch interessant
„Das war ein komisches Spiel“, befand Füchse-Trainer Frank Petrozza. „Im ersten Drittel waren wir besser, liegen aber 0:2 hinten. Das zweite Drittel war mir zu offen mit zu vielen Herforder Gelegenheiten, aber wir gleichen zum 2:2 aus. Das letzte Drittel war purer Kampf mit einem Tor des Willens.“ HEV-Trainer Henry Thom schloss sich der Sichtweise an: „Hätten wir im zweiten Drittel das 3:1 gemacht, hätte es anders laufen können. Ich weiß nicht, wie Leon Willerscheid den gehalten hat.“ Nun geht es für den EVD im normalen Rhythmus weiter. „Die Jungs bekommen nun einen Tag frei. Das haben sie sich verdient“, so Petrozza.
Hätten wir im zweiten Drittel das 3:1 gemacht, hätte es anders laufen können.
Henry Thom, Trainer des Herforder EV
Das Spiel hätte sich früh in eine für die Duisburger komfortablere Sache entwickeln können, wenn Adam Kiedewicz in der ersten Minute getroffen hätte, der aber am starken HEV-Torhüter Kieren Vogel scheiterte, weil der Keeper den nicht gerade schlechten Abschluss locker wegfing. Auch danach blieben die Gäste in der Vorwärtsbewegung. Gerade nachdem Verteidiger Erek Virch knapp an der EVD-Führung gescheitert war, lief der erste gefährliche Herforder Angriff – und der war dann gleich auch drin. Wie aus dem Nichts drückte Jackson Pierson einfach mal ab und traf zum 1:0 ins lange Eck (6.). Die Füchse ließen sich davon allerdings kaum schocken und bauten gleich wieder Dauerdruck auf, blieben bis dahin aber ohne Torerfolg. Es kam sogar noch bitterer: Ryley Lindgren hatte offenbar in seinem Schläger die Tastenkombination „CTRL+C“ gefunden, denn er kopierte die Herforder Führung einfach mal und erhöhte auf 2:0, ganze fünf Sekunden vor der Pause.
Kiedewicz trifft zum Ausgleich
Die Moral der Duisburger scheint aber nach wie vor zu stimmen. Denn im zweiten Drittel erspielte sich der EVD abermals viele Chancen, leistete harte Arbeit und belohnte sich dann endlich. Erst brachte Luis Üffing die Füchse auf 1:2 heran (36.), ehe diesmal die Gäste kurz vor der Sirene zuschlugen. Sandis Zolmanis klaute sich die Scheibe in der neutralen Zone, spielte den Puck lang nach vorne, wo ihn Adam Kiedewicz aufnahm, der wiederum Herfords Goalie 35 Sekunden vor dem Gang in die Kabinen zum 2:2 tunnelte. Das war nicht nur wichtig, sondern verdient.
Das Schlussdrittel war eine stabile Angelegenheit. Die Duisburger spielten diszipliniert und konzentriert – und schlug im richtigen Moment zu. Edwin Schitz brachte den Puck vors Tor, am linken Pfosten stand Martin Schymainski, der das kleine Spielgerät unter Bedrängnis über die Linie bugsierte (51.). Da sowohl Halle als auch Hamm verloren haben, war der Sieg im Kampf um Rang fünf und damit das Erreichen der oberen Zwischenrunde immens wichtig.
Am Freitag (19.30 Uhr, Alleato-Arena) spielen die Füchse nun daheim gegen die Hannover Indians.
Die Statistik
Tore: 1:0 (5:53) Pierson (Garten, Lindgren), 2:0 (19:55) Lindgren (Garten, Kovacs), 2:1 (35:38) Üffing (Zolmanis, Mannes), 2:2 (39:25) Kiedewicz (Zolmanis), 2:3 (50:15) Schymainski (Schitz, Fomin).
Strafen: Herford 2, Duisburg 4.
Zuschauer: 605.



